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Forenexpertin: Dr. Anja Liekfeld
Forum Augenheilkunde
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Stand: 26. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum) ist die Ursache eine unvollständige Ausreifung der Netzhaut. Diese entwickelt sich erst sehr spät in der Schwangerschaft. Vollständig abgeschlossen ist die Entwicklung für gewöhnlich erst zum errechneten Geburtstermin.
Die Netzhaut ist mit einem Gefäßnetz überzogen, durch das sauerstoffreiches Blut strömt. Beim Ungeborenen ist der Sauerstoffpartialdruck – also der Sauerstoffanteil in den Blutgasen – im Blut wesentlich geringer als nach der Geburt. Der Partialdruck steigt, wenn das Kind eigenständig atmet. Muss das Neugeborene künstlich beatmet werden, wie es bei Frühgeborenen häufig der Fall ist, kann der Sauerstoffpartialdruck noch weiter steigen.
Je höher der Sauerstoffpartialdruck ist, desto höher ist die Sauerstoffsättigung im Blut. Der hohe Sauerstoffgehalt ist bei der Frühgeborenen-Retinopathie auch die Ursache für die Netzhautschädigung: Wenn das zunächst hohe Sauerstoffangebot mit Absetzen der Beatmung wieder abnimmt, kann es zu zahlreichen Gefäßwucherungen an der Netzhaut kommen. Die Blutgefäße können in den Glaskörper hineinwachsen und ins Augeninnere bluten. Außerdem können sich Membranen aus Bindegewebe ausbilden, die sich zusammenziehen und die Netzhaut so vom Augenhintergrund ablösen.
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