Anzeige

Anzeige

Epilepsie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der vorübergehende Funktionsstörungen im Gehirn epileptische Anfälle auslösen. Ein epileptischer Anfall wirkt häufig dramatisch, klingt jedoch meist nach wenigen Minuten ab.

Als Ursachen einer Epilepsie kommen beispielsweise erbliche Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Missbildungen beziehungsweise Schäden am Gehirn, Entzündungen, Traumata oder Hirntumoren infrage. Je nachdem, wodurch epileptische Anfälle bedingt sind, unterscheidet man folgende Formen von Epilepsie:

  • Die idiopathische Epilepsie ist nicht mit krankhaften Veränderungen des Gehirns verbunden (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache); da die Anfälle inzwischen als Folge einer erblich (genetisch) bedingten Erkrankung gelten, bezeichnet man diese Form auch als genetische Epilepsie.
  • Eine symptomatische Epilepsie hingegen ist Anzeichen für eine Krankheit oder Gehirnschädigung, die sich auf die Struktur oder den Stoffwechsel des Gehirns auswirken; entsprechend ihren Ursachen nennt man sie auch strukturelle / metabolische Epilepsie.
  • Als kryptogene Epilepsie bezeichnet man epileptische Anfälle, deren Ursachen trotz moderner Diagnostik unklar bleiben.

Die Anfälle bei der Epilepsie entstehen durch eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn, bei der sich Gruppen von Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig krankhaft entladen. Je nach Anzahl und Lage dieser Nervenzellen entstehen unterschiedliche Anfallsformen:

  • Fokale Anfälle entstehen, wenn die Entladungen von einem begrenzten Bezirk der Hirnrinde ausgehen und auf bestimmte Hirnbereiche beschränkt bleiben.
  • Generalisierte Anfälle treten auf, wenn beide Hirnhälften von den Entladungen betroffen sind – entweder von Anfang an (sog. primär generalisierte Anfälle) oder weil sich die Entladungen ausbreiten (sog. fokal eingeleitete bzw. sekundär generalisierte Anfälle).

Entsprechend können sich die mit der Epilepsie verbundenen Symptome stark unterscheiden: In manchen Fällen besteht ein epileptischer Anfall nur in einem Aussetzer (sog. Absence), der ein paar Sekunden andauert. Bei einer Epilepsie kann es aber auch zu Zuckungen einer Extremität, umfassenden Bewegungserscheinungen und Bewusstseinserscheinungen oder dem klassischen Grand-Mal-Anfall mit Streckkrämpfen und rhythmischen Zuckungen kommen. Oft laufen die einzelnen Anfälle bei einem Epileptiker aber jedes Mal gleich ab.

Für die Diagnose einer Epilepsie ist es hilfreich, wenn ein Beobachter den Anfall beschreibt. Um den Befund zu bestätigen, kommen ein Elektroenzephalogramm (EEG), bildgebende Verfahren (MRT, CT) und Blutuntersuchungen zum Einsatz.

Die Therapie einer Epilepsie besteht vor allem aus einer langfristigen Anfallsprophylaxe: Hierbei kommen Medikamente zum Einsatz, um weitere epileptische Anfälle zu unterdrücken. Symptomatische Epilepsie-Formen behandelt man außerdem entsprechend ihrer Ursache.

Die Prognose einer behandelten Epilepsie ist recht gut: Die meisten Epileptiker sind durch die Behandlung anfallsfrei.

Viideo: Epilepsie

Allerdings kann es bei der Epilepsie zu einer Komplikation namens Status epilepticus kommen: Dies ist ein besonders lange andauernder epileptischer Anfall oder eine Serie dicht aufeinanderfolgender Anfälle, zwischen denen die Epileptiker das Bewusstsein nicht vollständig wiedererlangen. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige