Fischbandwurm

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Juni 2016)

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Der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) ist ein Parasit, der – wie alle Bandwürmer – vor allem auf der nördlichen Erdhalbkugel vorkommt. Einen Befall mit dem Fischbandwurm riskiert, wer ungenügend gekochte, zu wenig geräucherte oder unzureichend eingefrorene Süßwasserfische oder Brackwasserfische zu sich nimmt.

Jeder Bandwurm hat einen Endwirt, in dessen Darm er lebt, und ein oder zwei Zwischenwirte. Beim Fischbandwurm kann – ebenso wie beim Rinderbandwurm und beim Schweinebandwurm – der Mensch der Endwirt sein. Die unterschiedlichen Namen der Bandwürmer weisen auf deren Zwischenwirte hin.

Zwischenwirte des Fischbandwurms sind Wasserkrebse und kleine Süßwasser- und Brackwasserfische. Endwirte sind neben Fischen und Menschen auch Hunde oder Katzen. Der Fischbandwurm ist in Süßwasser-Regionen verbreitet. Er kann aus 3.000 bis 4.000 Gliedern bestehen, die breiter als lang sind, und eine Länge von bis zu etwa 20 Metern erreichen. Grundsätzlich passt der Fischbandwurm seine Länge seinem Endwirt an. Sein Kopf ist mit Saugnäpfen ausgestattet. Die Lebensdauer dieses Parasiten beträgt bis zu zehn Jahre.

Meist macht sich ein Befall mit dem Fischbandwurm nicht bemerkbar. Wenn der Bandwurm Symptome hervorruft, passiert dies frühestens 3 bis 4 Wochen nach dem Verzehr von Fisch, der lebensfähige Bandwurm-Larven enthält: Dann kommt es gelegentlich zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit. In dem Fall kann der mit dem Fischbandwurm infizierte Mensch Gewicht verlieren. Bei unbehandeltem Wurmbefall können die Würmer im Darm außerdem zu einem Vitamin-B12-Mangel führen, da sie das Vitamin aufnehmen. Dieser kann (wenn er lange bestehen bleibt) eine Anämie (Blutarmut) hervorrufen.

Um die Infektion mit einem Fischbandwurm diagnostizieren zu können, reichen ein Mikroskop und eine Stuhlprobe aus: Im Stuhl lassen sich Eier oder Bandwurmglieder mikroskopisch nachweisen.

Die Behandlung der Fischbandwurm-Infektion besteht aus einer Wurmkur mit Praziquantel oder Niclosamid. In den meisten Fällen wirken diese Mittel ausreichend, sodass die Würmer wieder vollständig verschwinden.

Um einen Befall durch den Fischbandwurm von vornherein zu verhindern, ist es ratsam, auf rohen, ungenügend gekochten und zu wenig geräucherten Süßwasserfisch zu verzichten oder den Fisch vor dem Verzehr mindestens 24 Stunden bei mindestens minus 18 Grad Celsius einzufrieren.


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