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FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Juni 2017)

© Jupiterimages/Hemera

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tritt vorwiegend während der warmen Jahreszeit auf. Denn meist entsteht diese Erkrankung durch Zeckenstiche – und Zecken sind erst bei Temperaturen ab acht bis zehn Grad Celsius so richtig aktiv. Gleichzeitig sind Menschen bei warmem Wetter im Freien leicht(er) bekleidet und somit anfälliger für Zeckenstiche. Doch nicht jeder Zeckenstich bedeutet ein FSME-Risiko!

Was ist FSME?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis und ist eine Viruserkrankung, bei der sich folgende Strukturen des Nervensystems entzünden können:

  • das Gehirn (Gehirnentzündung = Enzephalitis),
  • die umgebenden Hirnhäute (Hirnhautentzündung = Meningitis) und / oder
  • in seltenen Fällen das Rückenmark (Rückenmarksentzündung = Myelitis).

Wenn Gehirn und Hirnhäute gleichzeitig entzündet sind, sprechen Mediziner von einer Meningoenzephalitis: Diese kombinierte Entzündung hat der FSME ihren Namen verliehen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Ursachen

Erreger

Die Erreger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) – die FSME-Viren – stammen aus der Familie der Flaviviren, zu denen beispielsweise auch das Dengue-, das Gelbfieber- und das West-Nil-Virus gehören.

Das FSME-Virus tritt in drei Unterformen (sog. Subtypen) auf:

  • westlicher oder europäischer Subtyp
  • sibirischer Subtyp
  • fernöstlicher Subtyp

Alle drei Subtypen befallen hauptsächlich Säugetiere (v.a. kleine Säuger wie Mäuse, aber auch Rehe und Rotwild) sowie Vögel. Menschen können sich ebenfalls mit den FSME-Viren infizieren. Wer sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen lässt, ist jedoch gegen alle Erreger-Subtypen immun.

Übertragung: Meist durch Zecken, selten durch Nahrungsmittel, nie durch Menschen

Die Übertragung der FSME-Viren auf den Menschen geschieht meist durch Zecken: Wenn diese Parasiten an infizierten Tieren oder Menschen Blut saugen, nehmen sie die Viren auf. Stechen sie ihr nächstes Opfer, können die Viren in dessen Blutbahn gelangen und so eine Frühsommer-Meningoenzephalitis verursachen.

Übrigens: Zwar treten FSME-Infektionen gehäuft im Frühjahr und Sommer auf. Doch auch im Herbst und vereinzelt – wenn es die Witterung zulässt – selbst im Winter können Zecken aktiv sein und die Viren übertragen.

Wo besteht ein Ansteckungsrisiko durch Zecken?

Die Zecken, die FSME-Viren übertragen können, sind in vielen Ländern Europas, Asiens und in Russland verbreitet. Vorwiegend betrifft die Frühsommer-Meningoenzephalitis Zentral-, Nord- und Osteuropa sowie China.

Auch in Deutschland kommen Zecken vor, die das FSME-Virus verbreiten können. Allerdings besteht nur in bestimmten Regionen ein nennenswertes Risiko, sich zu infizieren und eine Frühsommer-Meningoenzephalitis zu entwickeln. Diese deutschen FSME-Risikogebiete liegen hauptsächlich in südlichen Regionen (v.a. Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und südöstliches Thüringen).

Außerhalb der FSME-Risikogebiete ist das Infektionsrisiko eher gering. Aber auch wer sich in einem Risikogebiet einen Zeckenstich zuzieht, muss noch lange keine Frühsommer-Meningoenzephalitis bekommen – denn:

  • Nur bis zu 5 Prozent aller Zecken innerhalb der FSME-Gebiete sind mit dem FSME-Virus infiziert.
  • Und längst nicht jeder Stich einer infizierten Zecke verursacht beim Menschen eine FSME.


Übrigens: Neben FSME-Viren können Zecken auch Bakterien der Gattung Borrelia übertragen und so eine Lyme-Borreliose hervorrufen. Im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis ist die Borreliose landesweit verbreitet.

Zecken halten sich bevorzugt in Sträuchern, dicht stehenden Gräsern sowie im Unterholz bis maximal anderthalb Meter über dem Erdboden auf. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, sich einen Zeckenstich zuzuziehen, im Wald sowie an Wegrändern, aber auch in Gärten und Parkanlagen besonders hoch.

Ein besonders hohes Infektionsrisiko haben demnach Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten häufig in der Natur aufhalten – ob aus beruflichen Gründen (wie Forstarbeiter) oder wegen Freizeitaktivitäten (z.B. Wandern, Radfahren oder Campen).

Kinder toben im Sommer auf einer Wiesen. © Banana Stock/Yesterdays Play

Im Frühsommer ist die FSME-Gefahr besonders hoch.

In manchen Teilen Europas (vor allem in Osteuropa) ist auch eine Ansteckung mit FSME durch virusinfizierte Rohmilch von Ziegen, Schafen oder – seltener – Kühen möglich (sog. alimentäre FSME). In Deutschland spielen Nahrungsmittel bei der Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis allerdings keine nennenswerte Rolle.

Eine Übertragung der FSME-Viren von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Wer eine Frühsommer-Meningoenzephalitis hat, ist also für andere nicht ansteckend!

Inkubationszeit

Eine mit FSME-Viren infizierte Zecke kann die Viren auf den Menschen übertragen, sobald sie mit dem Blutsaugen beginnt. Ob dies eine Frühsommer-Meningoenzephalitis zur Folge hat, zeigt sich aber erst nach einer Weile: Bei der FSME beträgt die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit – etwa 7 bis 14 Tage, vereinzelt auch bis zu 28 Tage.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von FSME in Deutschland schwankt von Jahr zu Jahr: Im Zeitraum zwischen 2001 und 2016 waren die Erkrankungszahlen im Jahr 2012 mit 195 Fällen am niedrigsten und im Jahr 2006 mit 546 Fällen am höchsten. Im Jahr 2016 entwickelten 348 Menschen eine Frühsommer-Meningoenzephalitis.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Symptome

Nicht jede FSME-Infektion verursacht Symptome einer Frühsommer-Meningoenzephalitis: Die meisten Menschen, die sich mit dem FSME-Virus anstecken (was i.d.R. über einen Zeckenstich passiert), spüren davon überhaupt nichts (sog. inapparente – also nicht in Erscheinung tretende – Infektion). Höchstens ein knappes Drittel der Infizierten entwickelt Beschwerden (sog. manifeste Infektion).

Wenn eine FSME-Infektion erste Symptome hervorruft, liegt die Ansteckung meist ein bis zwei Wochen zurück. Typischerweise verläuft die Frühsommer-Meningoenzephalitis in zwei Phasen. Die erste Phase dauert etwa eine Woche und ähnelt einer Grippe – mit folgenden Beschwerden:

Es folgt eine fieberfreie Zwischenphase von rund einer Woche. Damit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis für manche Betroffene überstanden. In den restlichen Fällen geht die FSME in die zweite Phase über, deren Symptome durch die Infektion des Nervensystems entstehen. Hier können die FSME-Viren folgende Entzündungen hervorrufen:

  • Entzündung der Hirnhäute (sog. Meningitis),
  • Entzündung des Gehirns (sog. Enzephalitis) und / oder
  • Entzündung des Rückenmarks (sog. Myelitis).

Erkrankungsformen

Die in der zweiten Phase der FSME auftretenden Symptome hängen davon ab, welche Strukturen des Nervensystems infiziert sind. In 40 Prozent der Fälle entwickelt sich die Frühsommer-Meningoenzephalitis so, wie ihr Name vermuten lässt – dann sind Gehirn und Hirnhäute gleichzeitig entzündet (sog. Meningoenzephalitis). Daneben kommen folgende Erkrankungsformen vor:

  • eine alleinige Hirnhautentzündung (sog. isolierte Meningitis, ca. 50% der Fälle),
  • eine gleichzeitige Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn und Rückenmark (sog. Meningoenzephalomyelitis, ca. 10% der Fälle) oder
  • eine alleinige Entzündung des Rückenmarks ohne zusätzliche Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute (sog. isolierte Myelitis, sehr selten).

Infolge einer Meningitis treten in der zweiten Phase der FSME folgende Symptome auf:

Im Allgemeinen klingen diese Beschwerden nach ein bis zwei Wochen folgenlos ab. Auch eine Meningoenzephalitis heilt meist in ein bis drei Wochen ab. In dem Fall verursacht die FSME-Infektion aber zusätzliche Symptome: Dann kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen. Eventuell können auch Krampfanfälle und Lähmungen (v.a. der Gesichtsmuskulatur) auftreten.

Am längsten dauert die FSME-Erkrankungsform, bei der neben Hirnhäuten und Gehirn auch noch das Rückenmark infiziert ist: Diese Meningoenzephalomyelitis kann bis zu zwei Monate Beschwerden bereiten. Die mit einer FSME-Infektion des Rückenmarks verbundenen Symptome können einer Polio (Kinderlähmung) ähneln: Es entstehen schlaffe Lähmungen des Schultergürtels, der Arme und der Beine. Diese Lähmungen können plötzlich auftreten, sich aber auch langsam über mehrere Tage hinweg entwickeln.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Diagnose

Bei einer FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann die Krankengeschichte (sog. Anamnese) erste wertvolle Hinweise für die Diagnose liefern: Der Verdacht auf eine Infektion mit dem FSME-Virus kann sich zum Beispiel aus einem zurückliegenden Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet und einem Zeckenstich ergeben.

Um die FSME sicher diagnostizieren zu können, sind jedoch spezielle Untersuchungen nötig, zum Beispiel Blutuntersuchungen: Im Verlauf der Frühsommer-Meningoenzephalitis bildet der Körper IgM- und IgG-Antikörper (spezielle Abwehrstoffe des Immunsystems) gegen das FSME-Virus, die sich praktisch immer im Blut nachweisen lassen.

Im Nervenwasser (Liquor) sind die Antikörper gegen das FSME-Virus ebenfalls vorhanden. Darum kann der Arzt auch mithilfe einer Lumbalpunktion eine Liquorprobe entnehmen und diese dann auf Antikörper untersuchen lassen, um eine Frühsommer-Meningoenzephalitis festzustellen.

Das FSME-Virus selbst ist schon zu Beginn der Erkrankung im Blut und Liquor nachweisbar. Den direkten Virusnachweis verwenden Ärzte für die Diagnose allerdings nur sehr selten, denn: Wenn überhaupt, bricht die Frühsommer-Meningoenzephalitis erst zu einem späteren Zeitpunkt aus, an dem bereits Antikörper vorhanden sind.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Therapie

Bei FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) besteht die Therapie darin, die Symptome durch schmerzlindernde, beruhigende und krampflösende Medikamente zu verringern oder auszuschalten. Eine ursächliche Behandlung – also ein wirksames Mittel gegen die FSME-Viren – gibt es bisher nicht.

Es ist ratsam, Menschen mit FSME stationär im Krankenhaus zu behandeln. Geht die Frühsommer-Meningoenzephalitis vom ersten grippeähnlichen Stadium in die zweite Phase über, in der sich verschiedene Strukturen des Nervensystems entzünden können, ist eine ständige Überwachung notwendig, weil dann verschiedene Komplikationen (z.B. Krampfanfälle) auftreten können.

Wenn die FSME mit Funktionsstörungen des Nervensystems (wie Lähmungen) verbunden ist, sind zudem häufig Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich – zum Beispiel Krankengymnastik.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Verlauf

Prognose

Meistens heilt die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) folgenlos aus. Verläuft sie schwer, können allerdings bleibende Schäden am Nervensystem entstehen. Wie die Viruserkrankung im Einzelfall verläuft, hängt vor allem davon ab, welche Strukturen des Nervensystems befallen sind:

  • Die Prognose ist am besten, wenn sich nur die Hirnhäute entzünden (sog. isolierte Meningitis). Dann heilt die FSME meist nach ein bis zwei Wochen aus, ohne Folgeschäden zu hinterlassen.
  • Auch wenn neben den Hirnhäuten das Gehirn entzündet ist (sog. Meningoenzephalitis), heilt die FSME meist in ein bis drei Wochen ab.
  • Ist zusätzlich das Rückenmark entzündet (sog. Meningoenzephalomyelitis), dauert die Erkrankung länger.

Auch das Alter beeinflusst die Prognose der FSME: Bei Kindern sind die Heilungsaussichten im Allgemeinen günstiger als bei Erwachsenen. Die höchste Sterblichkeitsrate haben ältere Menschen, bei denen die FSME als Meningoenzephalomyelitis verläuft. Die Sterblichkeitsrate der Frühsommer-Meningoenzephalitis mit Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn liegt bei etwa einem Prozent.

Komplikationen

Die FSME-Infektion ist nur selten mit Komplikationen verbunden. Wenn es überhaupt zur Erkrankung kommt und die Frühsommer-Meningoenzephalitis die zweite Krankheitsphase erreicht, ist in durchschnittlich zehn Prozent mit einem komplizierten Verlauf zu rechnen. Vorrangig passiert dies dann, wenn sich eine Meningoenzephalomyelitis (Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn und Rückenmark) entwickelt.

Zu den möglichen Komplikationen der FSME gehören psychische Auffälligkeiten, zum Beispiel Intelligenz- und Verhaltensstörungen, und vor allem Funktionsstörungen des Nervensystems (sog. neurologische Störungen), wie:

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Vorbeugen

Einer FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) können Sie wirksam vorbeugen, indem Sie

  • Zeckenstiche vermeiden (z.B. Schutz durch Kleidung) und
  • sich bei Aufenthalten in Risikogebieten gegen FSME impfen lassen.

Allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche

  • Meiden Sie nach Möglichkeit Regionen mit hohem Infektionsrisiko (sog. FSME-Risikogebiete) oder tragen Sie schützende Kleidung.
  • Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab.
  • Wenn Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie sie sofort vorsichtig: Zecke (mit einer Zeckenpinzette) möglichst nah an der Stichstelle greifen und grade wegziehen – dabei die Zecke nicht zusammendrücken oder verdrehen, weil sonst zusätzlich virusinfizierter Speichel in die Stichwunde gelangen kann.
  • Auf keinen Fall Hausmittel (z.B. Öl) auf Zecken träufeln, da so ebenfalls infizierter Speichel in den Körper geraten kann.

Aber Achtung: Auch wer eine schon saugende Zecke schnell entfernt, kann sich dennoch mit FSME-Viren infiziert haben! Denn wenn die Zecke ihre Blutmahlzeit beginnt, können die Viren sofort von der Zecke auf den Menschen übergehen. Eine saugende Zecke schnell zu entfernen kann also nicht sicher vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis schützen. Sicher können Sie der FSME nur vorbeugen, indem Sie sich impfen lassen!

Neben FSME übertragen Zecken jedoch auch die Borreliose – und deren Übertragung beginnt erst rund 24 Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit. Darum ist es trotzdem ratsam, bei einem Zeckenstich die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen!

FSME-Impfung

Die FSME-Impfung (auch Zeckenimpfung genannt) ist eine aktive Immunisierung mithilfe von abgetöteten Viren. Diese regen den Körper dazu an, Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Erreger zu bilden: Die Impfung schützt vor allen Unterarten von FSME-Viren.

Die FSME-Impfung bietet den sichersten Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis! Wie gut sich FSME durch die Impfung eindämmen lässt, zeigt das Beispiel Österreich:

  • Vor Einführung der allgemeinen FSME-Impfung erkrankten dort jährlich einige Hundert Menschen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis.
  • Inzwischen sind fast 90 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft – und die Erkrankungsfälle sind deutlich zurückgegangen.

Die FSME-Impfung ist für alle Menschen (ab dem Alter von drei Jahren) zu empfehlen, der sich wiederholt in FSME-Risikogebieten aufhalten.

Den FSME-Impfstoff bekommt man meist in die Muskulatur des Oberarms gespritzt. Eine einmalige Impfung reicht aber nicht aus, um der Frühsommer-Meningoenzephalitis wirksam vorzubeugen. Auch zwei Impfungen verleihen höchstens einen zeitlich begrenzten Schutz (z.B. während eines Urlaubs in einem Risikogebiet). Damit die FSME-Impfung länger wirkt, besteht sie darum – unabhängig vom Präparat und Impfschema – immer aus drei Teilimpfungen.

Beim konventionellen Impfschema bekommen Sie die ersten beiden FSME-Impfungen im Abstand von ein bis drei Monaten und die dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten. Ab etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung setzt der vorübergehende Impfschutz ein. Die sogenannte Grundimmunisierung, die langfristig (mindestens drei Jahre) vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis schützt, ist erst nach der dritten Impfung abgeschlossen.

Es ist ratsam, sich in der kalten Jahreszeit gegen FSME impfen zu lassen, damit der Impfschutz pünktlich im Frühjahr besteht.

Ist ein rascher Impfschutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis nötig, kann ein spezielles Impfschema zur sogenannten Schnellimmunisierung zum Einsatz kommen: Die ersten beiden FSME-Impfungen erfolgen hierbei im Abstand von einer Woche, die dritte zwei Wochen nach der zweiten FSME-Impfung. Ein verlässlicher vorübergehender Impfschutz besteht in diesem Fall schon nach drei Wochen, also dem Tag der letzten Impfung. Alternativ besteht bei einem Präparat die Möglichkeit, die beiden ersten Impfungen in einem Abstand von zwei Wochen zu verabreichen.

Nach der Grundimmunisierung ist eine erste Auffrischimpfung nach drei Jahren nötig. Weitere Auffrischimpfungen sind bei Menschen unter 50 Jahren erst wieder nach fünf Jahren (spätestens) erforderlich. Bei Menschen ab 50 hingegen ist die FSME-Impfung sicherer, wenn die Auffrischung weiterhin alle drei Jahre stattfindet, da das Abwehrsystem in dem Alter schwächer auf die Impfung reagiert.

Bei der FSME-Impfung sind Nebenwirkungen selten.

Wenn Sie Ihr Kind gegen FSME impfen lassen möchten, obwohl es noch keine drei Jahre alt ist, sollten Sie aber zusammen mit Ihrem Arzt sorgfältig abschätzen, ob die Impfung medizinisch ratsam ist. Denn: Bis zu 15 Prozent der geimpften ein- bis dreijährigen Kinder bekommen nach der FSME-Impfung über 38 Grad Fieber.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu zeckenübertragenen Erkrankungen
Zecken 
Borreliose
FSME-Impfung
FSME-Risikogebiete

Linktipps:

www.bag.admin.ch
Infos des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit zur FSME und ihrer Verbreitung in der Schweiz

Quellen:

Frühsommer-Meningoenzephalitis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 21.5.2017)

Epidemiologisches Bulletin Nr. 17/2017: FSME: Risikogebiete in Deutschland. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 27.4.2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Epidemiologisches Bulletin Nr. 34/2016: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 29.8.2016)

Erregersteckbriefe: FSME. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de (Stand: 25.4.2016)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/035 (Stand: 19.1.2016)

RKI-Ratgeber für Ärzte: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 18.8.2015)

Epidemiologisches Bulletin Nr. 15/2007: Frühsommer-Meningoenzephalitis: Untersuchung belegt ungenügenden Impfschutz in den Risikogebieten Deutschlands. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 13.4.2007)

Aktualisiert am: 23. Juni 2017

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