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Stand: 28. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn Sie Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) – also einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 haben – und sich Ihr Übergewicht mit einer Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie nicht ausreichend senken lässt, können bei Ihrer Therapie zusätzlich gewichtsreduzierende Medikamente zum Einsatz kommen. Diese medikamentöse Therapie ist nur dann über einen längeren Zeitraum zu empfehlen, wenn innerhalb der ersten vier Wochen eine Gewichtsabnahme von mindestens zwei Kilogramm gelingt.
Das bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) für die medikamentöse Therapie zugelassene Mittel Orlistat hemmt das Enzym Lipase im Darm, das für die Spaltung von Fetten (sog. Triglyzeriden) verantwortlich ist. Ohne diese Spaltung kann Ihr Körper Triglyzeride nicht aufnehmen und verwerten. Die Einnahme von Orlistat reduziert die Aufnahme von Fett um etwa 30 Prozent. Dieser Reduktionswert ist erwünscht, da es lebensnotwendig ist, eine gewisse Menge Fett aufzunehmen. Das Medikament ermöglicht eine zusätzliche Gewichtssenkung von insgesamt etwa drei bis vier Kilogramm und ist somit kein Ersatz für eine langfristige Ernährungs- und Bewegungstherapie.
Häufige Nebenwirkungen von Orlistat sind weiche Stühle, gesteigerter Stuhldrang, Blähungen und Fettstühle. Bei etwa 5 bis 15 Prozent der Menschen, die das Mittel einnehmen, vermindert sich die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wie Vitamin A und K. Grundsätzlich ist eine länger als zwei Jahre dauernde medikamentöse Therapie von Adipositas oder Übergewicht mit Orlistat nicht ratsam, da keine Erfahrungen hinsichtlich längerfristiger Nebenwirkungen bestehen.
Auf dem Markt sind zwar unzählige Appetitzügler verfügbar, die das Körpergewicht angeblich schnell und zuverlässig reduzieren, gegen Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht ist eine medikamentöse Therapie durch Appetitzügler jedoch nicht ratsam: Bei ihrer Anwendung zeigen sich zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen, sodass das Bundesinstitut für Arzneimittelrecht und Medizinprodukte verschiedene Mittel bereits verboten hat. Die Wirksamkeit der Appetitzügler beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip des Magenfüllers: Die Flüssigkeit im Magen schwemmt die eingenommene Kapsel ähnlich einem Schwamm auf. Der Magen füllt sich auf diese Weise, sodass sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Die Wirksamkeit dieser Schlankheitsmittel ist jedoch in vielen Fällen umstritten.
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