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Fieberkrampf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Januar 2016)

© Jupiterimages/Hemera

Von einem Fieberkrampf spricht man, wenn durch Fieber bei Kleinkindern eine Art epileptischer Anfall auftritt. Vor allem, wenn ein Baby oder Kleinkind zum ersten Mal einen solchen Krampfanfall bekommt, kann dies die Eltern in Angst und Schrecken versetzen. Die gute Nachricht: Fieberkrämpfe bei Kleinkindern sind meist harmlos.

Fieberkrämpfe können bei Infekten mit Fieber ab 38 Grad Celcius in Erscheinung treten: Das Kind wird bewusstlos, die Muskeln versteifen und beginnen anschließend meist zu zucken. Dieser Zustand hält in der Regel wenige Sekunden bis Minuten an. Typischerweise sind ansonsten gesunde Kindern zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr betroffen. Etwa 2 bis 4 von 100 Kindern erleiden im Laufe ihrer Kindheit mindestens einen Fieberkrampf.

Je nachdem, welche Fieberkrampf-Symptome auftreten, unterscheiden Ärzte zwischen einfachen und komplexen Krampfanfällen:

  • Ein einfacher oder unkomplizierter Fieberkrampf bei Kindern dauert typischerweise weniger als 15 Minuten, betrifft den ganzen Körper und ist – abgesehen von einem Wiederholungsrisiko – harmlos. In der Regel kommt es in den ersten 24 Stunden nach einem einfachen Fieberkrampf nicht erneut zu einem Krampfanfall.
  • Ein komplexer oder komplizierter Fieberkrampf hingegen hält meist länger als 15 Minuten und / oder betrifft nicht den ganzen Körper und kann sich innerhalb von 24 Stunden wiederholen. Das Risiko für eine spätere Epilepsie ist leicht erhöht: Bei etwa 4 von 100 betroffenen Kindern sind komplizierte Fieberkrämpfe die ersten Anzeichen für eine spätere Epilepsie. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass in 96 von 100 Fällen kein Zusammenhang mit einer Epilepsie besteht.

Die Diagnose Fieberkrampf kann der Arzt meist schon anhand der von den Eltern geschilderten Symptome stellen. Vor allem bei Verdacht auf einen komplexen Fieberkrampf sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich: Insbesondere muss der Mediziner ausschließen, dass eine entzündliche Erkrankung des Gehirns vorliegt. Der Arzt prüft etwa die Nervenfunktionen der betroffenen Kinder, stellt die Gehirnaktivität durch ein EEG dar und bestimmt Laborwerte aus dem Blut und gegebenenfalls auch aus der Hirn- / Rückenmarksflüssigkeit (bzw. Liquor).

Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen und der Häufigkeit der Anfälle. Ziel der Therapie ist es, das Fieber zu senken und durch antiepileptische Medikamente den Fieberkrampf akut zu unterbrechen, wenn dieser länger anhält.

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