Embolie: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2016)

Bei einer Embolie zielt die Therapie darauf ab, die Durchblutung im betroffenen Gewebe so schnell wie möglich (bevor dauerhafte Schäden entstehen) zu verbessern – zum Beispiel, indem man den Embolus auflöst (sog. Lyse) oder entfernt (sog. Embolektomie). Dabei hängen die ersten Behandlungsschritte davon ab, wo das durch den Pfropf (Embolus) verstopfte Gefäß liegt:

Wenn Sie beispielsweise eine akute Embolie einer Gliedmaßenarterie haben, bestehen die ersten Maßnahmen darin, den Schmerz auszuschalten, die betroffene Gliedmaße tief und weich zu lagern und sich vor Wärmeverlust zu schützen. Der Notarzt kann Ihnen Heparin in die Vene verabreichen: Dieses Medikament hemmt Ihre Blutgerinnung, was verhindern soll, dass das betroffene Gefäß noch mehr oder wieder verstopft.

Die weitere Behandlung der arteriellen Embolie im Arm oder Bein erfolgt im Krankenhaus: Dort entscheidet sich, ob bei Ihnen Medikamente gegen die Embolie ausreichen oder ob eine Operation notwendig ist.

In etwa 90 Prozent der Fälle besteht bei einer Embolie im Arm oder Bein die Therapie darin, den für den Gefäßverschluss verantwortlichen Embolus zu entfernen. Gelegentlich ist es auch möglich, den Embolus bei der Gefäßdarstellung im Rahmen der Diagnose mit einem Katheter abzusaugen oder aufzulösen.

Bei einer Embolie in der Lunge ist es wichtig, dass man Sie zunächst in eine halb sitzende Position bringt, sofern Sie bei Bewusstsein sind. Der Notarzt verabreicht Ihnen Sauerstoff und Medikamente, die Ihre Schmerzen lindern und Sie beruhigen.

Bei einer schweren Lungenembolie bestehen die Erste-Hilfe-Maßnahmen darin, bei Bedarf die Atmung und den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten und zu stabilisieren (Wiederbelebung). Die weitere Behandlung ist ähnlich wie bei der akuten Embolie einer Gliedmaßenarterie.

Ein Darminfarkt infolge einer Embolie im Darmgekröse (Mesenterium) macht in jedem Fall eine schnelle Operation nötig: Wenn die Blutversorgung des Darms zu lange unterbrochen ist, stirbt das Darmgewebe ab – dann besteht die einzige Behandlungsmöglichkeit darin, den betroffenen Darmabschnitt großzügig zu entfernen.

Auch bei einem Schlaganfall infolge einer Hirnembolie besteht die Behandlung unter anderem darin, die verschlossenen Gefäße wieder durchgängig zu machen. Um die Schäden am Hirngewebe so gering wie möglich zu halten, ist bei einer Embolie im Gehirn eine schnelle und fachkundige Therapie in einer Klinik mit spezialisierter Schlaganfall-Einheit wichtig.

An die unmittelbare Behandlung der Embolie schließt sich die Suche und (wenn möglich) Beseitigung ihrer Ursachen an.


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