Eisenspeicher­krankheit (Siderose): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. August 2015)

Der Begriff Eisenspeicherkrankheit (bzw. Siderose) bezeichnet verschiedene Erkrankungen, die zu einem Eisenüberschuss im Körper führen. Es sind erbliche (primäre) und erworbene (sekundäre) Eisenspeicherkrankheiten bekannt:

  • Primäre Eisenspeicherkrankheit:
    Die erbliche Siderose oder hereditäre Hämochromatose ist durch eine erhöhte Aufnahme (Resorption) von Eisen aus dem Darm ins Blut gekennzeichnet. Die klassische oder adulte Hämochromatose bricht meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr aus. Tritt die primäre Eisenspeicherkrankheit vor dem 30. Lebensjahr auf, handelt es sich um die sogenannte juvenile Hämochromatose. Sehr selten ist die neonatale Hämochromatose, bei der bereits Ungeborene Symptome zeigen, sodass in der Regel innerhalb der ersten drei Monate eine Lebertransplantation notwendig ist.
  • Sekundäre Eisenspeicherkrankheit:
    Eine erworbene Siderose kann aufgrund verschiedener Vorerkrankungen wie zum Beispiel Alkoholismus oder Hepatitis C entstehen, wenn der Körper mit Eisen überlastet ist.

Häufigkeit

Die erbliche Eisenspeicherkrankheit (Siderose) oder hereditäre Hämochromatose tritt bei Europäern mit einer Häufigkeit von etwa 1:1.000 auf. Männer sind etwa 10-mal häufiger betroffen als Frauen, da Frauen wegen der Monatsblutungen einen regelmäßigen Blut- und damit Eisenverlust haben. Aus diesem Grund brechen Siderosen bei Frauen gewöhnlich erst nach der Menopause aus (d.h. wenn keine Monatsblutungen mehr auftreten).


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