Fructoseintoleranz (Fructoseunverträglichkeit): Wie stellt man sie fest?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. Oktober 2015)

Um eine Fructoseintoleranz (Fructoseunverträglichkeit) nachzuweisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Erster Hinweis für den Arzt sind die Beschwerden, die der Betroffene nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Fructose (Fruchtzucker) beschreibt.

Fructose-H2-Atemtest

Ob der Körper des Betroffenen Fructose nicht richtig aufnehmen kann, also eine intestinale Fructoseintoleranz (Fructosemalabsorption) vorliegt, zeigt sich mithilfe des Fructose-H2-Atemtests. Bei dieser Form des Wasserstofftests trinkt der Betroffene auf nüchternen Magen eine fructosehaltige Testlösung. Danach misst man in regelmäßigen Abständen den Wasserstoffgehalt der ausgeatmeten Luft. Wasserstoff entsteht, wenn der Körper Fructose im Dünndarm nicht richtig aufnehmen kann und diese unverdaut in den Dickdarm gelangt. Hier bauen die Bakterien der Darmflora die Fructose ab und produzieren dabei unter anderem Wasserstoff. Das Gas wird zum Teil über die Darmwand aufgenommen und gelangt so über den Blutkreislauf in die Lunge des Betroffenen.

Beim Fructose-H2-Atemtest wird neben dem Wasserstoffgehalt meist auch der Methangehalt bestimmt. Denn bei manchen Betroffenen kommt es vor, dass die Bakterien der Darmflora den Wasserstoff verstoffwechseln und Methan produzieren.

Ernährungsumstellung

Auch über eine Ernährungsumstellung lässt sich herausfinden, ob der Betroffene Fructose verträgt oder nicht. Hierzu muss er anfangs auf alle fructosehaltigen Lebensmittel verzichten. Nach und nach kommen dann immer mehr fructosehaltige Lebensmittel wie Obst wieder auf den Speiseplan. Der Betroffene muss beobachten, ob und wann Beschwerden auftreten. Auf diese Weise findet man auch heraus, wie viel Fructose beschwerdefrei vertragen wird. Denn häufig toleriert der Körper von Betroffenen mit intestinaler Fructoseintoleranz (Fructosemalabsorption) wenigstens gewisse Mengen Fruchtzucker.

Weitere Untersuchungen

Ein Gentest oder eine Gewebeprobe (aus Leber, Dünndarm oder Nieren) kann zeigen, ob beim Betroffenen möglicherweise die seltene hereditäre Fructoseintoleranz vorliegt. Dies stellt sich in der Regel jedoch bereits im Säuglingsalter heraus.


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