Startseite > Krankheiten > Diabetes > Vorbeugen mit Sport > Welcher Sport ist für Typ-2-Diabetiker sinnvoll?
Stand: 28. Januar 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Experten empfehlen für Typ-2-Diabetiker zwei Formen des Trainings: Ausdauertraining und Krafttraining. Beide Trainingsarten zeigen bei Studien gute Erfolge. Sie erhöhen die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin deutlich und senken den Blutzuckerspiegel ab – solange die Betroffenen bestimmte Empfehlungen einhalten:
Insbesondere Ausdauersportarten wie Schwimmen und Nordic Walking eignen sich sehr gut, um den Blutzucker zu senken. Denn wer zum Beispiel schwimmt, bringt viele Muskeln des Körpers in Bewegung, die zur Energiegewinnung Zucker aus dem Blut aufnehmen müssen. Die Folge: Die Empfindlichkeit der Muskeln gegenüber dem Inulin steigt. Diese Sportarten belasten die Gelenke zudem wenig. Das ist auch beim Radfahren der Fall. Die Vorteile dieser Sportarten sollten alle nutzen, die ein paar Pfunde zu viel mit sich herumtragen und ihre Gelenke schonen möchten.
Sie sollten sich für das Ausdauertraining mindestens zweieinhalb Stunden in der Woche Zeit nehmen. Günstiger sind sogar fünf Stunden. Das entspricht einem täglichen Spaziergang von etwa 45 Minuten. Dabei gilt das Motto: "Laufen ohne zu Schnaufen". Führen Sie Ihren Körper nicht an die Belastungsgrenze. Laufen oder gehen Sie stattdessen so, dass Sie sich noch unterhalten können. Und verteilen Sie Ihr Training auf mehrere Tage: Trainieren Sie lieber fünf Mal pro Woche eine halbe Stunde, als einmal in der Woche zweieinhalb Stunden.
Auch Krafttraining trägt dazu bei, Ihren Blutzuckerspiegel zu senken. Hierfür eignen sich Sportarten wie Rudern oder Kampfsport. Auch das Training an Fitnessgeräten wie Rudergerät, Crosstrainer oder Kraftstationen verbessert den Zuckerstoffwechsel und bringt ganz nebenbei die Muskeln zum Wachsen.
Beim Krafttraining gilt für Diabetiker die Devise: Weniger ist mehr. Wählen Sie zum Beispiel beim Training mit Hanteln nur solche Gewichte, die Sie locker acht bis zehn Mal stemmen können – und dies dreimal hintereinander. Achten Sie beim Krafttraining darauf, Ihren gesamten Körper zu trainieren – also die Muskeln der Arme, des Rumpfes und der Beine.
Auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes besteht beim Sport die Gefahr einer Unterzuckerung oder einer Übersäuerung des Bluts (sog. Ketoazidose). Deswegen gelten für Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen, beim Sport die gleichen Regeln wie für Typ-1-Diabetiker.
Falls Sie Medikamente einnehmen, die den Blutzucker senken, beispielsweise Metformin, empfiehlt es sich, vor dem Training eine zusätzliche Broteinheit Kohlenhydrate zu sich nehmen. Als Faustregel gilt: Pro halbe Stunde Bewegung ein bis zwei Broteinheiten mehr.
Auch bei den sogenannten Sylfonylharnstoffen gilt es, einige Regeln zu beachten: Je größer die Trainingsbelastung ist, desto geringer ist die erforderliche Wirkstoffdosis. Je nach Trainingsintensität können Sie deswegen die Dosis vor Ihrem Training verringern oder sogar eine Tablette ganz weglassen. Sprechen Sie sich diesbezüglich vorab unbedingt mit Ihrem Arzt ab.
Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich sportmedizinisch untersuchen und Ihre Belastbarkeit testen, bevor Sie mit einem Sportprogramm beginnen. Denn Diabetes vom Typ 2 kann mit Begleiterkrankungen an Herz und Kreislauf einhergehen, die beim Sporttreiben beachtet werden müssen. Außerdem können Sie mit Ihrem Arzt über die Einstellung des Insulins oder der Medikamente sprechen. Er kann Ihnen in der Regel auch spezielle Sportgruppen für Typ-2-Diabetiker empfehlen oder Sie über Arzt-Patienten-Seminare informieren. Bei solchen Veranstaltungen erhalten Sie konkrete Informationen über Ihre Erkrankung und die Gefahren bei körperlicher Aktivität.
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