Farbsehstörungen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2015)

Es gibt verschiedene Arten von Farbsehstörungen, die wiederum unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Ärzte unterscheiden die Farbenschwachsichtigkeit, bei der Betroffene bestimmte Farben weniger gut wahrnehmen, von Farbenblindheit:

  • Achromasie: völlige Farbenblindheit, Betroffene nehmen nur Graustufen und Schwarz / Weiß wahr
  • Monochromasie: teilweise Farbenblindheit, Betroffene nehmen nur eine Farbe wahr
  • Dichromasie: teilweise Farbenblindheit, Betroffene verwechseln zwei Farben:
    • Rotblindheit (Protanopie): Form der Rot-Grün-Blindheit, da eine bestimmte Sinneszellenart (L-Zapfen) im Auge fehlt, kann der Betroffene die Farbe Rot nicht wahrnehmen und verwechselt sie deshalb mit der Farbe Grün
    • Grünblindheit (Deuteranopie): Form der Rot-Grün-Blindheit, hier fehlt eine andere Zellart, die M-Zapfen. Die Betroffenen nehmen die Farbe Grün nicht wahr und verwechseln sie deshalb mit der Farbe Rot.
    • Blaublindheit (Tritanopie): sog. Blau-Gelb-Blindheit, da hier die sogenannten S-Zapfen fehlen, können Betroffene die Farbe Blau nicht wahrnehmen und verwechseln sie mit Gelb
  • Anomale Trichromasie: Farbenschwachsichtigkeit – Betroffene können Rot (Protanomalie = Rotschwäche), Grün (Deuteranomalie = Grünschwäche) oder Blau (Tritanomalie = Blauschwäche) schlechter sehen als andere Farben; sie verwechseln die Farben aber nur bei ungünstigen Bedingungen, z.B. schlechten Lichtverhältnissen

Bestimmte Sinneszellen in der Netzhaut des Auges ermöglichen es dem Menschen, Faben zu unterscheiden: die Zapfen. Es gibt drei verschiedene Zapfen-Typen:

  • L-Zapfen für lange Wellenlängen (Long wavelength receptor)
  • M-Zapfen für mittlere Wellenlängen (Medium wavelength receptor)
  • S-Zapfen für kurze Wellenlängen (Short wavelength receptor)

Anatomie

Lichtstrahlen mit Wellenlängen zwischen etwa 780 nm (rot) und 380 nm (blau) können die Zapfen als Sinneseindruck wahrnehmen. In den Zapfen befinden sich drei verschiedene Farbpigmente. Diese werden je nach Wellenlänge des einfallenden Lichts in unterschiedlicher Weise gereizt und führen im Gehirn zu verschiedenen Farbempfindungen. Durch Mischung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau entstehen im Gehirn sämtliche Farbtöne des sichtbaren Spektrums.

Häufigkeit

Die häufigsten Farbsehstörungen sind angeboren und werden geschlechtsgebunden vererbt. Deutlich mehr Männer (etwa 8 von 100 Männer) als Frauen (weniger als 1 von 100 Frauen) sind betroffen.

Etwa die Hälte aller Personen mit angeborener Farbsehstörung leidet unter einer Grünschwäche (Deuteranomalie). Störungen im Blaubereich sind – ebenso wie eine totale Farbenblindheit – sehr selten.



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