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FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juni 2015)

© Jupiterimages/Hemera

Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Viren hervorgerufene Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und der umgebenden Hirnhäute (Meningitis). Die meisten Infektionen mit FSME-Viren entstehen durch einen Zeckenstich.

In Deutschland sind die Zecken, die das FSME-Virus übertragen können, hauptsächlich in südlichen Regionen verbreitet. Außerhalb dieser sogenannten FSME-Risikogebiete ist das Infektionsrisiko eher gering. Aber auch wer sich in einem FSME-Risikogebiet einen Zeckenstich zuzieht, muss noch lange keine Frühsommer-Meningoenzephalitis bekommen.

Nur bis zu 5 Prozent aller Zecken in den FSME-Gebieten sind mit dem FSME-Virus infiziert. Und selbst der Stich einer infizierten Zecke führt beim Menschen nicht immer zum Ausbruch von FSME. Oft verläuft die Infektion unbemerkt und harmlos – nur bei bis zu einem Drittel der infizierten Menschen treten Beschwerden auf.

Wenn die FSME-Infektion Symptome hervorruft, verlaufen diese typischerweise in zwei Phasen: Die erste Phase ähnelt einer Grippe mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Die zweite Phase, zu der es bei rund 70 Prozent der FSME-Ausbrüche kommt, ist gekennzeichnet durch Entzündungen des Nervensystems:

  • In etwa der Hälfte der FSME-Fälle liegt eine alleinige Hirnhautentzündung (Meningitis) vor,
  • in 40 Prozent der Fälle ist auch das Gehirn beteiligt (Meningoenzephalitis) und
  • in 10 Prozent der Fälle entzündet sich zusätzlich das Rückenmark (Meningoenzephalomyelitis).

Um FSME zu diagnostizieren, ist eine Blutprobe oder eine sogenannte Liquorpunktion nötig: Im Blutserum oder im Nervenwasser (Liquor) lassen sich bei einer Infektion mit dem FSME-Virus spezielle Eiweiße des Abwehrsystems (sog. Antikörper) nachweisen.

Die Behandlung der FSME zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern oder auszuschalten. Ein Mittel, das gezielt gegen die Erreger wirkt, gibt es bisher nicht. Meistens heilt die FSME folgenlos aus. Verläuft sie schwer, können aber bleibende Schäden am Nervensystem entstehen. In seltenen Fällen kann die FSME tödlich verlaufen.

Es bestehen aber verschiedene Möglichkeiten, sich wirksam vor einer FSME-Infektion zu schützen. Um der Frühsommer-Meningoenzephalitis vorzubeugen, ist es ratsam, ...

  • Zeckenstiche zu vermeiden (z.B. Schutz durch Kleidung) und
  • sich bei Aufenthalten in Risikogebieten gegen FSME impfen zu lassen.

Sobald eine Zecke zugestochen und mit ihrer Blutmahlzeit begonnen hat, können FSME-Viren direkt auf den Menschen übergehen. Eine saugende Zecke schnell zu entfernen kann also nicht sicher vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis schützen. Da Zecken aber noch andere Krankheitserreger in sich tragen können, deren Übertragung zeitverzögert geschieht, ist es trotzdem ratsam, bei einem Zeckenstich die Zecke möglichst rasch zu entfernen (z.B. mit einer Zeckenpinzette).

Die FSME-Impfung (manchmal auch Zeckenimpfung genannt) bietet den sichersten Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis!


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