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Distorsion (Verstauchung): Überdehnung des Gelenks

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. März 2016)

© iStock

Bei einer Distorsion (Verstauchung) handelt es sich um eine Verletzung der Bänder oder Gelenkkapsel, die entsteht, wenn das Gelenk über sein natürliches Maß hinaus bewegt wird. Eine Distorsion kommt vor allem im Sport vor, wenn der Sportler durch schnelle oder unnatürliche Bewegungen mit dem Fuß umknickt oder sein Knie verdreht

Die Ursache für eine Distorsion ist also immer eine Überdehnung eines Gelenks.  Die Folge: Ein verstauchtes Gelenk ist zwar noch belastbar, schmerzt aber und ist in seiner Funktionsfähigkeit meist stark eingeschränkt. Außerdem schwillt das Gelenk auffallend an und es kann sich ein Bluterguss (Hämatom) bilden.

Besonders oft tritt eine Distorsion in den Sportarten auf, in denen die Sportler schnell ihre Richtung wechseln oder ständig beschleunigen und abbremsen – etwa beim Tennis. Durch Umknicken entsteht dabei meist eine Verstauchung des oberen Sprunggelenks: Umgangssprachlich sagt man, der Sportler habe sich den "Fuß verstaucht" – Mediziner bezeichnen die Verletzung als OSG-Distorsion.

Aber auch die Verstauchung des Handgelenks (z.B. durch Stürze) oder eine Distorsion des Kniegelenks (durch Verdrehung) kommen häufig vor – zum Beispiel, wenn ein Fußballspieler mit seinem Fußballschuh im Rasen hängenbleibt und dabei sein Knie verdreht. 

Die Halswirbelsäule kann ebenfalls von einer Verstauchung betroffen sein – zum Beispiel, wenn der Kopf durch einen Autounfall ruckartig nach vorne oder nach hinten geschleudert wird. Dann ist auch von einem Schleudertrauma beziehungsweise einer HWS-Distorsion die Rede.

Ein Mann hält sich das schmerzende Handgelenk. © Jupiterimages/iStockphoto

Treten nach einem unglücklichen Sturz auf die Hand Schmerzen auf, kann es sich um eine einfache Verstauchung beziehungsweise Distorsion des Handgelenks handeln.

Häufig treten Distorsionen im Rahmen von Kombinationsverletzungen auf – es können also gleichzeitig mehrere Strukturen (wie Muskeln, Sehnen, Gelenke, Knochen) verletzt sein. Das Ausmaß der Verstauchung lässt sich auf den ersten Blick oft nicht klar erkennen – die Bänder können zum Beispiel lediglich überdehnt oder teilweise gerissen sein. 

Die Beschwerden und eine körperliche Untersuchung reichen aber oft nicht aus, um eine einfache Verstauchung von einer ernsthaften Verletzung zu unterscheiden. Daher kommen bei Verdacht auf eine Distorsion zur Diagnose Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz, um mögliche Begleitverletzungen auszuschließen.

Nur wenn die Verletzung über eine einfache Distorsion hinausgeht und das Gelenk instabil ist, kommt eine Operation in Betracht, um den Kapsel-Band-Apparat wiederherzustellen. Bei einer einfachen Verstauchung reicht es aus, das Gelenk nach der PECH-Regel zu behandeln. 

Dabei ist es wichtig, die Verstauchung schnell zu behandeln. Die Erstversorgung der Distorsion folgt der sogenannten PECH-Regel ̵ dabei steht:

  • P für Pause (d.h. das Gelenk schonen)
  • E für Eis (d.h. das Gelenk kühlen)
  • C für Compression (d.h. einen Kompressionsverband anlegen)
  • H für Hochlagern

Die weitere Behandlung der Distorsion besteht darin, das betroffene Gelenk ein bis zwei Wochen lang zu stabilisieren. In der Regel verlaufen Verstauchungen unkompliziert – spätestens drei Monate nach der Verletzung ist in der Regel die vollständige Sporttauglichkeit wiederhergestellt.



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