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Bulimie (Bulimia nervosa)

Bulimie: Symptome

(Stand: 29. Dezember 2009)

Die für Bulimie (Bulimia nervosa) typischen Symptome sind die wiederholt auftretenden Essanfälle. Während dieser Anfälle nehmen die Betroffenen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich, ohne die Nahrungsaufnahme kontrollieren zu können. Meist sind dies kohlenhydrat- und kalorienreiche Speisen wie Gebäck, Schokolade, Kartoffelchips oder Pudding. Der Kalorienverbrauch kann bei einem solchen Essanfall bis zu 10.000 Kalorien betragen. Die Essattacken treten in der Regel mehrmals wöchentlich, in einigen Fällen täglich auf. Damit ihr enormer Verbrauch an Nahrungsmitteln nicht auffällt, gehen die Betroffenen häufig in viele verschiedene Supermärkte, in denen sie jeweils nur eine kleine Menge einkaufen. 20 Prozent der Menschen mit einer Bulimie begehen Ladendiebstähle, um sich Nahrungsmittel zu besorgen.

Ein häufiges Anzeichen für Bulimie ist die sogenannte Körperschema-Störung: Die Betroffenen nehmen sich selbst als dicker wahr, als sie wirklich sind. Menschen mit Bulimie beschäftigen sich andauernd und übertrieben mit ihrem Gewicht. Ihre Figur ist entscheidend für ihr Selbstwertgefühl. Deshalb erleben bulimische Menschen die nach der Essattacke befürchtete Gewichtszunahme als sehr bedrohlich – viele greifen zu Maßnahmen der Gewichtskontrolle. Dazu führen sie meist ein Erbrechen herbei oder nehmen große Mengen harntreibender Medikamente oder Abführmittel ein. Infolgedessen kommt es mit der Zeit zu körperlichen Veränderungen:

Durch das für Bulimie typische Erbrechen entwickelt sich Karies, außerdem entstehen Schwielen an den Fingern. Manchmal ist bei der Bulimie eine Schwellung der Speicheldrüsen zu beobachten. Durch die Abführ- oder harntreibenden Mittel kann es zu Nebenwirkungen im Magen-Darm- oder Nierenbereich kommen.

Die sich bei der Bulimie abwechselnden Essanfälle und Diäten können zu starken Gewichtsschwankungen führen. Im Durchschnitt bleibt das Gewicht jedoch im Normalbereich. Trotzdem treten bei der Bulimie Symptome der Mangelernährung auf. Es kommt zu Veränderungen im Vitamin- oder Elektrolythaushalt. Durch Kaliummangel können in ausgeprägten Fällen Herzrhythmusstörungen entstehen. Die Fehlernährung bei der Bulimie führt außerdem zu hormonellen und Stoffwechselveränderungen, die den Energieverbrauch herabsetzen. Unter diesen Bedingungen nehmen die Betroffenen bei normaler Kalorienzufuhr kurzfristig an Gewicht zu. Da sie nun versuchen, ihr Gewicht verstärkt zu kontrollieren, entsteht ein Teufelskreis, der für Bulimie typisch ist.

Bei bis zur Hälfte aller Menschen mit Bulimie zeigen sich depressive Symptome. Im Zusammenhang mit den Ess- und Brechanfällen treten Stimmungslabilität, Schuldgefühle und Selbstmordgedanken auf. Essanfälle bedingen Selbstvorwürfe – die Betroffenen sind der Meinung, sich selbst nicht ausreichend unter Kontrolle zu haben. Das Gefühl der Erleichterung nach dem Erbrechen ist von kurzer Dauer und wird von Niedergeschlagenheit abgelöst. Das gestörte Essverhalten bei Bulimie geht häufig mit einem veränderten Sozialverhalten einher. Die Betroffenen ziehen sich von Freunden und Familie zurück und verlieren zunehmend das Interesse an anderen Dingen. Diese Isolierung kann den Mangel an Selbstwertgefühl verstärken, was die Betroffenen wiederum motiviert, durch die Gewichtskontrolle ein vermeintlich attraktiveres Äußeres zu erreichen.

Weiterlesen: Bulimie: Diagnose

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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