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Stand: 23. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Für eine Fazialisparese (Gesichtslähmung) kommen vielfältige Ursachen infrage. Warum eine periphere Fazialisparese – also eine Gesichtslähmung, deren Ursache ein direkt geschädigter Gesichtsnerv ist – entsteht, lässt sich meist nicht feststellen (sog. idiopathische Fazialisparese: idiopathisch = ohne erkennbare Ursache). In einigen Fällen sind jedoch eine gestörte Blutversorgung (Ischämie) oder Druck (Kompression) für die direkte Schädigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) verantwortlich. In vielen Fällen gilt kalte Zugluft als Auslöser der Gesichtslähmung. Die periphere Fazialisparese mit bekannter Ursache tritt vor allem bei Entzündungen, Gesichtsverletzungen und Hirntumoren auf.
Eine entzündlich bedingte periphere Fazialisparese hat ihre Ursachen meist in einer Borreliose oder einem Zoster oticus. Bei Letzterem handelt es sich um eine reaktivierte Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus, das bei der Erstinfektion die Windpocken auslöst. Das Virus bleibt im Nervensystem und kann Jahrzehnte später erneut aktiv werden. Befällt es das Ohr, löst es den Zoster oticus aus. In zwei Drittel der Fälle führt dieser dann zu einer Gesichtslähmung.
Auch eine Nervenverletzung, zum Beispiel nach einem Schädelbruch, kann eine periphere Fazialisparese verursachen. Entwickelt sich die Gesichtslähmung langsam und sind eventuell noch andere Hirnnerven betroffen, ist vor allem ein Hirntumor auszuschließen. Wesentlich seltenere Ursachen für periphere Fazialisparesen sind Mittelohrentzündung, Diabetes mellitus, Viruserkrankungen oder Gehirnhautentzündungen.
Eine zentrale Fazialisparese kann ihre Ursachen in einem Schlaganfall (Hirninfarkt, Hirnblutung) oder einem Hirntumor haben.
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