Flugangst (Aviophobie): Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (27. April 2015)

Der Begriff Flugangst (bzw. Aviophobie) beschreibt eine objektiv unbegründete Angst vor dem Fliegen. Damit ist die Flugangst eine Angststörung – genauer: eine Phobie. Phobien unterteilt man per Definition in drei Gruppen:

  1. Agoraphobie (sog. Platzangst, d.h. die Angst vor bestimmten Orten oder Situationen, z.B. öffentlichen Plätzen, Menschenmengen oder auch Reisen)
  2. soziale Phobie (übertriebene Angst vor anderen Menschen)
  3. spezifische (isolierte) Phobie (Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer speziellen Situation)

Die Flugangst ist eine spezifische Phobie. Weitere typische Beispiele für spezifische Phobien sind die Angst vor Spinnen (Arachnophobie), die Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie) sowie die Höhenangst (Akrophobie): Letztere kann auch bei der Aviophobie eine Rolle spielen, ist aber nicht als dasselbe anzusehen.

Für Phobien im Allgemeinen und für die Flugangst im Besonderen ist Folgendes typisch:

  • Die Angstzustände entstehen ausschließlich oder überwiegend durch ganz bestimmte, eigentlich ungefährliche Situationen: Menschen mit Flugangst, denen beispielsweise vor allem die Flughöhe oder ein möglicher Flugzeugabsturz Angst macht, haben also nicht automatisch in anderen Situationen Höhenangst oder Angst beim Autofahren – auch wenn sie wissen, dass die statistische Wahrscheinlichkeit, einen Autounfall zu erleben, größer ist als die, mit dem Flugzeug abzustürzen.
  • Phobiker vermeiden oft die angstauslösenden Situationen: Viele Menschen mit Aviophobie meiden Flüge und reisen lieber mit anderen Verkehrsmitteln.
  • Bei der reinen Vorstellung, dass die angstauslösende Situation eintreten könnte, entsteht meist schon eine Erwartungsangst: Bei bestehender Flugangst löst schon eine geplante Flugreise Angstsymptome aus.

Spezifische Phobien wie die Flugangst beginnen oft schon in der Kindheit. Sie gelten per Definition erst dann als krankhaft, wenn sich die Betroffenen durch die Angst in ihrem Leben beeinträchtigt fühlen – wobei die möglichen Angstsymptome von leichtem Unwohlsein bis hin zu deutlichen Angstreaktionen reichen können.


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