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Ciguatera-Fischvergiftung

Stand: 27. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Fisch auf einem Teller

Vor allem in der Karibik, im Indischen und im Pazifischen Ozean kann der Verzehr verschiedener Fische die Urlaubsfreuden jäh beenden: durch die sogenannte Ciguatera-Fischvergiftung. Die Fische an sich sind ungiftig, nehmen aber mit der Nahrung eine besondere giftige Substanz auf, die sich in ihrem Gewebe ansammelt.

Damit ist die Ciguatera-Fischvergiftung eine passive Fischvergiftung, da das ursächliche Gift passiv über den Fischverzehr in den Menschen gelangt. Solche Fischvergiftungen sind nicht selten: Zu den passiven Fischvergiftungen zählt neben der Ciguatera-Fischvergiftung beispielsweise auch die Vergiftung durch den Kugelfisch, dessen Muskelfleisch (Fugu) in Japan als Delikatesse gilt. Davon zu unterscheiden ist die aktive Fischvergiftung, bei der ein Fisch die Vergiftung aktiv herbeiführt, indem er das Gift – in der Regel über einen Stich (z.B. beim Stachelrochen) – in den menschlichen Körper befördert.

Die Ciguatera-Fischvergiftung gehört außerdem zu den spezifischen Fischvergiftungen, die durch ein besonderes Gift (Toxin) entstehen. Solche Gifte sind für etwa acht Prozent aller Fischvergiftungen verantwortlich, wobei die Ciguatera-Fischvergiftung die weltweit häufigste spezifische Fischvergiftung ist. Sie entsteht durch die Nervengifte Ciguatoxin und Maitotoxin. Wie stark die von ihnen ausgelösten Beschwerden sind, hängt vom Gewicht und Alter der Betroffenen sowie von der aufgenommenen Giftmenge ab. Das für die Ciguatera-Fischvergiftung typische Anzeichen ist ein umgekehrtes Wärme- und Kälteempfinden: Die Betroffenen empfinden den Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Luft als heiß. Erste Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung sind jedoch:

vor allem im Mundbereich. Im weiteren Verlauf der Ciguatera-Fischvergiftung fühlen sich auch Hände, Füße und Gesicht taub an. Außerdem können dann folgende Symptome auftreten:

Die Beschwerden der Ciguatera-Fischvergiftung können über Monate andauern. Ein Gegengift ist nicht verfügbar – die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Symptome der Vergiftung abzuschwächen. Da die verantwortlichen Gifte hitzestabil sind, kann man Ciguatera-Fischvergiftungen nur durch einen völligen Verzicht auf Fischgerichte vorbeugen.

Anders als spezifische Fischvergiftungen wie die Ciguatera-Fischvergiftung geht die in unseren Breitengraden häufigste Form der Lebensmittelvergiftung durch Fische auf deren Überbesiedlung mit Viren und Bakterien zurück, die beispielsweise durch unsachgemäße Lagerung oder unhygienische Verhältnisse beim Fischverkauf bedingt ist. Solche Fischvergiftungen verlaufen überwiegend harmlos. Eventuelle Magen-Darm-Beschwerden heilen schnell und unkompliziert ab.

Weiterlesen: Ciguatera-Fischvergiftung: Definition

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