Eileiterentzündung & Eierstockentzündung (Adnexitis): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Mai 2016)

Besteht der Verdacht auf eine Eileiterentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis), beginnt der Arzt die Diagnose in der Regel mit einem ausführlichen Patientengespräch (Anamnese). Dabei geht es unter anderem darum, ob die Patientin generell ein erhöhtes Risiko für Adnexitis aufweist:

  • Ist die Patientin unter 25 Jahren alt?
  • Hat sie häufig wechselnde Geschlechtspartner?
  • Verhütet sie mit der Pille oder hat sie sich gerade eine Spirale einsetzen lassen?

Darauf folgt meist eine gynäkologische Untersuchung. Dabei kann der Arzt feststellen, ob bei der Patientin körperliche Veränderungen vorliegen, die auf eine Adnexitis hinweisen können. Dazu gehören beispielsweise:

Mithilfe eines Schwangerschaftstests kann der Arzt zudem ausschließen, dass die Symptome wie beispielsweise Schmerzen im Unterbauch von einer Eileiterschwangerschaft oder anderen Komplikationen einer Schwangerschaft herrühren.

Um die Erreger nachzuweisen, nimmt der Arzt einen Abstrich vom Gebärmutterhals und lässt ihn unter dem Mikroskop auf Erreger und vermehrte weiße Blutkörperchen (Leukozyten) untersuchen. Außerdem schickt der Gynäkologe Abstrichmaterial in ein Labor zur kulturellen Anzüchtung der Erreger und zur Resistenzbestimmung, um festzustellen, welche Antibiotika gegen die Keime wirksam sind.

Daneben kommen auch Urin- und Blutuntersuchungen zum Einsatz, um sogenannte Entzündungswerte nachzuweisen. Dazu gehören eine beschleunigte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit sowie eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozytose).

Bei Eileiterentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis) setzt der Arzt zur Diagnose auch bildgebende Verfahren ein. Im Ultraschall kann er verdickte Eileiter, Eiteransammlungen an den Eierstöcken oder Abszesse und Flüssigkeit in der Bauchhöhle hinter der Gebärmutter erkennen.

Eine Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) in Narkose ermöglicht eine direkte Beurteilung der Eierstöcke und Eileiter (Adnexe) sowie der benachbarten Organe. Auf diesem Weg kann der Untersucher auch unmittelbar von der Oberfläche der Adnexe Material zum Erregernachweis entnehmen.


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