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Eileiterentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis)

Eileiteentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis): Ursachen

Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Eileiterentzündung oder Eierstockentzündung (Adnexitis) hat als Ursachen meist bakterielle Infektionen, seltener spielen Viren eine Rolle. Die Entzündungen werden häufig durch Gonokokken, die Erreger der Gonorrhoe beziehungsweise des Trippers, verursacht. In der Mehrzahl der Fälle liegen jedoch Mischinfektionen vor, insbesondere mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis, das an bis zu 40 Prozent aller Eierstockentzündungen und Eileiterentzündungen beteiligt ist. Weitere Ursachen sind beispielsweise Erreger wie Staphylokokken, Streptokokken, Enterokokken, Mykoplasmen sowie Anaerobier, also Bakterien, die ohne Sauerstoff überleben. Eine Adnexitis durch Mycobacterium tuberculosis im Rahmen einer Tuberkulose ist ebenfalls möglich.

Infektionsweg

Die Erreger von Eileiterentzündungen und Eierstockentzündungen können auf verschiedenen Wegen zu den Eierstöcken und Eileitern (Adnexen) gelangen. Je nach Ursprungsort unterscheidet man eine von der Scheide aufsteigende (aszendierende) Infektion von einer absteigenden (deszendierenden) Infektion. Gelangen die Erreger auf dem Blutweg zu den Adnexen, spricht man von einer hämatogenen Infektion.

Aufsteigende Infektion

Eine aufsteigende (aszendierende) Infektion kommt praktisch nur während der Geschlechtsreife bei sexuell aktiven Frauen vor und beruht darauf, dass Erreger aus der Scheide über die Gebärmutter bis zu den Eileitern aufsteigen. Vorraussetzung für diese Infektion ist, dass die Erreger in der Scheide vorkommen, wie beispielsweise bei einer Scheidenentzündung. Zum anderen müssen Bedingungen vorliegen, die es den Erregern erlauben, die natürlich vorhandenen Barrieren, wie beispielsweise den äußeren und inneren Muttermund, zu überwinden und in die Gebärmutter einzudringen. Zu diesen Faktoren gehören:

  • die monatliche Regelblutung
  • Geburten und Fehlgeburten
  • Eingriffe an der Gebärmutter von der Scheide aus, wie beispielsweise das Einsetzen der Spirale
  • Schleimhautveränderungen am Gebärmutterhals
  • übermäßig gesteigerte Bildung von alkalischem Schleim aus dem Gebärmutterhals
  • Myome oder Polypen, also gutartige Tumoren, im Bereich des Muttermunds und des Gebärmutterhalses

Absteigende Infektion

Von einer deszendierenden Infektion spricht man, wenn die Erreger von entzündeten Nachbarorganen, beispielsweise bei einer Entzündung des Blinddarms (Appendizitis) oder des Dickdarms (Proktitis), auf die Adnexe "herabsteigen". Die geschieht durch den engen räumlichen Kontakt der Organe. Die Entzündung kann von dem einen Organ direkt auf das andere übergreifen. Mediziner verwenden dafür den Begriff per continuitatem. Krankheitserreger können aber auch über den Lymphweg zu den Adnexen gelangen.

In seltenen Fällen kommt es nach Bauchoperationen zur Adnexitits, beispielsweise nach einer Entfernung deswenn der Blinddarms entfernt wurde (Appendektomie). Die Infektion geht aus dem Operationsbereich in der Umgebung der inneren Geschlechtsorgane auf die Adnexe Eileiter und Eierstöcke über. Innere Blutergüsse und durch die Operation bedingte Gewebeschäden begünstigen diesen Infektionsweg.

Hämatogene Infektion

Eine Infektion auf dem Blutweg (hämatogen) ist typisch für eine Adnexitis, die durch Mycobacterium tuberculosis, den Erregern der Tuberkulose, verursacht wird.

Weiterlesen: Eileiteentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis): Symptome

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