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Ebola: die Virusinfektion verständlich erklärt

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. Januar 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ebola ist eine lebensbedrohliche Virusinfektion, die zu hohem Fieber führt und Blutungen auslösen kann (sog. hämorrhagisches Fieber). Die Erkrankung trat erstmals Mitte der 1970er Jahre in Zentralafrika in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit.

Das Ebola-Virus wird durch Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen, insbesondere über Blut, aber auch über Speichel oder Sperma. Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome – beträgt 2 bis 21 Tage.

Bricht die Erkrankung aus, beginnt die Körpertemperatur plötzlich zu steigen. Das Fieber ist in der Regel begleitet von:

Dann kommen weitere Symptome hinzu, wie:

In einigen Fällen kommt es dann zu inneren und äußeren Blutungen (medizinisch: Hämorrhagie) – dies hat Ebola und ähnlichen Viruserkrankungen den Namen "hämorrhagisches Fieber" verliehen. Die Betroffenen bluten sichtbar, zum Beispiel an den Schleimhäuten des Mundes oder im Genitalbereich. Nicht sichtbar – aber sehr ernst – sind Blutungen im Inneren des Körpers.

In 50 bis 80 Prozent der Fälle endet Ebola tödlich: Die inneren Blutungen führen dazu, dass lebenswichtige Organe ausfallen (sog. Multiorganversagen).

Medikamente oder Impfungen, die direkt gegen Ebola wirken, gibt es nicht. Man kann daher nur versuchen, die Beschwerden zu lindern und die Blutgerinnungsstörung zu behandeln.

Ebola tritt bislang in Zentral- und Westafrika auf – vorwiegend in diesen Ländern:

  • Republik Kongo
  • Südsudan
  • Gabun
  • Elfenbeinküste
  • Uganda
  • Guinea
  • Liberia
  • Sierra Leone
  • Demokratische Republik Kongo

Ebola-Epidemie 2014/2015
Bereits Ende Dezember 2013 nahm der bisher größte Ebola-Ausbruch in Guinea (Westafrika) seinen Anfang und breitete sich seitdem in die angrenzenden Staaten Liberia, Nigeria und Sierra Leone aus. Durch die immer noch andauernde Epidemie erkrankten bislang über 21.600 Personen an Ebola, über 8.600 starben daran.

Die Fallzahlen der aktuellen Epidemie sind damit deutlich höher als bei früheren Epidemien. Zum Vergleich: Während der größten Epidemien – 1976 im Sudan und Zaire, 1995 und 2007 in der Demokratischen Republik Kongo, 2000 und 2007 in Uganda und 2003 in der Republik Kongo – erkrankten jeweils nur zwischen 150 und 420 Personen. Insgesamt hatte das Virus seit seiner Entdeckung bis zum Jahr 2011 über 2.300 Erkrankungen verursacht. Diese Zahl hat sich inzwischen mit über 21.600 Fällen in relativ kurzer Zeit erhöht.

Ungewöhnlich bei der aktuellen Epidemie ist, dass die Erkrankungsfälle nicht wie sonst eher in Regenwaldnähe auftreten, sondern zum ersten Mal auch in größeren Städten sowie Städten mit Flughäfen.

Da der Ebola-Ausbruch immer noch nicht unter Kontrolle ist und die Gefahr besteht, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet, stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Epidemie am 8.8.2014 als "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" ein. Dies ermöglicht der WHO nun, weltweite Maßnahmen zur Sicherheit und Eindämmung einzuleiten und lokale Sicherheitsmaßnahmen in den betroffenen Ländern zu verstärken.

Angesichts der Ausmaße, die die Ebola-Epidemie annimmt, hält die WHO zudem den Einsatz von Mitteln für vertretbar, für die bislang keine Erfahrung beim Menschen besteht. Ein Impfstoff gegen Ebola, der an Affen getestet wurde, soll bei Ärzten und Pflegepersonal in den betroffenen Gebieten zum Einsatz kommen. Da nur sehr wenig Impfstoff zu Verfügung steht (etwa 1.000 Einzeldosen), sollen vor allem Personen geimpft werden, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Größere Mengen könnten erst innerhalb der nächsten Monate hergestellt werden. Wie gut der Impfstoff wirkt und welche kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen er möglicherweise hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Ein bislang nur im Tierversuch eingesetztes Medikament ("ZMapp") könnte theoretisch gegen Ebola zum Einsatz kommen: Das Medikament enthält Antikörper gegen das Ebola-Virus. Bis jetzt wurden nur sehr wenige Patienten – zum Teil erfolgreich – damit behandelt. Ob die Besserung tatsächlich dem Medikament zuzuschreiben ist, ist nicht sicher. Von diesem experimentellen Medikament gab es jedoch nur sehr geringe Mengen und die Vorräte gelten als erschöpft.

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