Anzeige

Anzeige

Durchblutungsstörungen – wenn der Blutfluss gestört ist

Veröffentlicht von: Till von Bracht (08. August 2016)

© iStock

Durchblutungsstörungen verbinden viele Menschen mit blasser Haut, eingeschlafenen Händen und einem Kribbeln in den Beinen. Was einige jedoch nicht wissen: Auch im Gehirn oder im Herzmuskel sind Durchblutungsstörungen möglich – mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. 

In den meisten Fällen entstehen Durchblutungsstörungen durch verengte oder verstopfte Arterien – zum Beispiel infolge einer Arteriosklerose oder wenn ein mit dem Blutstrom verschleppter Pfropf (sog. Embolus) plötzlich das Blutgefäß verstopft. Die Folge: Die Organe und Gewebe erhalten zu wenig Sauerstoff und andere Nährstoffe, da das Blut nicht mehr ungestört fließen kann. 

Darüber hinaus können noch weitere Ursachen zu einer Durchblutungsstörung führen:

  • Kompression (Abdrücken) eines Gefäßes durch einen Tumor
  • Verletzung (Zerreißung) eines Gefäßes
  • Gefäßentzündung (Vaskulitis)

Lange Zeit werden Durchblutungsstörungen gar nicht bemerkt. Denn erst, wenn die Gefäße nach und nach verengen und die Organe zunehmend schlechter durchblutet werden, kommt es zu spürbaren Symptomen.

 Ob mehr Bewegung oder weniger Rauchen: Viele Faktoren senken das Risiko für eine Durchblutungsstörung. © Jupiterimages/Stockbyte

Ob mehr Bewegung oder weniger Rauchen: Viele Faktoren senken das Risiko für eine Durchblutungsstörung.

Eine Durchblutungsstörung kann entweder

  • plötzlich (akut) auftreten
  • oder auch sehr langsam (chronisch) verlaufen. 

Welche Symptome genau auftreten, hängt vor allem davon ab, welche Organe von den Durchblutungsstörungen betroffen sind. Besonders häufig kommen Durchblututungsstörungen an den Armen oder Beinen (evtl. nur Hände bzw. Finger oder Zehen) vor – aber auch im Gehirn, Darm, Herzmuskel oder anderen Organen wie den Nieren kann die Durchblutung gestört sein. 

Entsprechend können Durchblutungsstörungen unterschiedliche Symptome hervorrufen. Häufig treten in Bereichen, in denen die Durchblutung gestört ist, Schmerzen auf.

Ein typisches Beispiel dafür ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), im Volksmund häufig auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine chronische Durchblutungsstörung der Beine (selten in den Armen) als Folge einer Arterienverkalkung. Die Betroffenen können dann nur noch kurze Wegstrecken zurücklegen, ohne vor Schmerzen innehalten zu müssen. 

Ein weiteres typisches Beispiel für eine Durchblutungsstörung ist die koronare Herzkrankheit (KHK): Hierbei führen verengte Herzkranzgefäße dazu, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Betroffene verspüren dann in der Regel Schmerzen in der Brust (sog. Angina-pectoris-Symptome), haben Atemprobleme und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit.

Im schlimmsten Fall können Durchblutungsstörungen sogar dazu führen, dass Organe oder Gliedmaßen absterben. Dies ist zum Beispiel im letzten Stadium der periphere arterielle Verschlusskrankheit der Fall – umgangssprachlich auch als sogenanntes Raucherbein bekannt.

Das Risiko für Durchblutungsstörungen steigt mit zunehmendem Alter, aber auch durch eine ungesunde Lebensweise. Der Grund: Durch beides verlieren die Gefäße an Elastizität und können sich verengen. Die gute Nachricht: Jeder kann selbst eine Menge tun, um vorzubeugen.

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Durchblutungsstörungen – dazu zählen etwa

Damit Durchblutungsstörungen gar nicht erst auftreten beziehungsweise nicht weiter fortschreiten, sollten Sie sich daher regelmäßig bewegen, aufs Rauchen verzichten und auf eine gesunde Ernährung achten. 

Die Behandlung richtet sich danach, welche Ursachen hinter den Durchblutungsstörungen stecken, welche Organe betroffen sind und welche Symptome auftreten. Grundsätzlich muss man dabei zwischen akuten Beschwerden, die einen medizinischen Notfall darstellen können (Schlaganfall, Herzinfarkt, akuter Verschluss der Beinarterie), und länger bestehenden Durchblutungsstörungen unterscheiden.

Wenn zum Beispiel ein Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel "verstopft" ist, können bestimmte blutverdünnende Medikamente zum Einsatz kommen, die die Blockade auflösen. Sind etwa mehrere Herzkranzgefäße eingeengt beziehungsweise verschlossen, kann auch eine Bypass-Operation nötig sein.

Durchblutungsstörungen im Gehirn

Wenn das Gehirn längere Zeit nicht mehr richtig durchblutet wird und dadurch zu wenig Sauerstoff bekommt, spricht man von einem Schlaganfall. Die häufigste Ursache für eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn ist ein Blutgerinnsel, das eines der feinen Blutgefäße im Gehirn verstopft. In der Folge sterben die betroffenen Nervenzellen ab, was zu Sprachstörungen, Schwindel bis hin zur kompletten Lähmung einer Gesichts- oder Körperhälfte (sog. Hemiplegie) führen kann.

Bei einer kurzfristigen Durchblutungsstörung des Gehirns klingen diese Beschwerden meist innerhalb von wenigen Minuten (spätestens aber innerhalb von 24 Stunden) ohne Folgen wieder ab. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten transitorischen ischämischen Attacke, kurz TIA. Diese kurzfristigen Durchblutungsstörung des Gehirns gelten als Warnzeichen für einen Schlaganfall und sollten immer ärztlich abgeklärt werden: Etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten mit TIA erleiden in den nächsten fünf Jahren einen "richtigen" Schlaganfall. 

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige