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Stand: 28. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) sind zur Therapie chirurgische Maßnahmen gegen das starke Übergewicht in Betracht zu ziehen, wenn alle anderen Behandlungsmethoden fehlgeschlagen sind und
Eine Obergrenze hinsichtlich des Lebensalters gibt es für die operative Therapie nicht. Allerdings erfolgt eine Operation zur Adipositas-Behandlung bei Jugendlichen unter 18 Jahren nur in absoluten Ausnahmefällen.
Häufigstes Operationsverfahren ist die Magenverkleinerung, zum Beispiel durch ein anpassbares Magenband. Diese Verkleinerung bewirkt, dass Sie im Anschluss an die Operation nur noch kleine Nahrungsportionen zu sich nehmen können. Bei extrem hohen Übergewicht (BMI über 55 kg/m2) besteht zusätzlich zur Verkleinerung des Magens die Möglichkeit, den Dünndarm zu verkürzen (Magenbypass). Dies führt zu einer Verkürzung der Strecke, auf der der Körper Nahrungsbestandteile aufnehmen (resorbieren) kann. Der Anteil der Nahrung, die der Körper verwerten kann, verringert sich so.
Neben dem Operationsrisiko ist dabei zu bedenken, dass sich die hiermit verbundene Veränderung der Verdauungsabläufe in vielen Fällen nicht mehr rückgängig machen lässt, woraus zum Teil erhebliche Langzeitwirkungen entstehen. Unter anderem kann die operative Adipositas-Therapie durch Magenverkleinerung oder -bypass folgende Störungen auslösen: Störungen der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, Fett und Eiweiß, Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, Durchfälle, Fettstühle, Gallensteine und erhöhte Aufnahme von Oxalat mit erhöhtem Risiko für Nierensteine. Aus diesem Grund sind die Eingriffe nur im Ausnahmefall zu empfehlen.
Die operative Fettabsaugung (Liposuktion) ist als Maßnahme zur langfristigen Therapie der Adipositas nicht zu empfehlen. Durch sie ist lediglich eine räumliche Verringerung der Fettmenge möglich.
Jede operative Therapie der Adipositas erfordert eine konsequente Nachbehandlung über meist mehrere Jahre, um einen Langzeiterfolg zu gewährleisten und Komplikationen rechtzeitig erkennen oder verhindern zu können.
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