Distorsion (Verstauchung): Was ist das eigentlich?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. März 2016)

Eine Distorsion oder Verstauchung ist eine Gelenkverletzung, die entsteht, wenn der normale Bewegungsspielraum des Gelenks durch Umknicken oder Verdrehen (lat. distortio = Verdrehung) überschritten ist: Die ursächliche Krafteinwirkung hebelt die Gelenkflächen einen Moment lang aus ihrer normalen Position, ohne sie vollständig auszurenken. 

Dabei kommt es zu einer Überdehnung oder Zerrung der Gelenkkapsel und/oder Bänder und Muskeln, die das Gelenk umgeben. Auch kleine Gewebseinrisse können bei Verstauchungen auftreten.

Ein verstauchtes Gelenk bleibt jedoch weiterhin stabil: Mit Ende der Krafteinwirkung kehren die Gelenkflächen wieder in ihr Gelenklager zurück.

Der Begriff Distorsion ist gleichbedeutend für Dehnungen und Zerrungen im Kapsel- und Bandapparat eines Gelenks und beschreibt eigentlich einen Unfallmechanismus: So entstehen zum Beispiel gerissene Bänder im oberen Sprunggelenk (OSG) durch dessen Distorsion oder ist das Schleudertrauma die Folge einer Verdrehung der Halswirbelsäule (HWS-Distorsion).

Die Verstauchung ist ein typischer Verletzungsmechanismus beim Sport. Eine solche Sportverletzung ist oft eine sogenannte Kombinationsverletzung, bei der gleichzeitig mehrere Strukturen (wie Muskeln, Sehnen oder Gelenke) betroffen sind.

Häufigkeit

Die Distorsion (Verstauchung) gehört zu den mit großer Häufigkeit auftretenden Sportverletzungen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Verstauchung im Sprunggelenk (Verbindung zwischen Fuß und Unterschenkel); oft betrifft die Distorsion auch das Knie oder das Handgelenk.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst