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Epilepsie

Stand: 14. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der vorübergehende Funktionsstörungen im Gehirn epileptische Anfälle auslösen. Ein epileptischer Anfall wirkt häufig dramatisch, klingt jedoch meist nach wenigen Minuten ab.

Als Epilepsie-Ursachen kommen beispielsweise erblich bedingte Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Missbildungen beziehungsweise Schäden am Gehirn, Entzündungen, Traumata oder Hirntumoren infrage. Je nachdem, worin eine Epilepsie ihre Ursache hat, unterscheidet man folgende Formen:

  • Die idiopathische Epilepsie ist nicht mit krankhaften Veränderungen des Gehirns verbunden; ihre Ursachen sind nicht bekannt.
  • Eine symptomatische Epilepsie hingegen ist die Folge einer zugrunde liegenden Krankheit oder Gehirnschädigung.

Hinter den für die Epilepsie kennzeichnenden Anfällen steckt eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn: Wenn sich Gruppen von Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig krankhaft entladen, können sich diese Entladungen über beide Hirnhälften ausbreiten (sog. generalisierte Anfälle) oder von einem begrenzten Bezirk der Hirnrinde ausgehen und meist auf bestimmte Hirnbereiche beschränkt bleiben (sog. fokale Anfälle). Entsprechend können sich die Epilepsie-Symptome stark unterscheiden: In manchen Fällen besteht ein epileptischer Anfall nur in einem Aussetzer (Absence), der ein paar Sekunden andauert. Bei einer Epilepsie kann es aber auch zu Zuckungen einer Extremität, umfassenden Bewegungs- und Bewusstseinserscheinungen oder dem klassischen Grand-Mal-Anfall mit Streckkrämpfen und rhythmischen Zuckungen kommen. Oft laufen die einzelnen Anfälle bei einem Epileptiker aber jedes Mal gleich ab.

Für die Diagnose einer Epilepsie ist es hilfreich, wenn beim Anfall anwesende Personen ihn beschreiben. Um die Diagnose zu sichern, kommen ein Elektroenzephalogramm (EEG), bildgebende Verfahren (CT, MRT) und Blutuntersuchungen zum Einsatz.

Die Epilepsie-Behandlung besteht vor allem aus einer langfristigen Anfallsprophylaxe: Hierbei kommen Medikamente zum Einsatz, um weitere Anfälle zu unterdrücken. Symptomatische Epilepsie-Formen behandelt man außerdem entsprechend ihrer Ursache. Die Prognose einer behandelten Epilepsie ist recht gut: Die meisten Epileptiker sind durch die Behandlung anfallsfrei.

Allerdings kann es bei der Epilepsie zu einer Komplikation namens Status epilepticus kommen. Dies ist ein besonders lange andauernder epileptischer Anfall oder eine Serie dicht aufeinanderfolgender Anfälle, zwischen denen die Betroffenen das Bewusstsein nicht vollständig wiedererlangen. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

Weiterlesen: Epilepsie: Definition

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