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Frühgeborenen-­Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Februar 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Bei der Frühgeborenen-Retinopathie – medizinisch Retinopathia praematurorum genannt – ist eine Netzhautschädigung, die bei Frühgeborenen auftritt. Dabei entstehen Gefäßwucherungen im Netzhautgewebe (Retina).

Die Frühgeborenen-Retinopathie kommt besonders häufig bei Babys vor, die

  • vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen,
  • ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm aufweisen oder die
  • länger als 3 Tage zusätzlichen Sauerstoff erhalten haben, etwa während einer künstlichen Beatmung .

Auch schwere Grunderkrankungen können das Risiko für eine Frühgeborenen-Retinopathie erhöhen.

Leichtere Ausprägungen der Frühgeborenen-Retinopathie sind relativ häufig, die schwere Form tritt jedoch sehr selten auf.

Folgen einer schweren Retinopathia praematurorum können unter anderem Narbenbildung, Kurzsichtigkeit sowie Erblindung durch spätere Netzhautablösung sein. Dank heutiger Früherkennungsuntersuchungen und Therapiemöglichkeiten können Ärzte die Frühgeborenen-Retinopathie jedoch häufig rechtzeitig erkennen und behandeln.

Die Frühgeborenen-Retinopathie äußert sich durch Symptome wie Sehstörungen oder Blutungen in den Glaskörper, der gallertartigen Substanz im Inneren des Augapfels. Da die Frühgeborenen selbst ihre Beschwerden noch nicht äußern können, wird der Augenarzt erst im Rahmen einer Augenuntersuchung auf die Retinopathia praematurorum aufmerksam. Er stellt die Frühgeborenen-Retinopathie mithilfe einer sogenannten Augenspiegelung fest. Dabei betrachtet er mit einem speziellen Instrument – dem Augenspiegel – die Netzhaut des Frühgeborenen.

Zur Therapie der Retinopathia praematurorum kommen eine Vereisung (Kryokoagulation) oder eine Laserbehandlung (Laserkoagulation) infrage, um die Schäden zu beheben. Früher wurde häufig auch eine Operation durchgeführt. Grundsätzlich ist eine Therapie aber nur notwendig, wenn zusätzlich die sogenannte Plus Disease auftritt. Der hintere Bereich des Auges, der Augenhintergrund oder Fundus, lässt sich in vier Bereiche (Quadranten) einteilen. Eine Plus Disease liegt vor, wenn in mindestens zwei Quadranten krankhafte Veränderungen der Blutgefäße erkennbar sind. Ist dies nicht Fall, muss die Frühgeborenen-Retinopathie nicht zwingend behandelt, aber regelmäßig kontrolliert werden.

Direkt vorbeugen kann man der Frühgeborenen-Retinopathie nicht. Kinder mit einem erhöhten Risiko sollten häufiger augenärztlich untersucht werden. Außerdem überwachen Ärzte und Pflegepersonal bei Frühgeborenen, die beatmet werden müssen, sehr genau den Sauerstoffgehalt im Blut. Seit einigen Jahren gibt es eine augenärztliche Screening-Untersuchung für Frühgeborene mit erhöhtem Risiko für eine Frühgeborenen-Retinopathie. Damit ist es möglich, die Retinopathia praematurorum frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls die Therapie einzuleiten.

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