Frühgeborenen-­Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Februar 2015)

Um bei Verdacht auf Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum) die Diagnose zu stellen, wird der Augenarzt die Netzhaut des Säuglings genau untersuchen. Dazu tropft er dem Baby spezielle Augentropfen in die Augen, welche die Pupille erweitern. Außerdem dunkeln er oder helfendes Pflegepersonal den Untersuchungsraum ab. Anschließend verabreicht der Augenarzt örtlich betäubende Augentropfen und bringt eine feine Lidsperre an. Die Lidsperre ist ein feines, zangenartiges Instrument, das Ober- und Unterlid des Kinds greift und auseinanderschiebt. Damit ist gewährleistet, dass das Auge während der gesamten Untersuchung geöffnet bleibt.

Dann schaut sich der Arzt die Netzhaut des Säuglings an. Die genaue Beurteilung der Netzhaut ist ihm aber nicht mit bloßem Auge möglich. Der Arzt braucht für die Frühgeborenen-Retinopathie-Diagnose ein augenärztliches Untersuchungsgerät – den Augenspiegel (Ophthalmoskop). Er kann damit die Netzhaut in mehrfacher Vergrößerung betrachten und nach typischen Veränderungen absuchen, die auf einen Frühgeborenen-Retinopathie hindeuten. Diese Untersuchung nennt man Augenspiegelung oder Ophtalmoskopie.

Damit der Arzt die Netzhaut möglichst vollständig anschauen kann, müsste das Kind den Augapfel nacheinander in verschiedene Blickrichtungen bewegen – verständlicherweise ist dies mit so jungen Patienten nicht machbar. Der Arzt nimmt sich deshalb ein spezielles Untersuchungshäkchen zu Hilfe, mit dem er das Auge des Frühgeborenen so bewegt, dass er die gesamte Netzhaut einsehen kann. Dies ist für das Kind aufgrund der betäubenden Augentropfen schmerzfrei, eventuell etwas unangenehm.

Bei Kindern mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeborenen-Retinopathie führt ein Augenarzt diese Untersuchung etwa ab der sechsten Lebenswoche durch. Je nach Befund sind nach der Erstuntersuchung regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.


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