Distorsion (Verstauchung): Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. März 2016)

Die Behandlung einer Distorsion (Verstauchung) hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel

  • dem Ausmaß Ihrer Verletzung,
  • Ihrer Aktivität (Leistungssportler?)
  • beziehungsweise Ihrem Alter.

In der Regel ist es aber möglich, eine Verstauchung ohne Operation erfolgreich zu behandeln – sofern die knöchernen Gelenkanteile des verstauchten Gelenks nicht verletzt sind.

Bei einer reinen Distorsion reichen zur Therapie konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen. Die Behandlung besteht darin,

  • das verstauchte Gelenk am ersten Tag nach der Verletzung weiter zu kühlen
  • ein bis zwei Wochen lang zu stabilisieren (und somit zu schonen)
  • und es hoch zu lagern.

Bei einer einfachen Dehnung des Kapsel-Band-Apparats mit geringen Beschwerden reicht ein Verband mit elastischen Binden oder ein Tape-Verband aus. Geht die Distorsion mit einer Zerrung einher, ist zur Therapie eine Ruhigstellung mit einer Schiene ratsam, die Gelenkbewegungen nicht völlig verhindert, sondern das Gelenk nur stabilisiert.

Sobald das verstauchte Gelenk abgeschwollen ist, besteht die Möglichkeit, die Schiene durch einen Tape-Verband zu ersetzen. Durch eine abschwellende und kühlende Salbe (Sportsalbe) können Sie die Heilung der Verstauchung beschleunigen.

Nicht selten ist bei einer Distorsion aber eine umfassendere Therapie nötig, denn: Als typische Sportverletzung tritt die Verstauchung oft im Rahmen einer Kombinationsverletzung auf, bei der gleichzeitig mehrere Strukturen (wie Muskeln, Sehnen, Gelenke, Knochen) verletzt sind.

Wenn also Ihre Verletzung über eine einfache Verstauchung hinausgeht und das Gelenk instabil ist, reichen zur Behandlung konservative Maßnahmen womöglich nicht aus. Dann ist eine Operation nötig, um den Kapsel-Band-Apparat wiederherzustellen. Vor allem bei jüngeren und aktiven Leistungssportlern kommt eine Operation oft infrage. In jedem Fall ist es empfehlenswert, das Gelenk bei einer Instabilität vier bis sechs Wochen lang ruhig zu stellen.

Rehabilitation

Bei einer Distorsion folgt im Anschluss an die Therapie die Phase der Rehabilitation: Nach der Schonzeit können Sie Ihr verstauchtes Gelenk allmählich wieder belasten. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Belastung zunächst gering halten und dann abhängig von eventuellen Schmerzen vorsichtig steigern. Außerdem ist es nach einer Verstauchung es ratsam, für eine Dauer von vier bis sechs Monaten vor allem beim Sport einen geeigneten Gelenkschutz zu tragen – beispielsweise einen Tape-Verband. Wenn die Verstauchung abgeheilt ist, sollten Sie die Muskulatur unbedingt vor der ersten sportlichen Betätigung wieder so weit aufbauen, dass eine ausreichende Stabilität des Gelenks gewährleistet ist.

Verstauchung: Was tun?

Bei einer Distorsion ist eine schnelle Behandlung wichtig. Zur Erstversorgung können Sie nach der sogenannten PECH-Regel vorgehen:

  • P wie Pause: Um weitere Schäden zu vermeiden, ist es ratsam, dass Sie bei einer Verstauchung die sportliche Betätigung sofort einstellen und das betroffene Bein, den Fuß oder den Arm ruhig stellen.
  • E wie Eis: Kühlen Sie das betroffene Gelenk sofort nach dem Unfall mit Eisbeuteln, kalten Umschlägen, Kältekompressen oder Kältespray, um zu verhindern, dass es durch einen (Hämatom) anschwillt. Diese Kühlung sorgt dafür, dass die verletzte Stelle weniger durchblutet ist. Außerdem mindert sie das Ausmaß einer Schwellung deutlich und lindert dadurch den Schmerz.
  • C wie Compression: Eine weitere sehr wirksame Maßnahme – zusätzlich zur Kühlung – besteht darin, mit einem elastischen, breitflächigen Kompressionsverband einen dosierten Druck auf die betroffene Region auszuüben. Dies verhindert, dass Blut in das Gewebe fließt und eine weitere Schwellung entsteht. Zudem stabilisiert und schont der unterstützende Verband das verstauchte Gelenk.
  • H wie Hochlagerung: Eine weitere Schwellung und Einblutung in das Gewebe können Sie auch dadurch unterbinden, dass Sie die von der Distorsion betroffene Extremität hoch lagern. Da auch unser Kreislaufsystem der Schwerkraft unterliegt, fließt durch eine möglichst hoch gelagerte Extremität weniger Blut in die Weichteile um die verletzte Region – dafür strömt umso mehr Blut zurück. Um das Bein oder den Arm hoch zu lagern, sind alle möglichen Gegenstände geeignet. Wenn nichts Passendes zu finden ist, kann einer der Anwesenden die verstauchte Extremität nach oben halten. Allerdings ist es wichtig, diese dabei möglichst wenig zu bewegen.

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