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Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung)
Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung)Entstehung von TeilidentitätenStand: 30. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Die für eine dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung) verantwortlichen Traumatisierungen in der Kindheit sind die Ursachen für die Entstehung von Teilidentitäten: Als eine Art Schutzmechanismus entwickelt sich ein System von Teilidentitäten, die alle ihre Aufgaben haben. So entstehen zum Beispiel Helferpersönlichkeiten, welche die Rolle des Beschützers für die Betroffenen übernehmen, indem sie Situationen vermeiden, in denen ein Missbrauch stattfinden könnte. Andere Teilpersönlichkeiten sorgen beispielsweise dafür, dass die Betroffenen mit den Anforderungen in der Schule zurechtkommen. Die Aufspaltung ist ein fortschreitender Prozess: Empfinden die Betroffenen die Dissoziation als Erleichterung, gelingt die Aufspaltung bei späteren Traumatisierungen immer leichter. Innerhalb einer Situation können dann mehrere Teilidentitäten abwechselnd zum Vorschein kommen, um so das Leiden zu verteilen. Dieser unbewusst angewendete Schutzmechanismus dient dazu, das zugefügte Leiden psychisch überleben zu können. Im Erwachsenenalter stellt diese Überlebensstrategie aber zunehmend eine Belastung für die Betroffenen dar, da die multiple Persönlichkeit bei der Bewältigung des Alltags hinderlich ist. Grundvoraussetzung dafür, dass sich Teilidentitäten abspalten können und somit eine dissoziative Identitätsstörung entsteht, ist die psychobiologische Fähigkeit zur Dissoziation. Diese ist vor allem bei Kindern stark ausgeprägt: In besonders bedrohlichen Situationen ist die Informationsweiterleitung im Gehirn teilweise blockiert. Zum Schutz der Betroffenen arbeiten einige Hirnregionen nicht weiter – dies schützt auch vor Erinnerungen an die belastende Situation. Dieser Schutzmechanismus funktioniert aber nicht vollständig, sodass später auch scheinbar neutrale Reize (z.B. die gleiche Tapete wie im Kinderzimmer) einschießende Gedanken hervorrufen können, die an die belastenden Erlebnisse erinnern. Die Dissoziation löst im System der Teilpersönlichkeiten bei vielen Betroffenen einen großen inneren Druck aus. Hierin liegen die Ursachen dafür, dass eine multiple Persönlichkeit häufig selbstverletzendes Verhalten zeigt: Dies soll den Druck abbauen und den Kontakt zur Realität wiederherstellen. Weiterlesen: Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung): Symptome Das könnte Sie auch interessieren
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