Ektropium (Auswärtskehrung des Augenlids): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Mai 2015)

Ein Ektropium kann verschiedene Ursachen haben. Je nachdem, welche das sind, unterscheidet man bei der Auswärtsdrehung eines Augenlids die folgenden Formen:

  • Altersbedingtes Ektropium (Ectropium senile): Die häufigste Ursache ist ein erschlaffter Halteapparat des Unterlids. Das menschliche Auge ist von einem ringförmigen Schließmuskel (Musculus orbicularis oculi) umschlossen. Im fortgeschrittenen Lebensalter verliert dieser Muskel an Spannkraft. Dadurch entsteht ein Missverhältnis zur Zugkraft des Lidöffner-Muskels – das Augenlid rollt sich auswärts. Eine Entzündung des Lidrands und der Bindehaut sowie Wischbewegungen verstärken die Auswärtskehrung des Augenlids.
  • Paralytisches Ektropium: Hier ist die Fehlstellung des Augenlids die Folge einer Lähmung des Augenschließmuskels durch einen geschädigten Gesichtsnerv (sog. Fazialisparese).
  • Narbenektropium: Hierbei sind Narben und eine Schrumpfung der Lidhaut die Ursachen für das auswärts gekehrte Augenlid. Dies kann beispielsweise die Folge einer vorangegangenen kosmetischen Augenlidoperation oder unzureichend behandelter Bindehautentzündungen sein.
  • Mechanisches Ektropium: Diese Form des Ektropiums entsteht beispielsweise durch Tumoren, die das Lid vom Auge wegziehen.
  • Angeborenes Ektropium (Ectropium congenitum): Diese sehr seltene Form hat erbliche Ursachen. Der Grund für eine von Geburt an bestehende Auswärtskehrung des Augenlids ist vermutlich eine fehlende Ausbildung der Lidplatte (Tarsus), die mit Fehlbildungen wie dem wie dem Treacher-Collins-Syndrom einhergehen kann.
Illustration: Darstellung der Augenmuskulatur © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Anatomische Darstellung des ringförmigen Augenschließmuskels


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst