Ermüdungsbruch: Untersuchungen beim Arzt

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Februar 2016)

Bei einem Ermüdungsbruch erfolgt die Diagnose – wie bei allen Überlastungsschäden des Bewegungsapparats – oft recht spät. Der Grund hierfür ist, dass die Symptome einer Ermüdungsfraktur erst mit der Zeit zunehmen und zudem häufig rheumatischen Beschwerden ähneln.

Bei einem Ermüdungsbruch gelingt die Diagnose mithilfe von bildgebenden Verfahren – wie Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Skelettszintigraphie. Dabei zeigen MRT und Szintigraphie die besten Ergebnisse, da hier feine Haarrisse und die Abnahme des Knochengewebes deutlicher sichtbar sind als etwa beim Röntgen. Mehr als die Hälfte der Ermüdungsbrüche gesunder Knochen (sog. Stressfrakturen) sind zu Beginn – wenn die ersten Schmerzen auftreten – im konventionellen Röntgenbild nicht zu erkennen.

Wenn der Verdacht auf einen Ermüdungsbruch besteht, muss der Arzt abklären, ob die Beschwerden andere Ursachen haben könnten: So kann hinter belastungsabhängigen Schmerzen auch (v.a. bei Sportlern) ein funktionelles Kompartmentsyndrom stecken. Und ein Ermüdungsbruch am Schienbein kann zum Beispiel ähnliche Beschwerden verursachen wie ein Schienbeinkantensyndrom (d.h. eine Knochenhautentzündung am Schienbein, die meist durch Überlastung beim Sport entsteht).

Desweiteren ist es ratsam, bei einer möglichen Ermüdungsfraktur nach gutartigen oder bösartigen Tumoren zu suchen sowie Infektionen (wie die chronische Knochenmarkentzündung bzw. Osteomyelitis) als Auslöser der Veränderungen auszuschließen. Für Letzteres ist zusätzlich eine Labordiagnostik (wie Blutuntersuchung zur Prüfung auf Entzündungswerte) notwendig.


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