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Flussblindheit (Onchozerkose)

Flussblindheit (Onchozerkose): Ursachen

Stand: 2. Juli 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Erreger der Flussblindheit (Onchozerkose) ist der Fadenwurm Onchocerca volvulus. Der ausgewachsene weibliche Fadenwurm erreicht im Durchschnitt eine Länge von 30 bis 40 Zentimetern. Der ausgewachsene männliche Fadenwurm wird lediglich 2 bis 7 Zentimeter lang. Die Larven (Mikrofilarien) von Onchocerca volvulus sind mit etwa 0,3 Millimeter Länge sehr klein. Sowohl die ausgewachsenen Würmer als auch die Mikrofilarien können im Körper über zehn Jahre lang überleben.

Infektionsweg

Die Flussblindheit wird durch den Stich der tagaktiven Kriebelmücke Simulium übertragen. Diese kann sich nur in schnell fließenden, sauerstoffreichen Gewässern entwickeln. Die Erkrankung entsteht deshalb vor allem in Flussnähe, was zu der umgangssprachlichen Bezeichnung Flussblindheit geführt hat. Die mit Fadenwürmern (Filarien) infizierte Kriebelmücke gibt beim Blutsaugen Larven des Parasiten ab, die durch die Haut in das Bindegewebe des Menschen gelangen. Innerhalb von 3 bis 15 Monaten werden die Larven geschlechtsreif. Die ausgewachsenen Würmer lagern sich bevorzugt knäuelartig aufgewunden im Unterhautbindegewebe ab. Dabei entstehen schmerzlose Knoten (sog. Onchozerkome) in der Haut, die mehrere Zentimeter groß sein können und von einer bindegewebigen Kapsel umgeben sind. Ein einzelnes ausgewachsenes Weibchen kann täglich Hunderte von Wurmlarven (Mikrofilarien) "gebären". Diese bewegen sich, oftmals von außen gut sichtbar, im Unterhautgewebe und in den Lymphgefäßen der Haut. Über Letztere können sie nach Jahren bis in die Hornhaut des Auges gelangen.

Inkubationszeit

Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) vergeht im Durchschnitt ein Jahr, manchmal auch mehr. Die Inkubationszeit endet mit dem Auftreten der ersten Mikrofilarien.

Weiterlesen: Flussblindheit (Onchozerkose): Symptome

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