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Diabetes insipidus (Wasserharnruhr)

Diabetes insipidus (Wasserharnruhr): Ursachen

Stand: 24. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die bei Diabetes insipidus (Wasserharnruhr) unzureichende Harnkonzentration in den Nieren durch Wiederaufnahme von Wasser kann zwei verschiedene Ursachen haben:

  1. Entweder es besteht ein Mangel an im Gehirn (genauer: im Hypophysenhinterlappen) gebildeten, für die Steuerung der Flüssigkeitsausscheidung verantwortlichen Hormon Vasopressin, auch als antidiuretisches Hormon (ADH) bezeichnet – dann liegt eine zentral bedingte Wasserharnruhr beziehungsweise ein Diabetes insipidus centralis vor.
  2. Oder die Ursache für die übermäßige Urinausscheidung ist eine mangelhafte Verarbeitung dieses Hormons durch die Nieren – dann handelt es sich um eine renale (nierenbedingte) Wasserharnruhr beziehungsweise einen Diabetes insipidus renalis.

Für beide Formen von Diabetes insipidus kommen verschiedene Ursachen infrage. Allgemein entsteht eine Wasserharnruhr meist im Lauf des Lebens; nur etwa ein Prozent der Fälle ist er erblich bedingt.

Mögliche Auslöser des Diabetes insipidus centralis sind Tumoren, Operationen wie beispielsweise die Entfernung der Hypophyse, entzündliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen sowie Gehirnverletzungen beziehungsweise -blutungen. Zudem kann ein Diabetes insipidus centralis seine Ursachen in Erkrankungen des Hypothalamus haben – dem Zentrum im Gehirn, das die Funktion der Hypophyse steuert. Gelegentlich können auch Systemerkrankungen wie die Sarkoidose, die Tuberkulose oder sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis eine zentral bedingte Wasserharnruhr verursachen.

Für den Diabetes insipidus renalis kommen Vergiftungen, Medikamente, Schwangerschaft, chronische Nierenerkrankungen wie Niereninsuffizienz, Zystennieren oder Nierenbeckenentzündung als Ursachen infrage. Außerdem können für die nierenbedingte Wasserharnruhr Blutveränderungen wie ein geringer Eiweißanteil, erhöhte Kalziumwerte oder verminderte Kaliumwerte verantwortlich sein. Häufigste Ursachen für den renalen Diabetes insipidus im Erwachsenenalter sind Hyperkalzämie und die dauerhafte Einnahme von Lithium (z.B. zur Therapie einer affektiven Störung). Bei Kindern ist eine nierenbedingte Wasserharnruhr dagegen meist erblich.

In zwei Dritteln der Fälle sind die Ursachen der Wasserharnruhr unbekannt. In dem Fall liegt ein sogenannter idiopathischer Diabetes insipidus vor (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Weiterlesen: Diabetes insipidus (Wasserharnruhr): Symptome

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