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Depression

Biologische Faktoren

Stand: 18. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Unter den für eine Depression infrage kommenden Ursachen spielen biologische Faktoren eine große Rolle:

  • Mögliche Auslöser beziehungsweise Risikofaktoren für primäre Depressionen sind Besonderheiten im Aufbau und in der Aktivität des Gehirns. So sind zum Beispiel bei depressiven Menschen die Regionen im Gehirn, die für die Entwicklung von Zielen und die Entstehung positiver Gefühle zuständig sind, weniger aktiv. Gleichzeitig sind Hirngebiete, die das Verhalten in neuen Situationen und bei sozialen Kontakten steuern, deutlich weniger ausgeprägt als bei Menschen ohne Depression. Hirngebiete, die an der Erzeugung negativer Gefühle beteiligt sind, sind bei Menschen mit Depression hingegen übermäßig aktiv. Auch die Gehirnstrukturen, welche die Ausschüttung von Stresshormonen regeln, sind bei Depressionen überaktiv.
  • Bei Depressionen liegen manchmal Besonderheiten im Hirnstoffwechsel vor: Die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sind bei einigen Menschen, die depressiv sind, in geringerem Ausmaß vorhanden. Diese auch als Neurotransmitter bezeichneten Botenstoffe spielen bei der Entstehung und Regulation von Gefühlen eine wichtige Rolle.
  • Außerdem gibt es Hinweise auf darauf, dass Depressionen erbliche Ursachen haben können: Das Risiko für eine Depression ist erhöht, wenn nahe Verwandte bereits depressiv sind oder waren.

Psychologische Faktoren

Einer Depression können als Ursachen unter anderem auch psychologische Faktoren zugrunde liegen: In der Kindheit erworbene negative Denkmuster sind häufig verantwortlich für die Entstehung einer primären Depression. Gleiches gilt für negative Erfahrungen mit früheren Bezugspersonen, wie beispielsweise Missachtung durch die Eltern oder Gewalt. Solche Erlebnisse führen häufig zu Gefühlen der Selbstablehnung und der Entwicklung eines negativen Selbstbilds. Die Betroffenen neigen dazu, ihrer Umwelt misstrauisch und pessimistisch zu begegnen. In der Folge deuten sie selbst neutrale Ereignisse als etwas Negatives und als Bestätigung ihrer pessimistischen Weltsicht. Sie sehen vieles durch eine schwarze Brille. Neue positive Ereignisse, die nicht in ihr Weltbild passen, nehmen sie als solche oft gar nicht wahr. Sie graben in einem Teufelskreis, den sie durch ihren Blick auf die Welt aufrechterhalten.

Der Umgang mit Misserfolgen ist ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung von Depressionen. Wer depressiv ist, hat vor der Depression häufig Situationen erlebt, in denen es nicht möglich war, die Umstände zu beeinflussen oder zu kontrollieren. Daraus entstand ein Gefühl der Hilflosigkeit. Dieses Gefühl spiegelt sich bei depressiven Menschen darin wider, dass sie sich gerade im Umgang mit Problemen sehr passiv verhalten. Sie sehen sich nicht in der Lage, ihr Leben positiv zu beeinflussen.

Menschen mit erhöhter Anfälligkeit für Depressionen neigen bei negativen Ereignissen dazu, die Ursachen hierfür allein bei sich selbst zu suchen. Verlieren sie beispielsweise ihren Job, sehen sie die Gründe für die Kündigung alleine in ihren angeblich mangelnden Fähigkeiten. Andere Erklärungen, wie etwa die angespannte wirtschaftliche Lage der Firma, ziehen sie als Kündigungsgrund nicht in Betracht.

Weiterlesen: Depression: Symptome

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