Ermüdungsbruch: Definition & Häufigkeit

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Februar 2016)

Der Begriff Ermüdungsbruch (bzw. Ermüdungsfraktur) bezeichnet per Definition – anders als akute Knochenbrüche – die Folge einer lang andauernden und sich ständig wiederholenden Belastung des Knochens.

Ermüdungsbrüche unterscheiden sich von einem akuten Bruch dadurch, dass die belastende Kraft zu gering ist, um sofort eine Knochenfraktur zu verursachen. Vielmehr verändert sich das Knochengewebe über einen gewissen Zeitraum hinweg: Es bilden sich Risse und Spalten aus, bis der Knochen schließlich bricht – daher spricht man auch von einem Dauerbruch.

Abhängig davon, ob der vom Ermüdungsbruch betroffene Knochen gesund oder krank ist, unterscheidet man zwei Arten:

  • Die Stressfraktur ist ein Ermüdungsbruch gesunder Knochen.
  • Die Insuffizienzfraktur ist eine Ermüdungsfraktur erkrankter Knochen.

Je nachdem, an welcher Stelle der Ermüdungsbruch auftritt, erhält er folgende Bezeichnungen:

  • Jones-Fraktur (Ermüdungsbruch am 5. Mittelfußknochen im Fuß, besonders häufig als Stressfraktur bei Sportlern)
  • Marschfraktur (Stressfraktur im Mittelfuß am 2., 3. oder 4. Mittelfußknochen)
  • Schipperkrankheit (Ermüdungsbruch am Hals- oder Brustwirbel, z.B. als Stressfraktur durch schaufelnde Bewegung)
  • Hustenfraktur (Ermüdungsbruch der Rippen oder Wirbelkörper durch dauerhaftes, kräftiges Husten)

Häufigkeit

Ein Ermüdungsbruch betrifft mit größter Häufigkeit die unteren Extremitäten: Vorwiegend tritt der Ermüdungsbruch an Schienbein, Fuß (Mittelfußknochen), Oberschenkel und Wadenbein auf. Auch an den Knochen des Beckengürtels sind Ermüdungsbrüche öfter zu beobachten; seltener an den Rippen, der Wirbelsäule oder den oberen Extremitäten.

Bei aktiven Sportlern kommt es gehäuft zum Ermüdungsbruch: Hinter einer Ermüdungsfraktur gesunder Knochen (sog. Stressfraktur) stecken mit einer Häufigkeit von 70 Prozent Leistungs- und Laufsportarten. Stressfrakturen machen etwa 20 Prozent aller Verletzungen in der Sportmedizin aus.


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