Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeits­störung): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. April 2016)

Da die dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung) mit einer Vielzahl von Begleiterscheinungen verbunden ist, gelingt es häufig erst spät, sie zu diagnostizieren: Vom Auftreten der ersten Symptome bis hin zur zutreffenden Diagnose vergehen im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre.

Viele multiple Persönlichkeiten unterziehen sich zunächst einer erfolglosen Behandlung (z.B. wegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie oder Depression), bevor man sie richtig diagnostiziert. Oft scheut sich eine multiple Persönlichkeit auch, von ihren Gedächtnislücken und merkwürdigen Begebenheiten – zum Beispiel unbekannten Kleidern im Schrank – zu erzählen, die einen wichtigen Hinweis auf eine dissoziative Identitätsstörung darstellen.

Um die dissoziative Identitätsstörung zu erfassen, können ein Fragebogen zu dissoziativen Symptomen und ein Interviewleitfaden hilfreich sein. Nur wenn folgende Symptome vorliegen, kommt diagnostisch eine multiple Persönlichkeitsstörung in Betracht:

  • Es bestehen zwei oder mehr unterscheidbare Identitätszustände, von denen mindestens zwei wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Betroffenen übernehmen.
  • Es liegt eine umfassende Unfähigkeit vor, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern. Diese Beeinträchtigungen sind nicht durch einen Substanzmissbrauch oder eine körperliche Erkrankung zu erklären.

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