Flugangst (Aviophobie): Ursachen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (27. April 2015)

Worin genau eine Flugangst (Aviophobie) ihre Ursachen hat, ist nicht bekannt: Für die Entstehung von Angststörungen (Phobien) wie der krankhaften Angst vor dem Fliegen kommen viele verschiedene Erklärungen infrage.

So geben etwa 33 Prozent aller Menschen mit Flugangst als Ursache für ihre Angstzustände ein unangenehmes Erlebnis während eines Flugs an, wie zum Beispiel Turbulenzen. Allerdings erleben die meisten Menschen mit Aviophobie ihre erste Angstattacke während eines normal verlaufenden Flugs, woraus sich anschließend eine immer schlimmer werdende Angststörung entwickelt. Und ein geringer Prozentsatz der Aviophobiker ist noch nie geflogen und hat Angst vor dem Unbekannten.

Entsprechend kann eine Flugangst beispielsweise durch einen Lernprozess entstehen, der nach und nach zu der Fehlreaktion "Angst vorm Fliegen" führt: Zu Beginn des Lernprozesses steht ein Flug, der mit einer schlechten Erfahrung (z.B. Turbulenzen) verbunden ist. Wegen der dadurch entstandenen Angstgefühle entwickelt sich ein Vermeidungsverhalten: Die erlernte Angst vor dem Fliegen hält die Betroffenen davon ab, sich der angstauslösenden Situation erneut auszusetzen. Damit erhalten die Betroffenen ihre Aviophobie jedoch aufrecht: Durch ihr Vermeidungsverhalten belohnen sie sich selbst, da die Angst ja ausbleibt.

Allerdings müssen erlernten Phobien wie der Flugangst keine eigenen Erfahrungen zugrunde liegen – die Angststörung kann auch dadurch entstehen, dass jemand das Angstverhalten eines anderen Menschen miterlebt: Dieses sogenannte Imitationslernen (soziales Lernen) gilt vor allem als möglicher Auslöser für spezifische Phobien, zu denen – neben der Aviophobie – beispielsweise die Angst vor Tieren oder vor engen Räumen gehört. Beobachtet ein Kind zum Beispiel, wie seine Mutter panisch auf den Anblick einer Spinne reagiert, kann es durch Imitationslernen ebenfalls Angst vor Spinnen entwickeln. Diese Entstehungsweise von Ängsten kann ein Grund dafür sein, dass Phobien in manchen Familien gehäuft auftreten. Daneben kommen für die familiäre Häufung von Angststörungen auch erbliche Ursachen infrage.

Da aber nicht jeder Mensch, der bei einem Flug schlechte Erfahrungen macht oder bei anderen Flugpassagieren Angstreaktionen beobachtet, nachfolgend eine Flugangst entwickelt, müssen weitere Faktoren an der Entstehung der Aviophobie beteiligt sein.

Unter anderem kommen auch bestimmte individuelle Faktoren bei Flugangst als Ursachen infrage: So können zum Beispiel Stress, mangelnde Erfahrung oder eine ängstliche Grundhaltung die Entstehung der Aviophobie begünstigen. Ein biologischer Faktor, der als möglicher Auslöser für Phobien gilt, ist das autonome Nervensystem: Es reguliert und kontrolliert die Funktionen der inneren Organe (z.B. Herz, Atmung). Bei Menschen mit einer Phobie können verschiedenste Reize das autonome Nervensystem besonders schnell erregen, sodass sich Angstsymptome rasch ausbilden können. Diese Eigenschaft des autonomen Nervensystems ist offenbar angeboren.


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