Eierstockzyste (Ovarialzyste): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Oktober 2015)

Bei einer großen Eierstockzyste (Ovarialzyste) kann der Arzt die Diagnose bereits durch die vaginale Tastuntersuchung bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung stellen. Eine kleine Zyste am Eierstock kann er jedoch häufig nicht ertasten. Um sie sichtbar zu machen, führt der Gynäkologe eine ergänzende Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke (Abdomensonographie) oder über die Vagina (Vaginalsonographie) durch. Der Ultraschall ermöglicht zusätzlich, zwischen einzelnen Zystentypen zu unterscheiden.

Die Vorgeschichte sowie die Beschwerden der Patientin, ihr Alter, der Tastbefund und das typische Aussehen der Zyste am Eierstock im Ultraschall erlauben Rückschlüsse darauf, um welchen Zystentyp es sich handeln könnte.

Ergeben sich aus dem Ultraschallbild Hinweise auf eine Dermoidzyste, prüft der Arzt in einer anschließenden Operation, ob es sich tatsächlich um diese Form der Eierstockzyste handelt.

Zyklisch auftretende Schmerzen und Blutungsstörungen bei jüngeren Frauen weisen in erster Linie auf eine funktionelle Zyste am Eierstock hin. Hier ist eine Operation meist nicht notwendig, da sie sich für gewöhnlich spontan zurückbilden. Bei Kontrolluntersuchungen sind sie oft nicht mehr nachweisbar.

Lassen Symptome und Ultraschallbefund auf eine Endometriosezyste schließen, führt der Arzt eine Bauchspiegelung (Laparaskopie) durch. Dabei begutachtet er die Eierstöcke und entnimmt Gewebeproben aus der Eierstockzyste, um die Diagnose zu sichern. Teilweise entfernt er schon während der Bauchspiegelung die Zyste. Im Anschluss an den Eingriff erfolgt meist eine gezielte hormonelle Therapie.

Insbesondere bei älteren Frauen in oder nach den Wechseljahren ist es wichtig, eine im Ultraschallbild sichtbare Ovarialzyste weiter abzuklären, um sicherzugehen, dass es sich nicht um einen bösartigen Tumor handelt. Dazu kann zum Beispiel eine Blutuntersuchung zum Einsatz kommen.

Stellt der Arzt dabei erhöhte Spiegel des Tumormarkers CA 125 im Blut fest, kann eine Operation sinnvoll sein, um herauszufinden, ob es sich bei der zystischen Veränderung möglicherweise um Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) handelt.

Wichtiger Hinweis: Der Tumormarker CA 125 kann allerdings auch bei anderen, gutartigen Tumoren am Eierstock sowie bei der Endometriose oder einer Eierstockentzündung erhöht sein!


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