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Eileiterentzündung & Eierstockentzündung (Adnexitis): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

Bei einer Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis) erfolgt die Therapie in erster Linie konservativ mit Medikamenten und unterstützenden Methoden. Operative Verfahren sind nötig, wenn es zu Komplikationen, zum Beispiel Abszessen (verkapselte Eiterherde) im Beckenbereich kommt.

Konservative Therapie

Sobald sich der Verdacht auf eine Eileiter- und Eierstockentzündung bestätigt hat, leitet der behandelnde Arzt eine Antibiotika-Therapie ein. Sie beginnt normalerweise mit einem Breitband-Antibiotikum, also einem gegenüber mehreren Erregern wirksamen Präparat. Sind der auslösende Erreger und mögliche Resistenzen bekannt, wählt der Arzt das am besten wirksame Präparat aus.

Neben Antibiotika verschreibt der Arzt auch sogenannte antiphlogistische Medikamente, die dem Entzündungsprozess entgegenwirken und eine schmerzlindernde (analgetische) Wirkung haben. Dazu gehören beispielsweise die nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Diclofenac.

Die Behandlung dauert in der Regel bis zu 20 Tage und sollte auch nach Abklingen der akuten Beschwerden nicht unterbrochen werden, damit die Adnexitis komplett ausheilen kann und die betroffene Frau nicht ihre Fruchtbarkeit verliert. Außerdem ist eine ausreichende Behandlungsdauer wichtig, damit sich keine Erreger vermehren, die gegen das Antibiotikum resistent sind.

Um Unregelmäßigkeiten der Regelblutung zu behandeln, können Hormonpräparate eingesetzt werden. Bei der akuten Adnexitis ist es sinnvoll, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten – auch nach der Einnahme schmerzlindernder Medikamente. Oftmals ist es bei einer Eierstockentzündung oder Eileiterentzündung (Adnexitis) auch sinnvoll, den Sexualpartner der Betroffenen zu behandeln, damit sie sich nach der Therapie nicht erneut bei ihrem Partner ansteckt.

Unterstützende Therapie

Um die medikamentöse Therapie zu unterstützen, sollten Frauen mit einer Eileiter- und Eierstockentzündung im akuten Stadium  Bettruhe einhalten. Häufig ist es sinnvoll, dass die Patientinnen stationär im Krankenhaus bleiben. Dies gilt insbesondere, wenn:

  • Fieber auftritt,
  • auch das um Eileiter und Eierstöcke liegende Gewebe des Beckens von der Entzündung betroffen ist (sog. Tubovarialabszess),
  • eine Schwangerschaft besteht,
  • die gewählte Therapie nicht innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden anschlägt,
  • die Diagnose nicht völlig eindeutig ist oder
  • die Patientin Unterstützung bei der regelmäßigen Medikamenteneinnahme braucht.

Die Ernährung sollte möglichst wenig belasten. Frauen, die an einer Adnexitis erkrant sind, sollten außerdem darauf achten, Blase und Darm regelmäßig zu entleeren.

Besonders bei Fieber ist es wichtig, dass die Betroffenen viel Flüssigkeit zu sich nehmen – als Getränke oder wenn nötig auch als Infusionen.

Operative Therapie

Eine operative Therapie der Adnexitis ist nötig, wenn Komplikationen auftreten, die sich mit konservativen Maßnahmen nicht behandeln lassen.

Im akuten Stadium

Eine Operation einer Eileiter- und Eierstockentzündung im akuten Stadium wird notwendig, wenn Komplikationen in Form eines sogenannten akuten Abdomens auftreten. Dazu gehören die Bauchfellentzündung (Peritonitis), ein Darmverschluss (Ileus) oder eine begleitende Blinddarmentzündung (Appendizitis). Haben sich Eiteransammlungen (Abszesse) in der Bauchhöhle gebildet, können sie durch eine Punktion beseitigt werden. Ein bevorzugter Ort für Eiteransammlungen ist der sogenannte Douglas-Raum zwischen Gebärmutter und Enddarm. Man spricht dann von einem Douglas-Abszess.

Im chronischen Stadium

Im chronischen Stadium einer Adnexitis kann eine Operation angebracht sein, wenn es immer wieder zu Beschwerden kommt. Dann muss der Arzt eventuell eine oder beide Eileiter, die Eierstöcke sowie die Gebärmutter entfernen.



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