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Stand: 24. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Hodenentzündung (Orchitis) ist eine vor allem durch Viren oder Bakterien ausgelöste Entzündung der Hoden. Die Entzündung entwickelt sich ein- oder beidseitig und verläuft in akuter oder auch in chronischer Form. Meist tritt sie zusammen mit einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) als sogenannte Epididymoorchitis auf.

Eine Hodenentzündung hat ihre Ursachen meist in einer Infektion mit Mumpsviren: Bei über dreißig Prozent aller erwachsenen Männer mit Mumps (im Volksmund auch Ziegenpeter genannt) tritt als Komplikation eine Entzündung der Hoden auf. Neben den Mumpsviren können auch andere Erreger und seltener autoimmune Vorgänge eine Orchitis auslösen.
Die typischen Symptome der Hodenentzündung sind – vor allem im akuten Stadium – Hodenschmerzen, Fieber und allgemeine Krankheitssymptome. Entzündete Hoden sind angeschwollen und die Haut über dem Hodensack ist gerötet. Ob wirklich eine Orchitis oder eine andere Erkrankung der Hoden – wie Drehung des Hodens um die Längsachse (Hodentorsion), akute Nebenhodenentzündung oder Hodentumoren – vorliegt, ist mithilfe von Blutuntersuchungen, dem Nachweis des Erregers und Ultraschall feststellbar. In seltenen Fällen ist es zusätzlich erforderlich, den Hoden operativ freizulegen, um die Diagnose zu sichern.
Die bei einer Hodenentzündung eingesetzte Behandlung hängt von der auslösenden Ursache ab. Haben Viren die Orchitis verursacht, besteht die Therapie hauptsächlich aus unterstützenden Maßnahmen wie Bettruhe, Hochlagerung und Kühlung des Hodensacks. Außerdem wirken sich antientzündliche Medikamente positiv auf den Verlauf der Entzündung aus. Gegen eine durch Mumpsviren ausgelöste Hodenentzündung ist das Medikament Interferon wirksam; gegen eine bakterielle Hodenentzündung helfen Antibiotika.
Die schwerwiegendste Komplikation der Orchitis ist die nicht rückgängig zu machende Schädigung des Hodengewebes mit nachfolgender verminderter Zeugungsfähigkeit beziehungsweise Sterilität. Daher ist es ratsam, der häufigsten Ursache für Hodenentzündungen, dem Mumps, durch eine entsprechende Impfung vorzubeugen – am besten schon im Säuglingsalter.
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