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Ciguatera-Fischvergiftung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Oktober 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Ciguatera-Fischvergiftung kann vor allem in der Karibik, im Indischen und im Pazifischen Ozean die Urlaubsfreuden jäh beenden. Sie entsteht durch den Verzehr verschiedener Fische, die normalerweise ungiftig sind, aber mit der Nahrung eine besondere giftige Substanz aufnehmen können, die sich in ihrem Gewebe ansammelt.

Damit ist die Ciguatera-Fischvergiftung eine passive Fischvergiftung, da das ursächliche Gift passiv über den Fischverzehr in den Menschen gelangt. Solche Fischvergiftungen sind nicht selten: Zu den passiven Fischvergiftungen zählt neben der Ciguatera-Fischvergiftung beispielsweise auch die Vergiftung durch den Kugelfisch, dessen Muskelfleisch (Fugu) in Japan als Delikatesse gilt. Davon zu unterscheiden ist die aktive Fischvergiftung, bei der ein Fisch die Vergiftung aktiv herbeiführt, indem er das Gift – in der Regel über einen Stich (z.B. beim Stachelrochen) – in den menschlichen Körper befördert.

Die Ciguatera-Fischvergiftung gehört außerdem zu den spezifischen Fischvergiftungen, die durch ein besonderes Gift (Toxin) entstehen. Solche Gifte sind für etwa acht Prozent aller Fischvergiftungen verantwortlich, wobei die Ciguatera-Fischvergiftung die weltweit häufigste spezifische Fischvergiftung ist. Sie entsteht durch die Nervengifte Ciguatoxin und Maitotoxin.

Red Snapper © Jupiterimages/iStockphoto

Raubfische wie der Snapper sind besonders stark kontaminiert.

Wie stark die von diesen Nervengiften ausgelösten Beschwerden sind, hängt vom Gewicht und Alter der Betroffenen sowie von der aufgenommenen Giftmenge ab. Das für die Ciguatera-Fischvergiftung typische Anzeichen ist ein umgekehrtes Wärme- und Kälteempfinden: Die Betroffenen empfinden den Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Luft als heiß. Vorher jedoch löst die Ciguatera-Fischvergiftung folgende Symptome aus:

Als zusätzliche Symptome kann die Ciguatera-Fischvergiftung im weiteren Verlauf zum Beispiel Schwindel, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Blutdruckabfall und Herzrasen hervorrufen. Während die Magen-Darm-Beschwerden meist innerhalb von ein bis zwei Tagen verschwinden, können die anderen Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung teils über Monate anhalten.

Die Behandlung der Ciguatera-Fischvergiftung zielt vor allem darauf ab, die Vergiftungssymptome abzuschwächen. Ein wirksames Gegengift steht nicht zur Verfügung.

Da die verantwortlichen Gifte hitzestabil sind, ist ein völliger Verzicht auf Fischgerichte die einzige Möglichkeit, einer Ciguatera-Fischvergiftungen sicher vorzubeugen.

Spezifische Fischvergiftungen wie die Ciguatera-Fischvergiftung sind nicht zu verwechseln mit Fällen, in denen hierzulande nach einer Fischmahlzeit Symptome einer Lebensmittelvergiftung auftreten: Die in unseren Breitengraden häufigste Form der Lebensmittelvergiftung durch Fische geht darauf zurück, dass die Fische mit Viren und Bakterien überbesiedelt sind (z.B. durch unsachgemäße Lagerung oder unhygienische Verhältnisse beim Fischverkauf). Solche Fischvergiftungen verlaufen überwiegend harmlos – eventuelle Magen-Darm-Beschwerden heilen schnell und unkompliziert ab.



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