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Eileiterentzündung & Eierstockentzündung (Adnexitis): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

Eine Eileiterentzündung oder Eierstockentzündung (Adnexitis) entsteht meist durch bakterielle Infektionen, seltener sind Viren die Ursache. Häufig sind Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae), die auch die Gonorrhoe beziehungsweise einen Tripper verursachen, oder Chlamydien (Chlamydia trachomatis) für die Entzündungen verantwortlich. In den meisten Fällen handelt es sich um Mischinfektionen mit beiden Bakterienarten: Gonokokken und Chlamydien sind allein oder gemeinsam bei rund 60 von 100 Adnexitis-Fällen nachweisbar. Weitere Ursachen sind beispielsweise Erreger wie:

Eine Adnexitis durch Mycobacterium tuberculosis im Rahmen einer Tuberkulose ist ebenfalls möglich.

Ein besonders hohes Risiko, an einer Eileiterentzündung und Eierstockentzündung zu erkranken, haben Frauen, die

  • jünger als 25 Jahre sind,
  • bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr sehr jung waren,
  • Schleimhautveränderungen zwischen Gebärmutterhalskanal und Muttermund aufweisen (sogenannte Zervixektopie),
  • verschiedene Sexualpartner haben und
  • orale Verhütungsmittel wie beispielsweise die Anti-Baby-Pille nutzen.

Infektionsweg

Die Erreger von Eileiterentzündungen und Eierstockentzündungen können auf verschiedenen Wegen zu den Eierstöcken und Eileitern (Adnexen) gelangen. Je nachdem, welchen Ursprungsort sie haben und welchen Weg sie dementsprechend nehmen, unterscheidet man:

  • eine von der Scheide aufsteigende (aszendierende) Infektion,
  • eine absteigende (deszendierenden) Infektion und
  • eine Infektion auf dem Blutweg (sog. hämatogene Infektion).

Aufsteigende Infektion

Bei einer aufsteigenden (aszendierenden) Infektion gelangen die Erreger aus der Scheide über die Gebärmutter bis zu den Eileitern. Voraussetzung für diese Infektion ist dementsprechend, dass die Erreger in der Scheide vorkommen, wie beispielsweise bei einer Scheidenentzündung.

Folgende Faktoren tragen unter anderem dazu bei, dass die Erreger natürliche Barrieren wie den inneren und äußeren Muttermund überwinden und in die Gebärmutter eindringen können:

  • die monatliche Regelblutung,
  • Geburten und Fehlgeburten,
  • Eingriffe an der Gebärmutter von der Scheide aus, wie beispielsweise das Einsetzen der Spirale,
  • Schleimhautveränderungen am Gebärmutterhals,
  • übermäßig gesteigerte Bildung von alkalischem Schleim aus dem Gebärmutterhals sowie
  • Myome oder Polypen, also gutartige Tumoren, im Bereich des Muttermunds und des Gebärmutterhalses.

Die aufsteigende Infektion tritt fast ausschließlich bei geschlechtsreifen, sexuell aktiven Frauen auf.

Absteigende Infektion

Von einer deszendierenden Infektion spricht man, wenn die Erreger von Nachbarorganen auf die Adnexe herabsteigen. Dies kann beispielsweise bei einer Entzündung des Blinddarms (Appendizitis) oder des Dickdarms (Proktitis) passieren: Da die Organe in engem räumlichen Kontakt miteinander liegen, kann die Entzündung direkt von dem einen auf das andere übergreifen. Mediziner verwenden dafür den Begriff per continuitatem. Krankheitserreger können aber auch über den Lymphweg zu den Adnexen gelangen.

In seltenen Fällen kommt es nach Bauchoperationen zu einer Adnexitits, etwa wenn der Blinddarm entfernt wurde (Appendektomie). Die Infektion geht dann – begünstigt durch innere Blutergüsse und OP-bedingte Gewebeschäden – aus dem Operationsbereich auf die Eileiter und Eierstöcke über.

Hämatogene Infektion

Wenn die Infektion der Eileiter und Eierstöcke auf dem Blutweg geschieht, sprechen Ärzte auch von einer hämatogenen Infektion. Diese ist typisch für eine Adnexitis, die durch den Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis verursacht wird.



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