Eisenspeicher­krankheit (Siderose): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. August 2015)

Bei einer Eisenspeicherkrankheit (Siderose) hängt die Therapie von der Ursache der Erkrankung ab. Bei jeder Form von Eisenspeicherkrankheit zielt die Behandlung darauf ab, den Eisenüberschuss im Körper abzubauen.

Erbliche (hereditäre) Hämochromatose

Wenn Sie eine primäre Eisenspeicherkrankheit (Siderose) – wie die klassische erbliche (hereditäre) Hämochromatose – haben, zielt die Therapie darauf ab, das vom Körper gebildete Eisendepot wieder abzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, kommt eine sehr alte Methode der Blutabnahme zum Einsatz: der Aderlass. Hierbei nimmt der Arzt Ihnen anfangs ein- bis zweimal pro Woche etwa 500 Milliliter Blut ab. 500 Milliliter Blut pro Woche können dem Körper etwa 250 Milligramm Eisen entziehen. Diese Aderlässe verträgt der menschliche Körper im Allgemeinen problemlos. Wenn die Konzentration des Eisenspeicherstoffs Ferritin weit genug abgesunken ist (<50 Nanogramm pro Liter), sind die Aderlässe nur noch alle 2 bis 4 Monate nötig.

Wenn Aderlässe bei Ihnen zur Hämochromatose-Therapie nicht geeignet sind (weil Sie z.B. eine Blutarmut oder eine Herzschwäche haben), können Sie auch Medikamente (Deferoxamin, Deferasirox) bekommen, um den Eisenüberschuss abzubauen. Diese Behandlung erhöht die Eisenausscheidung über Stuhl und Urin. Auch wenn Sie eine juvenile Hämochromatose haben (d.h. wenn sich Ihre Eisenspeicherkrankheit schon vor dem 30. Lebensjahr gezeigt hat) oder eine transfusionsbedingte sekundäre Siderose vorliegt, ist die Behandlung mit Medikamenten ratsam.

Bei einer erblich bedingten Eisenspeicherkrankheit spielt auch die Ernährung zur Behandlung eine wichtige Rolle: Bei erblicher Hämochromatose können Sie mithilfe einer eisenarmen Ernährung die von Ihrem Körper aufgenommene Eisenmenge (Eigenresorption) vermindern. Zudem ist es bei einer primären Eisenspeicherkrankheit ratsam, keinen Alkohol zu trinken.

Ob die gegen eine primäre Eisenspeicherkrankheit eingesetzte Behandlung erfolgreich ist, können Sie kontrollieren, indem Sie regelmäßig Ihre Eisenwerte bestimmen lassen. Hat sich der Gesamteisengehalt Ihres Körpers durch die Hämochromatose-Therapie wieder normalisiert, so sind lebenslang etwa 4 bis 6 Aderlässe pro Jahr erforderlich.

Damit die gegen eine primäre Eisenspeicherkrankheit eingesetzte Behandlung erfolgreich sein kann, muss in der Regel eine Voraussetzung erfüllt sein: die Siderose rechtzeitig zu erkennen – also bevor der Eisenüberschuss gesundheitliche Schäden verursacht. Ohne Behandlung kann die erbliche Hämochromatose zu Herzschäden, Gelenkschäden, Diabetes mellitus oder einer Leberzirrhose führen. Diese Folgen der Hämochromatose sind trotz intensiver Therapie meist nicht mehr zu beheben.

Sekundäre Eisenspeicherkrankheit

Auch wenn eine Eisenspeicherkrankheit (Siderose) nicht erblich bedingt ist, hat die Therapie zum Ziel, die entstandenen Eisenablagerungen durch vermehrte Eisenausscheidung aufzulösen. So ist gegen eine sekundäre Eisenspeicherkrankheit zur Behandlung zum Beispiel der Wirkstoff Deferoxamin geeignet: Dieser bewirkt, dass der Körper vermehrt Eisen über Stuhl und Urin ausscheidet. Oft macht eine sekundäre Eisenspeicherkrankheit eine jahrelange Behandlung nötig.

Die gegen eine sekundäre Eisenspeicherkrankheit eingesetzte Behandlung besteht aber nicht nur darin, den Eisenüberschuss abzubauen: Die Behandlung der ursächlichen Erkrankung (z.B. Hepatitis C oder Alkoholismus) spielt bei der sekundären Siderose ebenfalls eine wichtige Rolle.

Deferoxamin hilft nicht nur gegen eine sekundäre Eisenspeicherkrankheit – der Wirkstoff kann auch zur Behandlung einer primären Siderose zum Einsatz kommen, wenn zur Therapie ein Aderlass aufgrund anderer Erkrankungen wie zum Beispiel einer Blutarmut nicht zu empfehlen ist.


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