Frühgeborenen-­Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Februar 2015)

Bei der Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum) hängt die Therapie vom Stadium und von der Schwere der Netzhautschädigung ab. Bereits ab Stadium 3 einer Frühgeborenen-Retinopathie kann eine Therapie notwendig sein. Die Netzhaut des Kindes ist in diesem Stadium zwar noch nicht abgelöst, die Gefäß- und Gewebeveränderungen sind aber bereits sehr deutlich bei der Augenspiegelung erkennbar. Je nach Ausdehnung des Befunds muss der Arzt entscheiden, ob er die Behandlung beginnt oder noch abwartet und engmaschig kontrolliert.

Ein entscheidendes Kriterium dafür, dass eine Frühgeborenen-Retinopathie einer Therapie bedarf, ist das Vorliegen einer sogenannten Plus Disease: Der hintere Bereich des Auges, der Augenhintergrund oder Fundus, lässt sich in vier Bereiche (Quadranten) einteilen. Von Plus Disease spricht man, wenn in mindestens zwei Quadranten des hinteren Augenpols krankhafte Veränderungen der Blutgefäße erkennbar sind. Typische Anzeichen sind zum Beispiel stark geschlängelte Arterien oder aufgeweitete Venen der Netzhaut.

Eine Retinopathia praematurorum mit Plus Disease wird als Typ 1 bezeichnet, ist keine Plus disease vorhanden, als Typ 2. Bei einer Frühgeborenen-Retinopathie ist eine Therapie notwendig, wenn es sich um Typ 1 handelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei einer Frühgeborenen-Retinopathie Typ 1 sinnvoll ist, möglichst früh mit der Therapie zu beginnen.

Zur Behandlung eigenen sich eine Vereisung (Kryokoagulation) oder eine Laserbehandlung (Laserkoagulation). Bei diesen Verfahren werden die Netzhautschäden unter Vollnarkose behoben. Eine Retinopathia praematurorum vom Typ 2 kontrolliert der Augenarzt regelmäßig in kurzen Abständen. Sollte sich der Zustand verschlimmern, muss der Arzt dann therapeutisch eingreifen.

Bei sehr schweren Verläufen der Retinopathia praematurorum versuchten Ärzte früher, die Netzhaut mithilfe eines künstlichen Glaskörpers  wieder an ihrer Unterlage zu befestigen. Heute wird dieser Eingriff seltener durchgeführt und ist nur noch in Einzelfällen sinnvoll.


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