Diabetes insipidus: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juli 2014)

Bei Verdacht auf einen Diabetes insipidus wird der Arzt zunächst die Trink- und Urinmenge sowie die Natriumkonzentration im Blut überprüfen: Dazu ist es notwendig, über mindestens zwei Tage hinweg die tägliche Menge aufgenommener Flüssigkeit und ausgeschiedenen Urins sowie zweimal täglich die Natriumwerte zu bestimmen.

Vor den Untersuchungen muss der Patient alle Medikamente absetzen, die harntreibend oder -hemmend wirken. Liegt die gemessene Urinmenge unter 2,5 Liter pro 24 Stunden, spricht das Ergebnis gegen einen Diabetes insipidus. Bei erhöhter Ausscheidung sind zunächst andere Ursachen wie beispielsweise ein Diabetes mellitus auszuschließen.

Um die Diabetes-insipidus-Diagnose zu sichern und auszuschließen, dass der gesteigerte Durst (Polydipsie) nicht psychogen (d.h. nicht durch psychische Erkrankungen entstanden) ist, eignet sich ein sogenannter Durstversuch: Dieser Test findet in der Regel stationär unter Aufsicht eines Facharztes für Endokrinologie statt. Der Test besteht in einer zwölfstündigen Durstperiode, während der eine mehrfache Kontrolle von Gewicht, Urinproduktion und Blutelektrolytwerten (Natrium) erfolgt.

Um herauszufinden, welche Form von Diabetes insipidus vorliegt – ob also ein Mangel am Hormon Vasopressin (antidiuretisches Hormon, ADH) besteht (sog. Diabetes insipidus centralis) oder ob die Störung nierenbedingt ist (sog. Diabetes insipidus renalis) –, reicht eine einfache Diagnostik: Der Arzt verabreicht Vasopressin – dann heißt es abwarten, ob sich dadurch Veränderungen ergeben. Bei einem Diabetes insipidus centralis steigt die Harnkonzentrationsfähigkeit durch die Zufuhr dieses Hormons an; beim Diabetes insipidus renalis führt die Hormongabe hingegen zu keinem nennenswerten Anstieg.

Um die geeignete Behandlung des Diabetes insipidus bestimmen zu können, ist es außerdem wichtig, die Erkrankungsursache zu klären: So ist zum Beispiel beim zentralen Diabetes insipidus eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Zwischenhirnregion empfehlenswert, um dort nach Tumoren zu suchen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst