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Ermüdungsbruch: Dauerhafte Überlastung der Knochen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Februar 2016)

© Jupiterimages/Digital Vision

Ein Ermüdungsbruch ist die Folge einer lang andauernden und sich ständig wiederholenden Überlastung eines Knochens – zum Beispiel beim Langstreckenlauf. Anders als bei einem akuten Knochenbruch sind die Belastungen dabei allerdings zu gering, um den Knochen spontan brechen zu lassen.

Ermüdungsbrüche entwickeln sich über eine längere Zeit hinweg: Durch die anhaltende Belastung entstehen im Knochen nach und nach Risse und Spalten, bis der Knochen nicht mehr standhalten kann und letztendlich bricht.

Je nachdem, ob die betroffenen Knochen gesund oder vorgeschädigt sind, unterscheidet man bei zwei Typen von Ermüdungsbrüchen – die Stressfraktur und die Insuffizienzfraktur.

  • Die Stressfraktur entsteht durch dauerhafte Überlastung von gesunden Knochen: Rund 70 Prozent aller Stressfrakturen treten bei Leistungs- und Laufsportarten auf.
  • Die Insuffizienzfraktur entsteht durch Überlastung erkrankter Knochen: Die jeweilige Grunderkrankung (z.B. Osteoporose, rheumatoide Arthritis) greift die Knochen an, sodass diese porös und nicht mehr normal belastbar sind.

Besonders häufig kommen Ermüdungsbrüche bei Sportlern vor – vor allem am Schienbein und am Fuß, gefolgt von den Knochen des Beckengürtels. In den Sportarten, in denen die unteren Extremitäten hohen Belastungen ausgesetzt sind (z.B. Langstreckenlauf, Fußball, Turnen oder Basketball), ist das Risiko für einen Ermüdungsbruch besonders hoch. An Wirbelknochen und Rippen sind Ermüdungsfrakturen seltener.

Normalerweise kann der Körper die feinen Risse im Knochen ausgleichen, indem er neues Knochengewebe bildet. Wenn die hohen Belastungen jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten, kann der Körper die Schäden nicht mehr "reparieren". Der Knochen wird immer poröser, bis er irgendwann bricht.

Das Bild zeigt die Röntgenaufnahmen eines Ermüdungsbruchs im Fuß, die sogenannte Jones-Fraktur.

Ein Ermüdungsbruch am 5. Mittelfußknochen im Fuß wird auch als Jones-Fraktur bezeichnet. Dieser Ermüdungsbruch kommt besonders häufig bei Sportlern vor. (Quelle: Wikimedia Commons, Lucien Monfils, CC BY-SA 3.0)

Unabhängig vom Typ der Fraktur löst ein Ermüdungsbruch dieselben Symptome aus, die sich typischerweise schleichend entwickeln: Zunächst entstehen bei Belastung Schmerzen, die mit oft tastbaren Schwellungen oder sichtbarer Rötung einhergehen. In Ruhe lassen die Schmerzen oft nach – was einige Sportler dazu verleitet, ihr normales Training fortzusetzen.

Wer die Beschwerden im Anfangsstadium eines Ermüdungsbruchs jedoch ignoriert, muss damit rechnen, dass die Schmerzen im weiteren Verlauf auch in Ruhe nicht mehr nachlassen. Dann hilft oft nur noch ein Verband oder ein Gips, der den Knochen über mehrere Wochen ruhigstellt.

Eine Stressfraktur heilt meist innerhalb von sechs bis acht Wochen aus. Bei Insuffizienzfrakturen ist es für eine erfolgreiche Knochenheilung erforderlich, auch die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.

Im Gegensatz zu einem unfallbedingten Knochenbruch gesunder Knochen führt ein Ermüdungsbruch nur selten zu einem Funktionsverlust des betroffenen Körperteils.

Wegen dieser wenig kennzeichnenden Beschwerden erfolgt die Diagnose einer Ermüdungsfraktur oft erst spät. Am sichersten ist ein Ermüdungsbruch mithilfe einer Magnetresonanztomographie oder Szintigrafie zu erkennen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man im Sport stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Entlastung achten. Für Leistungssportler ist es wichtig, sich sportmedizinisch betreuen zu lassen. Auch falsche Sportschuhe, plötzliche Veränderungen beim Training oder bestimmte Medikamente (Kortikoide) begünstigen einen Ermüdungsbruch.

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