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Forenexperte: Dirk Glöckner
Forum Gynäkologie
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Stand: 26. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die meisten Eierstockzysten sind funktionelle Zysten, deren Ursachen Hormone sind. Eine funktionelle Eierstockzyste kann infolge des normalen monatlichen Zyklus entstehen – die körpereigenen Geschlechtshormone rufen dabei Veränderungen am Eierstock hervor. Sie tritt aber manchmal auch als Nebenwirkung einer Hormontherapie auf oder wenn körpereigene Hormone fehlreguliert sind. Funktionelle Zysten kommen fast ausschließlich bei der geschlechtsreifen Frau vor, gehäuft kurz nach der Pubertät und in den Wechseljahren.
Die häufigsten und klinisch relevanten funktionellen Eierstockzysten mit jeweils unterschiedlichen hormonellen Ursachen sind:
Erkennt der Arzt am normalen Eierstock zystische Strukturen, kann dies eine Follikelzyste (Bläschenzysten) sein. Diese Form einer Ovarialzyste kann zwischen wenigen Millimetern bis zu 15 Zentimetern groß werden. Sie tritt hauptsächlich bei jungen, menstruierenden Frauen auf. Eine Follikelzyste entsteht aus einem nicht gesprungenen Graaf-Follikel, welcher in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus heranreift und die Eizelle sowie Flüssigkeit enthält. Durch das Zerplatzen des Graaf-Follikels (Eisprung) gelangt die Eizelle in den Eileiter und kann befruchtet werden. Erfolgt kein Eisprung, bleibt der Graaf-Follikel erhalten. Wenn er weiter Flüssigkeit produziert und dadurch immer weiter wächst, entwickelt er sich zu einer Follikelzyste.
Follikelzysten können etwa vier bis acht Wochen bestehen bleiben und in dieser Zeit Hormone produzieren. Meist bilden sie sich spontan zurück oder zerplatzen.
Der sogenannte Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht nach dem Eisprung aus den Resten des gesprungenen Graaf-Follikels. Der Gelbkörper bildet Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) und Progesteron. Wird die reife Eizelle nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück. Dadurch sinkt der Hormonspiegel und löst dadurch dieMenstruation aus. In der Schwangerschaft bleibt der Gelbkörper in den ersten drei Monaten erhalten und produziert Hormone, welche die Schwangerschaft aufrechterhalten.
Eine Corpus-luteum-Zyste ist ein zystenförmig vergrößerter Gelbkörper. Corpus-luteum-Zysten können eine Größe von bis zu acht Zentimetern erreichen und bilden sich in der Regel von selbst zurück.
Luteinzysten bilden sich meist in beiden Eierstöcken, wenn die Produktion von HCG (humanes Choriongonadotropin) stark erhöht ist. Dies ist zum Beispiel bei Mehrlingsschwangerschaften oder manchen Erkrankungen der Fall. HCG ist ein Hormon, welches der Mutterkuchen (Plazenta) vor allem in den ersten zwei bis drei Schwangerschaftsmonaten bildet. Das Hormon HCG ähnelt den Hormonen FSH, LH und Prolaktin, sogenannten gonadotropinen Hormonen – sie regen die Eizellen in den Eierstöcken an, zu reifen. FSH, LH und Prolaktin eignen sich deshalb zur Behandlung der weiblichen Unfruchtbarkeit. Als Nebenwirkung dieser hormonellen Therapie können ebenfalls Luteinzysten auftreten. Die Zysten werden bis zu 30 Zentimeter groß.
Luteinzysten bilden sich meist von selbst zurück, wenn ihre Ursachen beseitigt werden. Etwa nach der Geburt von Mehrlingen oder dem Absetzen einer Hormonbehandlung verschwinden diese Eierstockzysten wieder.
Verschiedene Erkrankungen kommen bei einer Eierstockzyste (Ovarialzyste) ebenfalls als Ursachen infrage. Polyzystische Ovarien als Sonderform funktioneller Zysten sind ein Hauptmerkmal des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCO), einem eigenständigen Krankheitsbild. Dabei kommen in den Eierstöcken viele Zysten vor, die aber meistens relativ klein sind.
Ein weiteres Krankheitsbild, welches bei einer Eierstockzyste zu den Ursachen zählen kann, ist die sogenannte Endometriose. Endometriosezysten haben ein charakteristisches Aussehen. Sie enthalten dunkelbraune, eingedickte Blutabbauprodukte und werden deshalb auch als Schokoladenzysten bezeichnet.
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