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Diabetes insipidus (Wasserharnruhr)

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (19. Oktober 2012)

Beim Diabetes insipidus (Wasserharnruhr) ist der Wasserhaushalt des Körpers gestört, da die Nieren vermehrt Wasser ausscheiden. Die Folgen hiervon sind starker Harndrang und großer Durst, weshalb die Betroffenen entsprechend viel trinken.

Bei gesunden Menschen ist die Menge des ausgeschiedenen Urins davon abhängig, wie viel Flüssigkeit sie zu sich nehmen. Dabei ist ein bestimmtes Hormon für die Steuerung der Flüssigkeitsausscheidung der Nieren verantwortlich: Vasopressin, auch als antidiuretisches Hormon (ADH) bezeichnet. Vasopressin sorgt in den Nieren für die Wiederaufnahme (sog. Rückresorption) von Wasser in den Körper und so für eine Harnkonzentration. Bei Menschen mit Diabetes insipidus sind die Nieren jedoch nicht in der Lage, den Harn durch Wasserentzug zu konzentrieren. Der Körper scheidet daher sehr große Mengen Urin aus, der typischerweise stark verdünnt ist. Je nachdem, warum dies so ist, unterscheidet man zwei Formen von Wasserharnruhr:

  • Beim Diabetes insipidus centralis ist die Herstellung von ADH in der Hypophyse des Gehirns gestört, es liegt also ein Hormonmangel vor.
  • Beim selteneren Diabetes insipidus renalis sind die Gründe für die Erkrankung in den Nieren selbst zu finden (daher auch nephrogener Diabetes insipidus genannt: griech. nephros = Niere): Das Hormon ADH ist zwar vorhanden, doch die Nieren sprechen nicht darauf an.

Beide Formen von Diabetes insipidus können verschiedene Ursachen haben. Dabei entsteht eine Wasserharnruhr meist im Lauf des Lebens; nur wenige Fälle sind erblich bedingt. Neben Harndrang, Durst und Urinausscheidung äußert sich ein Diabetes insipidus durch weitere Symptome wie Schlafstörungen, Gereiztheit, Krämpfe, trockene Haut oder Verstopfung.

Bei Verdacht auf einen Diabetes insipidus umfasst die Diagnostik vor allem die längerfristige Protokollierung von Trink- und Urinmenge über mindestens zwei Tage und einen sogenannten Durstversuch (dies ist ein Wasserentzugs-Test unter ärztlicher Aufsicht). Die gegen den Diabetes insipidus eingesetzte Therapie hängt von der Ursache der Störung ab: Beim Diabetes insipidus centralis ist es nötig, den Hormonmangel zu beheben, indem man zum Beispiel dem Körper das fehlende Hormon zuführt – dies erfolgt meist in Form von Nasentropfen oder -sprays. Mithilfe geeigneter Medikamente können die Betroffenen in der Regel ein normales Leben führen. Beim Diabetes insipidus renalis kann die Behandlung in harntreibenden Mitteln zur Steigerung der Natrium-Ausscheidung über die Niere sowie in einer salz- und eiweißarmen Diät bestehen.






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