Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – wenn der Blutzucker zu hoch ist

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. September 2017)

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Diabetes mellitus (auch Zuckerkrankheit genannt) macht sich anfangs kaum durch Beschwerden bemerkbar. Später treten typischerweise Symptome wie starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger und Juckreiz auf. Viele Betroffene fühlen sich abgeschlagen und sind anfälliger für Infekte.

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Weltweit gibt es mehr als 415 Millionen Diabetiker.

Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Formen von Diabetes mellitus:

  • den vergleichsweise seltenen Diabetes Typ 1 und
  • den viel häufigeren Diabetes Typ 2, der in etwa 95 von 100 Diabetes-Fällen vorliegt.

Darüber hinaus gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den sogenannten Schwangerschaftsdiabetes.

Warum heißt Diabetes auch Zuckerkrankheit?

Der Begriff Zuckerkrankheit geht darauf zurück, dass Diabetiker ohne Behandlung mit ihrem Urin Zucker ausscheiden und dieser dadurch süßlich schmeckt. Das nutzten Ärzte früher, um Diabetes zu erkennen. Medizinisch korrekter ist jedoch der Ausdruck Diabetes mellitus.

Diabetes mellitus: Typische Symptome

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hängen die Symptome davon ab, wie weit die Erkrankung bereits vorangeschritten ist. Zu Beginn treten sowohl bei Diabetes mellitus Typ 1 als auch bei Diabetes mellitus Typ 2 kaum oder gar keine Symptome auf.

Als typische Diabetes-Symptome gelten:

Diabetes: Eine Frau trinkt aus einem Glas Wasser. © iStock

Starker Durst ist bei noch unentdecktem Diabetes ein typisches Symptom.

Diabetes mellitus Typ 2 verläuft zu Beginn häufig völlig beschwerdefrei. Die Erkrankung wird deshalb oft nur zufällig bei Routineuntersuchungen festgestellt. Viele Typ-2-Diabetiker haben so geringe Symptome, dass sie lange keine Veranlassung für einen Arztbesuch sehen. Daher wird ein Typ-2-Diabetes oft erst spät erkannt. Manchmal erst dann, wenn die Erkrankung bereits Folgeschäden hervorgerufen hat.

Zu solchen Folgeschäden zählen beispielsweise Erkrankungen

  • der Netzhaut (diabetische Retinopathie),
  • der Nieren (diabetische Nephropathie),
  • der Nerven (diabetische Neuropathie),
  • Erektionsstörungen oder
  • Menstruationsstörungen.

Meist sind ältere Menschen von Typ-2-Diabetes betroffen. Früher nannte man diese Form der Erkrankung deshalb auch "Altersdiabetes". Mittlerweile erkranken jedoch immer häufiger jüngere Menschen an Diabetes mellitus Typ 2.

Bei Diabetes mellitus Typ 1 treten Symptome ebenfalls oft erst nach Monaten auf. Meist trifft diese Form der Erkrankung Jugendliche. Beschwerden treten bei Typ 1 erst auf, wenn in der Bauchspeicheldrüse etwa 80 Prozent der insulinproduzierenden Zellen zerstört sind. Dann kann das Organ den Insulinmangel nicht mehr ausgleichen.

Bei Diabetes Typ 1 sind die die Symptome dann in der Regel jedoch sehr viel ausgeprägter als bei einem Typ-2-Diabetes. So kann mitunter ein durch extrem hohe Blutzuckerwerte bedingtes diabetisches Koma (Coma diabeticum) ein erstes Anzeichen für Diabetes mellitus Typ 1 sein. Symptome für ein diabetisches Koma sind

  • Bewusstlosigkeit und
  • ein typischer Geruch der Ausatemluft nach Aceton (ähnlich wie Nagellackentferner oder sehr reifes Obst)Mögliche Folgeerkrankungen bei Diabetes

Diabetes mellitus kann im Laufe der Zeit mit Folgeerkrankungen verbunden sein. Wer seinen Blutzucker jedoch konsequent gut einstellt und auf eine gesunde Lebensweise achtet, kann Folgeschäden vorbeugen.

Schädigung der kleinen Blutgefäße (diabetische Mikroangiopathie)

Ist bei Diabetes der Blutzucker nicht richtig eingestellt und dauerhaft erhöht, schädigt das besonders die kleinen Blutgefäße (Kapillaren). Bei einer diabetischen Mikroangiopathie werden die Gefäßwände durchlässig, sodass Blutungen auftreten können. Darüber hinaus entstehen Verdickungen an den Gefäßwänden, die als Folgeerkrankungen Gefäßverschlüsse und Durchblutungsstörungen nach sich ziehen können.

Eine diabetische Mikroangiopathie entwickelt sich bei Diabetes besonders häufig

  • an der Netzhaut des Auges (sog. diabetische Retinopathie) und
  • in den Nieren (sog. diabetische Neuropathie)

Schädigung der Netzhaut (diabetische Retinopathie)

Werden die kleinsten Blutgefäße im Auge über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft geschädigt, nimmt die Durchblutung der Netzhaut ab. Mediziner bezeichnen das als sogenannten diabetischen Retinopathie.

Durch die Gefäßveränderungen wandelt sich der Augenhintergrund (also die Innenwand des Augapfels) um. Es bilden sich Narben, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen können. In Europa geht etwa jede dritte Erblindung auf eine diabetische Retinopathie zurück. Statistisch gesehen erkranken etwa 90 Prozent aller Typ-1-Diabetiker und etwa 25 Prozent aller Typ-2-Diabetiker nach 15 Jahren an diabetischen Retinopathie.

Diabetische Retinopathie im Video: So entstehen Netzhautschäden durch Diabetes

Schädigung der Nieren (diabetische Nephropathie)

Die diabetische Nephropathie zählt zu den weit verbreiteten Diabetes-Folgeerkrankungen. Sind die Blutzuckerwerte über lange Zeit hinweg schlecht eingestellt, können die dadurch entstehenden Gefäßschäden die Nieren in Mitleidenschaft ziehen.

Eine diabetische Nephropathie kann zu Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen und eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) notwendig machen. Als Folge starker Nierenschädigung kann sich zudem der Blutdruck erhöhen (Hypertonie). In Europa und den USA sind mehr als 50 Prozent aller Dialyse-Patienten Diabetiker. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Blutzucker konsequent einzustellen.

Der erhöhte Blutzucker bei Diabetikern kann zu Nierenschäden führen. In unserem Video erfahren Sie, wie sich diese sogenannte diabetische Nephropathie auswirkt.

Schädigung der Nerven (diabetische Neuropathie)

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können auch negative Folgen für die Nerven haben. Nämlich dann, wenn sie jene kleinsten Blutgefäße schädigen, die die kleinen Nervenfasern in Armen und Beinen versorgen. Als Folge werden die Nerven nicht ausreichend versorgt und nehmen ebenfalls Schaden. Solch eine diabetische Neuropathie tritt bei den Betroffenen meist in den Beinen und Füßen auf.

Durch die Nervenschädigungen kann es zu Missempfindungen in den jeweiligen Bereichen kommen, etwa in Form von Kribbeln ("Ameisenlaufen"), Schmerzen oder Brennen. Auch die Temperaturwahrnehmung kann sich durch die diabetische Neuropathie verändern, sodass ein Gefühl kalter Füße entsteht.

Video: Diabetische Neuropathie – wie die Nervenschäden entstehen

Diabetischer Fuß

Nervenschäden und Durchblutungsstörungen in den Füßen können zu offenen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren (sog. diabetische Gangrän) führen. Schon kleine Verletzungen können dann langwierigen Beschwerden nach sich ziehen. Der diabetische Fuß ist die häufigste Komplikation bei Diabetes mellitus.

Schädigung der großen Blutgefäße (diabetische Makroangiopathie)

Diabetes mellitus kann die großen Blutgefäße schädigen. Eine solche diabetische Makroangiopathie kann als Folge zu verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Denn Diabetes beschleunigt in erheblichem Ausmaß die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in den größeren Blutgefäßen.

Vor allem in Verbindung mit bestimmten Risikofaktoren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen wie

Zu diesen Risikofaktoren zählen:

Erektionsprobleme und Menstruationsstörungen

Durch die im Rahmen von Diabetes entstehenden Nervenschäden und Durchblutungsstörungen können bei Männern Potenzprobleme, Störungen der sexuellen Erregbarkeit und Erektionsschwierigkeiten auftreten. Bei Frauen kann die Monatsblutung ausbleiben.

Diabetes mellitus: Das sind die Ursachen

Die beiden Hauptformen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), also Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2, haben unterschiedliche Ursachen.

Diabetes mellitus Typ 1

Nur etwa fünf Prozent der Diabetiker sind Typ-1-Diabetiker. Da Diabetes mellitus Typ 1 in der Regel in jugendlichem Alter beginnt, wurde er früher auch als juveniler Diabetes (juvenil = jugendlich) bezeichnet. Heute geht man davon aus, dass es sich bei Diabetes mellitus Typ 1 um eine Autoimmunerkrankung handelt. Die Erkrankung entsteht also, weil sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet. Die Erkrankung scheint außerdem durch bestimmte Erbfaktoren und Virusinfektionen begünstigt zu werden. Weitere mögliche Ursachen waren und sind immer wieder Gegenstand fachlicher Diskussionen.

Erbfaktoren, Virusinfektionen und andere Einflüsse bei Typ 1

Bis auf wenige Ausnahmen tragen alle Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 spezielle Merkmale auf ihren weißen Blutkörperchen: die sogenannten HLA-Merkmale DR 3 und DR 4. Deshalb nimmt man an, dass genetische Veranlagungen für Diabetes mellitus Typ 1 eine Rolle spielen. Allerdings gibt es viele Menschen, die diese Erbinformationen tragen und dennoch nicht an der Zuckerkrankheit erkranken. Die genetische Veranlagung scheint demnach also nur ein Faktor von mehreren zu sein, der die Erkrankung begünstigt. Dennoch kann die erbliche Veranlagung dazu führen, dass in manchen Familien mehrere Fälle von Typ-1-Diabetes auftreten.

Wie hoch ist das Vererbungsrisiko bei Typ 1?

Ist der Vater an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt, besteht für die Kinder ein Risiko von 5 Prozent, ebenfalls zu erkranken. Hat die Mutter Typ-1-Diabetes, besteht für die Kinder ein Erkrankungsrisiko von 2,5 Prozent. Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, steigt das Risiko auf etwa 20 Prozent. Das heißt die Wahrscheinlichkeit beträgt dann etwa eins zu fünf, dass ein Kind ebenfalls an Diabetes erkrankt.

Experten gehen davon aus, dass zusätzlich zu den Erbanlagen auch bestimmte Virusinfektionen zum Ausbruch von Diabetes mellitus Typ 1 beitragen können. Als Ursachen kommen zum Beispiel Mumps und Röteln infrage. Neben Virusinfektionen werden auch Chemikalien oder Giftstoffe als mögliche Zusatzfaktoren diskutiert, die bei genetisch vorbelasteten Menschen dann eine sogenannte Autoimmunreaktion auslösen.

Bei solch einer Autoimmunreaktion bildet das Abwehrsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe. In Falle von Typ-1-Diabetes stellt das Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Zelle der Bauchspeicheldrüse her: die Beta-Zellen. Diese stellen normalerweise das Insulin her. Die Antikörper schädigen jedoch nach und nach die insulinbildenden Zellen. Als Folge produzieren diese im Laufe der Jahre nur noch sehr wenig oder gar kein Insulin mehr.  

Erst nachdem etwa 80 Prozent der insulinbildenden Zellen zerstört sind, macht sich Diabetes mellitus Typ 1 durch typische Anzeichen wie einen erhöhten Blutzuckerspiegel bemerkbar. Zwischen Beginn der Erkrankung und Auftreten der ersten Symptome können so Wochen, Monate oder auch Jahre vergehen.

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 hat andere Ursachen als Typ-1-Diabetes. Typ-2-Diabetes entsteht im Grunde durch eine gestörte Insulinwirkung an den Zellen.

Die Bauchspeicheldrüse schüttet nach einer Mahlzeit Insulin aus. Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen jedoch gar nicht oder nicht mehr ausreichend auf das Insulin, sie sind resistent geworden. Insulin ist jedoch notwendig, um Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufzunehmen. Da das bei Typ-2-Diabetes nicht funktioniert, steigt der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit stark an.

Mögliche Ursache solche einer Insulinresistenz kann eine dauerhaft gesteigerte Nahrungszufuhr sein, die häufig zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Die hohe Konzentration an Glukose im Blut lässt auch den Insulinspiegel steigen. Als Reaktion darauf sinkt die Zahl der Insulinrezeptoren auf den Körperzellen und sie werden weniger empfindlich für Insulin.

Obwohl die Bauchspeicheldrüse bei Typ-2-Diabetes zwar Insulin bildet und ins Blut abgibt, reicht die Menge aufgrund der Insulinresistenz nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Es entwickelt sich ein sogenannter relativer Insulinmangel: Es ist zwar Insulin vorhanden, die Zellen reagieren jedoch nicht ausreichend darauf.

Anfangs versucht die Bauchspeicheldrüse, diesen relativen Insulinmangel auszugleichen und den Blutzuckerspiegel dennoch niedrig zu halten. Das Organ läuft dafür auf Hochtouren, um noch mehr Insulin herzustellen. Nach einigen Jahren erschöpft  die Bauchspeicheldrüse jedoch und der Blutzuckerspiegel steigt.

Diabetes mellitus Typ 2: Schematische Darstellung der Abläufe bei einer Insulinresistenz. © iStock

Bei Typ-2-Diabetes liegt die Ursache in der Entwicklung einer Insulinresistenz: Obwohl Insulin an den Rezeptor bindet, reagiert die Zelle nicht darauf.

In Europa ist Diabetes mellitus Typ 2 aufgrund ungünstiger Ernährungsgewohnheiten sehr häufig. Etwa 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker sind stark übergewichtig. Ein Body-Mass-Index von 30 oder höher (Adipositas) gilt als der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung dieser Form des Diabetes mellitus.

Die Mehrzahl der an Diabetes mellitus Typ 2 Erkrankten weist körperliche Veränderungen auf, die unter dem Begriff metabolisches Syndrom oder "Wohlstandssyndrom" zusammengefasst sind. Dazu gehören:

Wie hoch ist das Vererbungsrisiko bei Typ 2?

Auch bei Diabetes mellitus Typ 2 spielt die erbliche Veranlagung eine Rolle: Kinder, bei denen ein Elternteil Typ-2-Diabetiker ist, haben ein Erkrankungsrisiko von bis zu 50 Prozent.

Sonderformen des Diabetes

LADA (latent autoimmune diabetes with adult onset)

Beim LADA (latent autoimmune diabetes with adult onset) handelt es sich um eine Sonderform des Typ-1-Diabetes, die erst im Erwachsenenalter auftritt. Ähnlich wie bei Diabetes mellitus Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend oder gar kein Insulin. Beim LADA  findet man auch Antikörper im Blut, die belegen, dass das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift. Viele Betroffene mit LADA sind anfangs – wie bei einem Typ-2-Diabetes – noch nicht auf Insulin als Medikament angewiesen.

Tritt ein Insulinmangel-Diabetes nach dem 25. Lebensjahr bei Personen auf, die nicht übergewichtig sind und keine starke familiäre Diabetesbelastung aufweisen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen LADA. Wenn der Betroffene stark übergewichtig ist, kann es sich allerdings auch um einen der immer häufiger vorkommenden frühzeitig auftretenden Fälle von Typ-2-Diabetes handeln.

MODY (maturity onset diabetes of the young)

Der MODY (maturity onset diabetes of the young) ist eine Sonderform des Diabetes mellitus, die auf einem genetischen Defekt der insulinproduzierenden Zellen beruht. Die Erkrankung tritt vor dem 25. Lebensjahr bei Normalgewichtigen auf und betrifft etwa ein Prozent aller Diabetiker. Bisher sind elf MODY-Typen mit unterschiedlichem Verlauf bekannt. Bei Verdacht auf MODY kann die Diagnose durch eine genetische Untersuchung gesichert werden.

Diabetes durch Schäden der Bauchspeicheldrüse

Diabetes mellitus kann auch entstehen, wenn die Bauchspeicheldrüse geschädigt ist (sog. pankreopriver Diabetes). Fällt das Organ in seiner Funktion teilweise oder vollständig aus, produziert es nicht mehr ausreichend Insulin. In einem solchen Fall ist eine Behandlung mit Insulin unumgänglich.

Mögliche Ursachen für einen kompletten Ausfall der Bauchspeicheldrüse können sein:

Schwangerschaftsdiabetes

Einen erhöhten Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft bezeichnet man als Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Etwa 4 von 100 Schwangeren erkranken daran. Meist bildet sich diese Form des Diabetes mellitus nach der Geburt wieder zurück.

Das Risiko, in der nächsten Schwangerschaft wieder einen Gestationsdiabetes zu entwickeln, liegt bei bis zu 50 Prozent. Bei etwa 35 bis 60 von 100 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich in den folgenden zehn Jahren ein Diabetes mellitus.

Der Zuckerstoffwechsel und die Rolle von Insulin

Traubenzucker (Glukose) ist einer der wichtigsten Energielieferanten des Körpers. Vor allem das Gehirn ist auf die konstante Zufuhr von Glukose angewiesen. Aber auch Muskelzellen und Fettzellen decken so ihren Energiebedarf. Der Körper versucht stets, einen ausreichenden Vorrat an Glukose im Blut bereitzuhalten. Die Zuckerkonzentration im Blut – der Blutzuckerspiegel – schwankt zwar im Tagesverlauf. Bei Gesunden bleibt er dabei aber in einem Bereich von circa 80 bis 120 Milligramm pro Deziliter (mg/dl).

Glukose gelangt über die Nahrung ins Blut. Damit die Zellen Zucker aufnehmen und verarbeiten können, ist das Hormon Insulin notwendig. Insulin wird in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet.

Diabetes mellitus: Man sieht eine schematische Darstellung der Insulin-Funktion. © iStock

Damit Glukose aus dem Blut in die Zelle geschleust werden kann, muss zuerst Insulin an den Rezeptor andocken.

Nach einer Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut aus. Das Insulin dockt an bestimmten Rezeptoren der Körperzellen an und sorgt dafür, dass die Zellmembran die mit der Nahrung aufgenommene Glukose in die Zelle hinein lässt. Ohne Insulin bleibt die Glukose im Blut – und kann somit die Zellen nicht mit Energie versorgen. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel.

Insulin ist nicht nur für die Verwertung von Glukose von Bedeutung. Es spielt auch für den Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle sowie für die Verwertung von Aminosäuren.

Erfahren Sie im Diabetes-Video mehr über die unterschiedlichen Formen von Diabetes mellitus und wie sie sich unterscheiden!

Häufigkeit von Diabetes

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Diabetes mellitus. Die meisten von ihnen sind Typ-2-Diabetiker. Nur etwa fünf Prozent der Diabetiker haben Typ-1-Diabetes. Auch in Deutschland steigt vor allem die Zahl der Typ-2-Diabetiker. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind. Und Übergewicht ist der entscheidende Risikofaktor für Diabetes Typ 2.

Etwa genauso viele Frauen wie Männer sind Typ-1-Diabetiker. Beim Typ-2-Diabetes hingegen sind zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr mehr Männer als Frauen betroffen, ab dem 70. Lebensjahr kehrt sich das Verhältnis jedoch um. Generell steigt mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit, Diabetes zu bekommen.

In Europa leben rund 59,8 Millionen Diabetiker. Deutschland hat unter den europäischen Ländern den höchsten Anteil: Hier sind 5,9 bis 7,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 79 Jahren an Typ-1- oder Typ-2-Diabetes erkrankt. Weltweit sind derzeit etwa 415 Millionen Menschen von Diabetes mellitus betroffen. Man muss allerdings noch von weitaus mehr Diabetikern ausgehen. Denn Typ-2-Diabetes bereitet lange Zeit keine Beschwerden. Viele Betroffene wissen deshalb möglicherweise gar nicht, dass sie bereits erkrankt sind.

Woher kommt die Bezeichnung Diabetes mellitus?

Der Begriff "Diabetes" geht auf das griechische Wort für "hindurchlaufen" oder "hindurchfließen" zurück. Diese Bezeichnung als "Durchfluss" bezieht sich auf ein typisches Symptom beim Diabetes: den verstärkten Harndrang. Im 1. Jahrhundert nach Christus war der griechische Arzt Aretaios einer der Ersten, die den Begriff Diabetes entsprechend verwendeten.

"Mellitus" ist lateinisch und bedeutet "honigsüß". Der Name "Diabetes mellitus", also "honigsüßer Durchfluss", bezieht sich auf den süßen Geschmack des Urins von Diabetikern. Heute mag das befremdlich klingen, doch das Schmecken des Urins war bis in die Neuzeit ein gängiger Test auf verschiedene Erkrankungen. Der englische Mediziner und Naturphilosoph Thomas Willis stellte die Diagnose Diabetes im 17. Jahrhundert noch anhand dieser Geschmacksprobe.

Diabetes mellitus: Diagnose

Bei Verdacht auf Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann der Arzt die Diagnose anhand der Blutzuckerwerte stellen. Die Zuckerkonzentration im Urin kann ebenfalls einen Hinweis geben.

Blutzuckerwerte bei Diabetes

Der Blutzucker liegt nüchtern normalerweise unter 100 mg/dl (bzw. unter 5,6 mmol/l) im Blutplasma. Er steigt nach dem Essen nicht höher 140 mg/dl (bzw. 7,8 mmol/l).

Für einen Diabetes mellitus sprechen folgende Blutzuckerwerte:

  • entweder klassische Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl (bzw. 11,1 mmol)
  • oder Nüchtern-Blutzuckerwert von 126 mg/dl (bzw. 7,0 mmol/l) oder höher
  • oder HbA1c-Wert von 6,5 % (bzw. 48 mmol/mol) oder höher
  • oder sogenannter oGTT-2-Stunden-Wert von 200 mg/dl (bzw. 11,1 mmol/l) oder höher (oGTT = oraler Glukosetoleranztest).

Harnuntersuchungen

Glukose im Urin: Zu viel Glukose im Urin ist ein Hinweis auf die Zuckerkrankheit. Bei einer erhöhten Ausscheidung von Glukose im Urin spricht man von einer Glukosurie.

Ab einem Blutzuckerwert von etwa 180 mg/dl wird die sogenannte Nierenschwelle für Glukose überschritten. Liegt der Blutzuckergehalt in den Blutgefäßen höher, beginnen die Nieren, die überschüssige Glukose mit dem Urin auszuscheiden. Der ausgeschiedene Zucker kann mithilfe von Urinteststreifen nachgewiesen werden. Da die Blutzuckermessung jedoch ein genaueres Ergebnis liefert, nutzt man solch Urinteststreifen mittlerweile kaum noch zur Diagnose von Diabetes mellitus.

Ketonkörper im Urin: Wenn die Körperzellen aufgrund eines Insulinmangels den Zucker aus dem Blut nicht verwerten können, greifen sie die Energiereserven des Körpers an und beginnen unter anderem Fett abzubauen. Die dabei frei werdenden Fettsäuren wandelt die Leber in sogenannte Ketonkörper um. Über den Blutkreislauf gelangen die Ketonkörper zu den Organen und der Muskulatur und können dort als Energiequelle dienen.

Eine erhöhte Konzentration von Ketonkörpern im Urin (sog. Ketonurie) gilt als Warnsignal dafür, dass der Diabetes entgleist. Der Arzt kann die Ketonkörper mithilfe von Urinteststreifen nachweisen.

Diabetes: Eine Harnuntersuchung kann bei Verdacht auf Diabetes mellitus zur Diagnose beitragen. © Jupiterimages/Ingram Publishing

Eine Harnuntersuchung kann bei Verdacht auf Diabetes mellitus zur Diagnose beitragen.

Glukosetoleranztest

Stellt der Arzt bei ersten Untersuchungen Blutzuckerwerte fest, die im Grenzbereich liegen, kann er zusätzlich einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) vornehmen. Beim oGTT nimmt der Arzt dem Betroffenen zunächst Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen.

In den drei Tagen vor dem Test sollte sich der Patient mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren und nicht hungern. Mindestens 10 Stunden vor dem Test muss der Patient dann nüchtern bleiben, das heißt: 10 bis 16 Stunden ohne Nahrung, Alkohol und Rauchen. Am Test-Tag trinkt der Patient schließlich 75 Gramm Glukose in 250 bis 300 Milliliter Wasser gelöst. Diese Lösung muss er innerhalb von 5 Minuten langsam zu sich nehmen. Zwei Stunden später nimmt der Arzt erneut Blut ab.

Beim Nicht-Diabetiker liegen die Blutzuckerwerte im Blutplasma nüchtern unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und zwei Stunden nach dem Test unter 140 mg/dl. Liegen die Nüchternwerte zwischen 100 bis maximal 125 mg/dl, spricht man von einer abnormen Nüchternglukose. Bei einem nach zwei Stunden gemessenen Wert von 140 bis 199 mg/dl liegt eine sogenannte gestörte Glukosetoleranz vor.

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn

  • die Werte für den Nüchternblutzucker im Blutplasma mindestens 126 mg/dl oder mehr
  • und für den nach zwei Stunden gemessenen Wert (oGTT-2-h-Wert) über 200 mg/dl betragen.

Bei Schwangeren liegen die Grenzwerte für den oGTT niedriger.

HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker)

Um den Zuckerstoffwechsel einer Person über einen längeren Zeitraum zu überprüfen, kann der Arzt den HbA1c-Wert bestimmen. Dieser gibt die Menge des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffs an. Mithilfe des HbA1c-Werts kann der Arzt den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zehn Wochen beurteilen. Ärzte nutzen den HbA1c-Wert auch zur Diagnose eines Diabetes mellitus. Ein HbA1c-Wert von über 6,5 % (bzw. 48 mmol/mol) gilt als Hinweis auf die Zuckerkrankheit.

Allerdings besitzt der HbA1c-Wert als Diagnosekriterium nur bei Erwachsenen genug Aussagekraft. Um bei Kindern einen Diabetes nachzuweisen, reicht der HbA1c-Wert alleine nicht aus. Denn der Grenzwert von 48 mmol/mol beziehungsweise 6,5 Prozent lässt sich nicht ohne Weiteres auf Kinder übertragen. Zur Diagnose bei Kindern müssen deshalb immer auch andere Methoden herangezogen werden.

Diabetes mellitus: Therapie

Wie die Therapie bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) aussieht, hängt vor allem auch davon ab, ob es sich um einen Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt. Bei beiden Erkrankungsformen lässt sich mithilfe der Therapie der Blutzuckerspiegel gut einstellen. Eine konsequente Blutzuckerkontrolle beugt möglichen Folgeerkrankungen vor. Viele Diabetiker können ein beschwerdefreies Leben führen.

Wer an Diabetes erkrankt ist, kann selbst maßgeblich dazu beitragen, dass die Behandlung erfolgreich ist. Betroffene sollten die wesentlichen Therapiemaßnahmen in ihrem persönlichen Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen. Diabetes mellitus ist zwar nicht heilbar – wer jedoch aktiv und verantwortungsvoll mit seiner Erkrankung umgeht und auf seinen Körper achtet, kann ohne große Einschränkung normal leben. Die individuellen Behandlungsziele sollten Patient und Arzt gemeinsam vereinbaren und regelmäßig überprüfen.

Diabetes: Das Bild zeigt einen Arzt im Patientengespräch. © Jupiterimages/iStockphoto

Wenn Arzt und Diabetiker Hand in Hand arbeiten, lässt sich Diabetes gut behandeln.

Therapie bei Typ-1-Diabetes

Bei Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Das heißt die Bauchspeicheldrüse bildet zu wenig oder gar kein Insulin. Da Insulin jedoch lebensnotwendig ist, müssen Menschen mit Typ 1 es lebenslang spritzen. Zur Diabetes-Therapie stehen langwirksames Normalinsulin und auch kurzwirksames Insulin (sog. Insulinanaloga) zur Verfügung.

Eine Therapie mit speziellen Diabetesmedikamenten (sog. oralen Antidiabetika, OAD) wie bei Typ 2 ist bei Typ-1-Diabetes unwirksam. Der Grund: Orale Antidiabetika sollen die Insulinausschüttung der Inselzellen erhöhen. Diese Zellen haben beim Typ-1-Diabetes jedoch ihre Funktion verloren.

Therapie  bei Typ-2-Diabetes

Bei Diabetes mellitus Typ 2 gibt es ein breiteres Therapie-Spektrum: Häufig liegt Diabetes mellitus Typ 2 eine ungesunde Ernährungsweise zugrunde – und damit verbunden auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).

Wird ein Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann man den gestörten Glukosestoffwechsel in vielen Fällen noch ohne Medikamente normalisieren. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist hier die Grundvoraussetzung. Dazu gehört vor allem:

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken, können zusätzlich Medikamente (sog. orale Antidiabetika) helfen. Ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schließlich erschöpft oder wirken die Tabletten nur unzureichend, kann auch bei Typ 2 eine Insulintherapie erforderlich sein, um die Blutzuckerwerte ausreichend zu senken.

Stufentherapie bei Typ-2-Diabetes

Je nachdem, wie weit der Typ-2-Diabetes fortgeschritten ist, können verschiedene Therapiestufen nötig sein. Wichtiger Baustein der Behandlung ist in jedem Fall eine eingehende Schulung des Betroffenen. Wer an Diabetes erkrankt, kann ein spezielles, auf ihn abgestimmtes Schulungs- und Behandlungsprogramm in Anspruch nehmen. Der behandelnde Arzt kann hierzu Auskunft geben.

1. Stufe: Basistherapie

Die Stufe 1 der Diabetes-Therapie ist die die sogenannte Basistherapie. Sie kommt ohne Medikamente aus. Vielmehr geht es darum, den bisherigen Lebensstil zum Gesünderen hin zu verändern.

Der Diabetiker stellt zunächst seine Ernährungsweise um und wird ausführlich geschult. Das Ziel ist hierbei, Gewicht zu verlieren und die Blutfettwerte zu verbessern. Bewegung, Rauchverzicht und ein vernünftiger Umgang mit Alkohol gehören ebenfalls zum Therapieplan.

Nach drei bis sechs Monaten überprüft der Arzt den Erfolg der Basistherapie anhand des HbA1c-Wertes. Wenn der Betroffene alle gemeinsam mit dem Arzt vereinbarten Ziele erreicht, erübrigt sich die nächste Therapiestufe meist und er muss keine Medikamente einnehmen. Sind die Werte immer noch zu hoch, wird die Diabetes-Therapie erweitert.

2. Stufe: Behandlung mit einem Medikament

Reichen die Maßnahmen aus Therapiestufe 1 nicht aus, empfiehlt der Arzt zusätzlich zur Basistherapie ein Medikament, das denn Blutzuckerspiegel senkt. Meist ist das der Wirkstoff Metformin, er gilt vor allem für Übergewichtige als Mittel der Wahl.

Menschen, die Metformin nicht gut vertragen oder bei denen Gegenanzeigen vorliegen, können auf andere Wirkstoffe ausweichen. Dazu zählen zum Beispiel Insulin und Sulfonylharnstoffe wie der Wirkstoff Glibenclamid. Nach weiteren 3 bis 6 Monaten erfolgt eine erneute Kontrolle des HbA1c-Wertes.

3. Stufe: Behandlung mit einem zweiten Medikament oder mit Insulin allein

Ist der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend gesunken, empfiehlt der Arzt in der Regel zusätzlich zur Basistherapie und dem ersten Medikament ein zweites Medikament. Alternativ zu einer Zweifachkombination kommt auch eine alleinige Therapie mit Insulin infrage. Ob die Behandlung erfolgreich ist, überprüft der Arzt nach drei bis sechs Monaten anhand des HbA1c-Wertes.

4. Stufe: Intensivierte Insulintherapie und Kombinationstherapieformen

Bei Therapiestufe 4 kommen weiter angepasste Insulin- und Kombinationstherapieformen zum Einsatz, die bei manchen Diabetikern sinnvoll sein können.

Zu diesen Themen finden Sie auf Onmeda weitere Informationen:

Orale Antidiabetika (Diabetesmittel)

Wenn die Blutzuckerwerte trotz Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht zufriedenstellend sind, müssen Typ-2-Diabetiker auf sogenannte orale Antidiabetika (Diabetesmittel) zurückgreifen. Hier gibt es verschiedene Wirkstoffgruppen, die zum Einsatz kommen können, wie zum Beispiel

Wie kann man mithilfe von Medikamenten eigentlich seinen Blutzucker regulieren? Unser Video zeigt es Ihnen!

Biguanide

Wirkstoffe aus der Gruppe der Biguanide verbessern die Glukoseverwertung in den Zellen, zum Beispiel in der Muskulatur. Zusätzlich hemmen sie die körpereigene Herstellung von Glukose aus anderen Stoffwechselprodukten wie Eiweißen. Ein bekannter Vertreter der Biguanide ist das Metformin. Bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern ist Metformin das Mittel der ersten Wahl. Menschen mit schweren Nierenerkrankungen dürfen Biguanide nicht einnehmen.

Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe (wie die Wirkstoffe Glibenclamid, Gliquidon oder Glimepirid) erhöhen die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Häufig wirkt die Therapie mit Sulfonylharnstoffen bei Typ-2-Diabetikern zunächst gut. Mit fortschreitender Erkrankung, wenn die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zunehmend erschöpft sind, lässt ihre Wirkung in der Regel jedoch nach. Dann muss der Diabetiker zusätzlich Insulin spritzen.

Wenn Diabetiker Sulfonylharnstoffe einnehmen, müssen sie auf eine regelmäßige Ernährung achten, da ohne Kohlenhydratzufuhr gefährliche Unterzuckerungen (sog. Hypoglykämien) entstehen können. Betroffene mit Typ-2-Diabetes und einer Niereninsuffizienz haben durch Sulfonylharnstoffe zudem generell ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerung. Bei ihnen sollten Medikamente aus dieser Wirkstoffgruppe nur mit Vorsicht verschrieben werden.

Alpha-Glukosidasehemmer

Alpha-Glukosidasehemmer wie die Wirkstoffe Acarbose und Miglitol verhindern, dass Glukose im Darm aufgespalten und ins Blut aufgenommen wird. Beide Medikamente verzögern die Glukoseaufnahme im Darm und verhindern so den starken Anstieg der Blutzuckerkonzentration nach den Mahlzeiten. Sie lassen sich mit vielen anderen Diabetesmitteln kombinieren. Für Patienten mit Typ-2-Diabetes und einer Niereninsuffizienz sind sie jedoch möglicherweise nicht geeignet.

Gliptine

Die Wirkstoffe Sitagliptin und Vildagliptin zählen zur Gruppe der Gliptine (auch DDP-4-Inhibitoren genannt). Sie hemmen ein Enzym namens DPP-4. DDP-4 baut normalerweise das Hormon GLP-1 ab. GLP-1 zählt zu den sogenannten Inkretinen, einer Gruppe bestimmter Darmhormone, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Inkretine regulieren die Insulinfreisetzung und bewirken unter anderem, dass die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse nach dem Essen mehr Insulin ausschütten, noch bevor die Blutzuckerwerte steigen. Gliptine setzen dort an und unterstützen diesen Effekt. Gliptine werden in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie beispielsweise Metformin eingesetzt, wenn diese nicht ausreichend wirken.

Glinide

Glinide wie die Wirkstoffe Repaglinid oder Nateglinid steigern wie die Sulfonylharnstoffe die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse. Der Wirkmechanismus ist jedoch ein anderer. Dennoch spricht man bei diesen Medikamenten von Sulfonylharnstoff-Analoga. Glinide senken den Blutzuckerspiegel zwar weniger stark als die Sulfonylharnstoffe, ihre Wirkung setzt dafür sehr schnell ein. Man nimmt sie unmittelbar vor dem Essen ein und kann sie je nach Größe der Mahlzeit dosieren. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen nicht so stark. Wie die Sulfonylharnstoffe können auch die Glinide nur wirken, solange die Inselzellen noch in der Lage sind, Insulin herzustellen.

Glitazone

Glitazone erhöhen die Insulinempfindlichkeit im Leber-, Muskel- und Fettgewebe und senken so den Blutzuckerspiegel. Sie heißen daher auch "Insulin-Sensitizer" (engl. to sensitize = empfindlich machen). Auf die eigentliche Insulinausschüttung haben sie keinen Einfluss.

Seit Juni 2011 darf Pioglitazon in Deutschland nur noch in begründeten Ausnahmefällen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Ein Grund sind Ergebnisse aus Studien, die darauf hindeuten, dass sich unter der Therapie mit Pioglitazon das Risiko für Blasenkrebs erhöhen könnte.

Seit November 2010 sind Medikamente mit dem Wirkstoff Rosiglitazon in Apotheken nicht mehr erhältlich. Wissenschaftliche Untersuchungen hatten ergeben, dass der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Inkretinmimetika

Exenatid und Liraglutid sind Wirkstoffe, die die Wirkung von Inkretin nachahmen. Sie werden deshalb auch Inkretinmimetika genannt. Eine andere Bezeichnung für diese Wirkstoffgruppe lautet GLP-1-Rezeptoragonisten. Inkretinmimetika steigern die Sekretion von Insulin und hemmen zugleich die Sekretion von Glukagon, einem Hormon, das den Blutzuckerspiegel steigern kann.

Insulin

Insulin kann man nicht in Form von Tabletten einnehmen, denn die Magensäure würde das Hormon abbauen. Aus diesem Grund wird Insulin gespritzt. Zur Therapie stehen kurzwirksames Normalinsulin und langwirksames Verzögerungsinsulin zur Verfügung.

Verzögerungsinsuline werden nach der Injektion in die Haut langsam aus der Injektionsstelle in den Körper abgegeben, sodass sie über einen längeren Zeitraum wirken. Durch die Kombination von "schnellem" und "langsamem" Insulin lässt sich der Blutzuckerspiegel in der Regel gut kontrollieren.

Konventionelle Insulintherapie

Bei der konventionellen Insulintherapie spritzt sich der Diabetiker kurzwirksames Normalinsulin und langwirksames Verzögerungsinsulin in einem festen Mischverhältnis etwa zweimal täglich. Vorteil dieser Methode: die einfache Handhabung. Ein Nachteil ist die starre Wirkung, die den Diabetiker zwingt, sich in seinem Tagesablauf sowie in Menge und Zeitpunkt seiner Mahlzeiten an einen festen Ablauf zu halten.

Intensivierte / ergänzende Insulintherapie

Bei der intensivierten Insulintherapie passt der Diabetiker die Insulindosis ständig seinem aktuellen Blutzuckerwert an. Die Therapie erfolgt dabei nach dem sogenannten Basis-Bolus-Prinzip.

Die Behandlung ahmt die natürliche Insulinausschüttung des Körpers nach. Ihr liegt eine fortlaufende Insulinabgabe (sog. basale Sekretion) zugrunde, die zu Mahlzeiten gesteigert und bei körperlicher Betätigung vermindert wird.

  • Die Basis der Therapie bildet ein Verzögerungsinsulin, das zwei- bis dreimal täglich gespritzt wird.
  • Den erhöhten Insulinbedarf zu den Mahlzeiten deckt der Betroffene, indem er zusätzlich schnell wirksames Normalinsulin als sogenannten Bolus spritzt (Einmalgabe).

Die erforderliche Dosis berechnet der Betroffene, nachdem er seinen Blutzuckerwert gemessen hat. Erhöhte Blutzuckerwerte vor dem Essen kann er durch die zusätzliche Gabe von Normalinsulin nach einem Korrekturplan senken.

Die Basis-Bolus-Therapie bietet dem Diabetiker die Möglichkeit, seine Mahlzeiten frei zu gestalten, da die Insulinmenge an die verzehrten Kohlenhydrate angepasst wird und nicht umgekehrt. Voraussetzung für diese Therapie ist die regelmäßige Bestimmung des Blutzuckerspiegels und eine gute Schulung des Betroffenen.

Die intensivierte Insulintherapie ist derzeit Standard bei Diabetes mellitus Typ 1. Hier erreicht sie bessere Behandlungsergebnisse und eine verbesserte Lebensqualität als die konventionelle Insulintherapie.

Auch bei der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 gehört das Basis-Bolus-Prinzip zu den Therapie-Möglichkeiten, meist als sogenannte supplementäre Insulintherapie (= ergänzende Insulintherapie). Der erhöhte Insulinbedarf zu den Mahlzeiten wird hierbei durch ein schnell- und kurzwirksames Normalinsulin oder Insulinanalogon gedeckt. Nur bei Bedarf ergänzt ein langwirksames Insulinpräparat nachts beziehungsweise zum Abendessen die Therapie.

Insulin-Injektionen

Insulin kann man mithilfe spezieller Insulinpens unter die Haut (subkutan) spritzen. Dabei handelt es sich um füllhalterähnliche Injektionsgeräte, die das Insulin in vorgefertigten Patronen enthalten. Per Knopfdruck kann man so die gewünschte Insulindosis spritzen.

Eine kontinuierliche Insulinzufuhr ist dagegen nur mithilfe einer sogenannten Insulinpumpe möglich. Diese mit Insulin gefüllten Dosiergeräte sind etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und werden ständig am Körper getragen. Die Insulinpumpe gibt über eine unter der Haut liegende Kanüle regelmäßig eine bestimmte voreingestellte Insulinmenge ab. Darüber hinaus erlaubt sie es, vor den Mahlzeiten eine Extradosis Insulin abzurufen (Bolus).

Es gibt zwar Geräte, die kombiniert den Blutzuckerwert messen und Insulin verabreichen können. Bislang muss man die abzugebende Insulinmenge aber noch nach der Menge der gegessenen Kohlenhydrate errechnen und den Blutzucker auch selber von Hand messen.

Anfang 2006 wurde ein Insulin zum Einatmen in Deutschland für bestimmte Diabetiker zugelassen. Über einen Inhalator konnten die Patienten – ähnlich wie bei einem Asthmaspray – das Insulin einatmen. Über das Bronchialsystem gelangte es sehr schnell ins Blut. Der Hersteller nahm das Präparat jedoch 2007 wieder vom Markt. Ob inhalierbares Insulin in Deutschland irgendwann wieder erhältlich ist, ist noch unklar.

Video: Insulinzufuhr – die verschiedenen Methoden kurz erklärt

Diabetiker-Schulung

Eine umfangreiche Diabetiker-Schulung ist für jeden Erkrankten sehr wichtig. Sie vermittelt wichtige Informationen über Diabetes mellitus und seine Behandlung. So sollte jeder Diabetiker lernen,

  • seinen Blutzuckerspiegel zu messen,
  • mit Medikamenten umzugehen (vor allem Insulin),
  • wie eine angemessene Ernährung und ein gesundheitsförderlicher Lebenswandel aussehen sollten,
  • wie man Folgeschäden vermeiden kann.

Schulungen für Diabetiker werden von zahlreichen Stellen angeboten, die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Über die verschiedenen Kursangebote können niedergelassene Ärzte, Diabetes-Ambulanzen von Kliniken, Selbsthilfegruppen und Diabetes-Schwerpunktpraxen informieren.

Umfassende Therapie

Bei Diabetes mellitus ist es zudem wichtig, auch andere Risikofaktoren auszuschalten, um Gefäßschäden durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden. Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen müssen ebenso engmaschig kontrolliert und konsequent behandelt werden wie der erhöhte Blutzucker. Nur durch eine solche umfassende Therapie kann man das Risiko für Diabetes-Spätfolgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall senken.

Die Therapieziele müssen Arzt und Diabetiker jedoch immer individuell vereinbaren. Denn je nach den individuellen Umständen, wie etwa Alter und möglichen Begleiterkrankungen, können andere Therapieziele erforderlich sein.

Beispiel für mögliche Therapieziele bei Typ-2-Diabetes:

  • HbA1c niedriger als 53 mmol/l (bzw. 7%)
  • Nüchtern-Blutzucker niedriger als 120 mg/dl (bzw. 6,7 mmol/l)
  • Vermeidung von schweren Unterzuckerungen
  • LDL-Cholesterin niedriger als  100 mg/dl (bzw. 2,6 mmol/l)
  • HDL-Cholesterin bei Männern höher als 40 mg/dl, bei Frauen höher als 50 mg/dl
  • Triglyceride niedriger als 150 mg/dl (bzw. 1,7 mmol/l)
  • Blutdruck niedriger als 150/80 mmHg
  • Rauchverzicht
  • Erreichen von Normalgewicht

Unterzuckerung

Ein Blutzuckerwert unterhalb von 50 mg/dl (bzw. 2,8 mmol/l) gilt als schwere Unterzuckerung, fachlich: "Hypoglykämie". Vor allem das Gehirn ist auf den Energielieferanten Glukose im Blut angewiesen. Ist nicht mehr ausreichend Glukose vorhanden, kann das dazu führen, dass der Betroffene bewusstlos wird und einen hypoglykämischen Schock erleidet. Dieser Zustand ist lebensgefährlich.

Ein zu niedriger Blutzucker entsteht meist durch eine Überdosierung von Insulin oder Sulfonylharnstoffen. Oder der Diabetiker hat versäumt, nach der Einnahme der Medikamente ausreichend zu essen. Auch Erkrankungen, körperliche Belastung, Stress oder starker Alkoholkonsum können der Auslöser sein. Eine beginnende Unterzuckerung kündigt sich durch Beschwerden an, die Menschen mit Diabetes als Warnzeichen kennen sollten.

Mögliche Warnzeichen einer Hypoglykämie sind:

Bei Verdacht auf eine Unterzuckerung sollten Sie ihren Blutzucker kontrollieren und bei Bedarf schnell verwertbare Kohlenhydrate (z.B. Traubenzucker, Obstsaft, zuckerhaltige Cola-Getränke oder Limonaden) zu sich nehmen.

Diabetes mellitus: Verlauf

Prognose

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hängen Verlauf und Prognose davon ab, wie gut es gelingt, den Blutzuckerspiegel dauerhaft in normalen Grenzen zu halten. Wird die Zuckerkrankheit rechtzeitig erkannt und behandelt, ist die Prognose sehr gut. Ein schlecht eingestellter Diabetes hingegen senkt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung.

Diabetiker können eine Menge selbst dazu beitragen, um die individuelle Prognose deutlich zu verbessern. Konsequentes Blutzuckermessen und eine entsprechende Behandlung mit Antidiabetika beziehungsweise Insulin sind hier das Wichtigste.

Der Diabetes-Verlauf wird hauptsächlich durch die Folgeerkrankungen bestimmt, welche aufgrund der immer stärker geschädigten Gefäße entstehen können. Häufige Todesursachen als Folge von Diabetes mellitus sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen.

Die Prognose eines Typ-2-Diabetes können übergewichtige Betroffene entscheidend verbessern, indem sie Übergewicht abbauen. Wer seine Ernährung dauerhaft umstellt und körperlich aktiv ist, kann sein Gewicht reduzieren und damit den Diabetes-Verlauf positiv beeinflussen.

Kontrolluntersuchungen

Regelmäßige Arztbesuche sind für Betroffene mit Diabetes mellitus besonders wichtig. Mit dem Arzt können sie alle Fragen bezüglich der Therapie und der Erkrankung besprechen und Unklarheiten aus dem Weg räumen. Bei jedem Termin kontrolliert der Arzt Gewicht, Blutdruck und Blutzucker.

In regelmäßigen Abständen misst er zusätzlich den sogenannten HbA1c-Wert, mit dessen Hilfe er den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zehn Wochen beurteilen kann. Zudem überprüft er die Blutfettwerte.

Diabetiker sollten außerdem besonders auf ihre Füße achten und diese am besten täglich kontrollieren. Druckstellen, Hautrisse, Blasen oder andere Verletzungen an den Füßen sind bei Diabetes nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn schon kleinste Verletzungen können auf einen beginnenden diabetischen Fuß hinweisen. Auch kleine Verletzungen sollten Betroffene deshalb dem Arzt zeigen. Eine sanfte und regelmäßige Fußpflege sowie bequeme Schuhe tragen bei Diabetes zur Fußgesundheit bei.

Mehr zum Thema: Hautpflege bei Diabetes

Um keinen der wichtigen Termine zu verpassen, können Diabetiker sämtliche Arztbesuche in den Gesundheitspass Diabetes der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) eintragen. Er ist beim Arzt oder bei der DDG erhältlich. Auch die Befunde und Blutzuckerwerte lassen sich dort eintragen. So gehen sie nicht verloren und sind stets verfügbar.

Leben mit Diabetes

Diabetes und Ernährung

Für Menschen mit Diabetes mellitus ist eine gesunde Ernährung von großer Bedeutung. Besonders Typ-2-Diabetiker können davon profitieren. Bei ihnen ist häufig Übergewicht eine Ursache der Erkrankung. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bei Diabetes helfen dabei, das Körpergewicht zu senken und die Blutzuckerwerte zu verbessern. Viele Typ-2-Diabetiker können auf diese Weise ihren Tabletten- beziehungsweise Insulinbedarf deutlich reduzieren.

Eine bei Diabetes angemessene Ernährung entspricht dabei keineswegs automatisch einer strengen Diät. Diabetiker müssen nicht zwangsläufig auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, sollten aber das richtige Maß im Auge behalten. Eine ausgewogene Ernährung, wie sie für ansonsten gesunde Menschen empfohlen wird, ist auch bei Diabetes gesund. Um in Beruf und Freizeit leistungsfähig zu sein, benötigt ein Diabetiker genauso wie ein Gesunder eine Kalorienzufuhr, die der körperlichen Tätigkeit angemessen ist.

Wichtig ist, dass die mit der Nahrung zugeführten Kalorien vom Körper auch verwertet werden können und Kohlenhydrate nicht einfach über den Harn wieder ausgeschieden werden. Mehrere kleine Mahlzeiten (fünf bis sechs) am Tag sind besser als wenige große. Denn auf diese Weise unterliegt der Insulinbedarf geringeren tageszeitlichen Schwankungen.

Diabetes: Das Bild zeigt einen Marktstand mit Obst und Gemüse. © Jupiterimages/iStockphoto

Menschen mit Diabetes können mithilfe einer gesunden Ernährung ihre Gesundheit fördern.

Geeignete Nahrungsmittel

Als empfehlenswert hat sich bei Diabetes mellitus eine fettarme Kost mit viel Obst und Gemüse erwiesen. Vollkornprodukte setzen Kohlenhydrate langsamer frei und tragen auf diese Weise dazu bei, einen gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel zu gewährleisten.

Nahrungsmittel, die leicht verdauliche Kohlenhydrate wie reine Glukose oder Haushaltszucker (Saccharose) enthalten, sollten Menschen mit Diabetes dagegen eher meiden, da sie den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe treiben. Allerdings müssen Diabetiker keinesfalls gänzlich darauf verzichten. Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat und Aspartam, sowie Zuckeraustauschstoffe wie Fructose und Xylit können dabei helfen, den Zuckerkonsum einzuschränken. Notwendig sind sie für eine ausgewogene Diabetes-Ernährung aber nicht.

Eiweiß kann bei Diabetikern 10 bis 20 Prozent der Gesamtkalorienmenge ausmachen. Falls jedoch die Nieren geschädigt sind, sollte man weniger Eiweiß zu sich nehmen. Empfehlenswerte Eiweißquellen sind hierbei vor allem fettarmes Fleisch, Fisch oder pflanzliche Eiweiße (z.B. aus Hülsenfrüchten und Getreide).

Der Alkoholkonsum sollte auf ein gelegentliches Glas niedrigprozentigen Alkohol wie Bier oder Wein beschränkt bleiben. Denn Alkohol erhöht die Gefahr einer Unterzuckerung. Daher sollten Sie zu Bier oder Wein immer etwas Kleines essen, am besten etwas mit langsamen Kohlenhydraten (z.B. eine Scheibe Vollkornbrot).

Sport bei Diabetes

Vor allem für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist Sport (neben einer gesunden Ernährung) eine gute Möglichkeit, aktiv etwas gegen die Zuckerkrankheit zu tun. Körperliche Aktivität steigert den Energieverbrauch, macht die Zellen empfindlicher für Insulin und senkt so den Blutzucker. Wichtig ist, dass man sich regelmäßig und über eine gewisse Zeit bewegt (mind. drei Mal in der Woche für 30 Minuten). Um an Gewicht zu verlieren, ist Sport unverzichtbar. Allgemein gilt: Jedes Kilo Übergewicht, das man abnimmt, verbessert den Blutzucker, bremst den Diabetes und beugt Spätschäden vor.

Allerdings sollten Sie es mit der körperlichen Betätigung langsam angehen lassen. Wer Diabetes hat und normalerweise eher wenig Sport treibt, dann aber plötzlich körperliche Höchstbelastungen anstrebt, kann seiner Blutzuckereinstellung sogar eher schaden als nutzen. Unter Umständen kann der Gesamtstoffwechsel entgleisen. Am besten besprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt, welche sportlichen Aktivitäten und welche Belastungsintensität für Sie gesund sind.

Wenn sich bei Ihnen bereits Folgeschäden des Diabetes mellitus wie koronare Herzkrankheit, Niereninsuffizienz oder ein diabetischer Fuß zeigen, können sich Einschränkungen in der Wahl der Sportart ergeben. Es findet sich jedoch in aller Regel für jeden eine geeignete Sportart.

Wenn Sie Insulin spritzen oder sogenannte Sulfonylharnstoffe einnehmen, haben Sie unter Umständen ein gewisses Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) beim Sport. Bei kurz dauerndem Training können Sie der Unterzuckerung mit einer Zwischenmahlzeit vorbeugen. Bei länger dauernden Anstrengungen müssen Sie zusätzlich die Insulindosis anpassen. Sportler mit Diabetes kennen durch viele Messungen und Erfahrung die Reaktion ihres Körpers auf Belastungen meist sehr genau. Sie können ihren Zuckerstoffwechsel auch unter extremen Bedingungen gut kontrollieren.

Mehr zum Thema: Diabetes und Sport

Diabetes bei Kindern

Kinder mit Diabetes mellitus leiden meist an einem Typ-1-Diabetes. Stark übergewichtige Kinder können jedoch auch schon an einem Typ-2-Diabetes erkranken, der sonst eigentlich erst in höherem Alter auftritt. Nach der Diagnose müssen sie erst lernen, mit der neuen Situation zurechtzukommen. Viel Zuwendung und Aufmerksamkeit erleichtert es den Kindern, ihre Angst vor der Diabetes-Erkrankung zu verlieren.

Manche Kinder wollen die Krankheit anfangs nicht wahrhaben und reagieren aggressiv oder mit depressiven Verstimmungen. Manche Kinder haben auch Schuldgefühle. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn die Eltern professionellen Rat von einem Kinderpsychologen einholen.

Für eine wirksame Therapie ist es unerlässlich, dass das Kind Schritt für Schritt lernt, verantwortungsvoll mit der Zuckerkrankheit umzugehen. Eltern können die Stoffwechselkontrolle kaum ständig selbst übernehmen. Deshalb sollten sie die Verantwortung für den Diabetes so früh und so behutsam wie möglich auf das Kind übertragen. Typ-1-Diabetiker, die schon als Kinder erkrankten, haben den Diabetes meist sehr gut in ihr Leben integriert und werden wenig dadurch beeinträchtigt.

Diabetes: Ein Mädchen mit seiner Mutter beim Arzt. © Jupiterimages/iStockphoto

Kinder mit Diabetes brauchen viel Zuwendung.

Arbeiten mit Diabetes

Menschen mit Diabetes mellitus können, abgesehen von der notwendigen Therapie, ein weitestgehend normales und beschwerdefreies Leben führen. Arbeiten mit Diabetes ist daher prinzipiell kein Problem. Wegen des Risikos einer plötzlichen Unterzuckerung gibt es lediglich einige Einschränkungen bei Berufen mit hohem Gefahrenpotenzial. Zu den Berufsbereichen, die wegen Fremd- oder Eigengefährdung nicht ausgeübt werden dürfen, gehören

  • die Personenbeförderung (z.B. Busfahrer),
  • Berufe, die mit Waffengebrauch einhergehen (z.B. Soldaten, Polizisten) und
  • Berufe mit Überwachungsfunktionen, die mit alleiniger Verantwortung für das Leben anderer einhergehen (z.B. Fluglotsen).

Ungünstig sind auch Arbeiten, bei denen Diabetiker sich nicht um ihre Stoffwechselkontrolle kümmern können. So könnte bei Arbeiten, die eine Schutzkleidung erfordern (z.B. gegen Hitze, Kälte oder im Labor), problematisch sein, weil der Körper möglicherweise nicht direkt zugänglich ist.

Wer eine gute Gesundheitssituation beziehungsweise eine gute Stoffwechselkontrolle in Form eines ärztlichen Gutachtens nachweisen kann, darf unter Umständen jedoch auch kritische Berufe ausüben. Dazu zählen unter anderem die Tätigkeit als Taucher, Arbeiten in großer Höhe (z.B. Dachdecker), Arbeiten an gefährlichen Maschinen (z.B. Hochöfen) und Arbeiten im Schicht- oder Nachtdienst.

Wenn Sie Diabetes mellitus haben, sollten Ihre Kollegen darüber Bescheid wissen, um im Notfall die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können. Diabetiker sind berechtigt, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, der einen besseren Kündigungsschutz, Extra-Urlaub und steuerliche Vergünstigungen ermöglicht.

Diabetes: Eine Frau arbeitet in einem Büro. © Jupiterimages/Creatas Images

Die meisten Diabetiker können problemlos einer Arbeit nachgehen.

Krankheit und Diabetes

Ob Durchfall, Fieber oder Erkältung – wenn Betroffene mit Diabetes mellitus krank werden, ist eine sorgfältige Blutzuckerkontrolle besonders wichtig. Denn bei Erkrankungen kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Um dies zu vermeiden, sollten Sie im Krankheitsfall einige Tipps beachten:

  • Testen Sie Ihren Blutzuckerspiegel alle drei bis vier Stunden. Auch die regelmäßige Messung des Ketongehalts im Urin kann sinnvoll sein.
  • Spritzen Sie weiterhin regelmäßig Insulin beziehungsweise nehmen Sie Ihre Medikamente ein.
  • Bei Appetitlosigkeit ist es wichtig, trotzdem etwas Nahrung zu sich zu nehmen, um nicht zu unterzuckern.
  • Gerade bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall sollten Sie darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um nicht auszutrocknen. Ideal ist es, wenn Sie stündlich ein Glas zuckerfreie Flüssigkeit wie Wasser oder Tee aufnehmen. Ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig, kann dieser durch die Zugabe von 15 Gramm Kohlenhydraten im Getränk angehoben werden. Dies entspricht beispielsweise etwa einem halben Glas Apfelsaft.
  • Suchen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt auf, insbesondere, wenn Sie
    • unter Erbrechen oder Durchfall über mehr als sechs Stunden hinweg leiden.
    • länger als einen Tag Fieber haben.
    • merken, dass das Fieber steigt.
    • Ihren Blutzuckerspiegel nicht unter Kontrolle haben.
    • Bauchschmerzen haben.
    • über einen Zeitraum von mehr als zwölf Stunden hinweg Keton im Urin feststellen oder wenn der Ketonspiegel ansteigt.
  • Wenn Sie frei verkäufliche Medikamente einnehmen möchten, fragen Sie vorher Ihren Arzt, da einige Arzneimittel den Blutzuckerspiegel beziehungsweise den Blutdruck erhöhen können.

Diabetes mellitus: Vorbeugen

Diabetes mellitus Typ 1 kann man nicht vorbeugen. Ein Typ-2-Diabetes lässt sich jedoch recht zuverlässig verhindern, wenn seine Hauptursache ausgeschaltet wird: das Übergewicht. Dabei sind vor allem zwei Komponenten entscheidend, nämlich

Der beste Weg, um abzunehmen, besteht auch für Menschen mit Diabetes darin, die Ernährung dauerhaft umzustellen. Eine empfehlenswerte Diät ist ausgewogen und abwechslungsreich, kommt ohne teure Spezialprodukte aus, kann dauerhaft eingehalten werden und schmeckt. Sie sollte zum einen aus viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte bestehen und zum anderen weniger Fett und schnell verdauliche Kohlenhydrate beinhalten.

Die Ernährung ist aber nur einer von mehreren Faktoren, wenn man den Pfunden den Kampf ansagen und Diabetes Typ 2 vorbeugen möchte. Wer abnehmen und sein Normalgewicht halten will, muss fast zwangsläufig auch seine körperliche Aktivität steigern. Optimal ist etwa eine halbe Stunde Ausdauertraining pro Tag mit niedriger bis mittlerer Intensität. Auch Krafttraining mit Muskelaufbau ist beim Abnehmen hilfreich, da Muskelzellen sogar in Ruhe viele Kohlenhydrate verbrennen. Körperliche Aktivität macht die Zellen zudem empfänglicher für Insulin. So können Sie den Teufelskreis aus erhöhter Insulinkonzentration im Blut und Insulinresistenz der Zellen durchbrechen.

Wenn die Gewichtsabnahme aus eigener Kraft nicht gelingt, lohnt es sich, den Arzt um Hilfe zu bitten. Er kann auf vielfältige Weise helfen: vom guten Rat bis zur medikamentösen Behandlung eines starken Übergewichts.

Stress scheint die Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu fördern. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga können dabei helfen, ruhiger zu werden und mit den Belastungen des Alltags entspannter umzugehen.

Diabetes: Eine junge Wanderin steht auf einem Feld. © Jupiterimages/iStockphoto

Bewegen – und ganz nebenbei Diabetes Typ 2 vorbeugen: Neben einer ausgewogenen Ernährung spielt körperliche Aktivität eine große Rolle, um Typ-2-Diabetes zu verhindern.

Diabetes mellitus: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Diabetes mellitus vom Typ 1 Arzneimittelinformationen zu Diabetes mellitus vom Typ 2 Ernährung bei DiabetesReisen mit Diabetes Forum Diabetes (expertenbetreut)

Linktipps:

www.dzd-ev.de Nationaler Diabetesforschungsverbund (Deutsche Zentrum für Diabetesforschung, DZD), in dem über 300 Grundlagenforscher und Kliniker an neuen personalisierten Präventions- und Therapiestrategien für Typ 1 und Typ 2 Diabetes arbeiten. Das DZD bietet zahlreiche Informationen zum Thema Diabetes sowie zu Patientenstudien, die innerhalb des Netzwerkes laufen.

www.bund-diabetischer-kinder.de Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher

www.diabetes-news.de Aktuelle News zum Thema, Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg, Fachärzte, umfangreiche Infosammlung

www.diabetes-kids.de Virtuelle Selbsthilfegruppe und Austauschforum für Kinder mit Diabetes und deren Eltern

www.diabetesDE.org diabetesDE vereint alle Menschen mit Diabetes und alle Berufsgruppen wie Ärzte, Diabetesberater und Forscher, um sich für eine bessere Prävention, Versorgung und Forschung im Kampf gegen Diabetes einzusetzen.

www.diabsite.de Unabhängiges Diabetes-Portal mit Schwerpunktthemen wie "Kinder mit Diabetes", "Diabetes und Sport" und "Diabetes auf Reisen"

www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de Deutsche Diabetes Gesellschaft

www.diabetesstiftung.de Deutsche Diabetes Stiftung

Buchtipps:

Diabetes? Packen wir's an

buch_betschart_roemer_diabetes.jpg Betschart-Roemer, Jean

202 Seiten Hirzel 5. Aufl. 2009

Alles im Gleichgewicht! Für Kinder und Jugendliche mit Diabetes stellen sich viele Fragen: "Wie habe ich Diabetes bekommen?", "Hätte ich es verhindern können?", "Was kann ich dagegen tun?" Diabetes? Packen wir's an! will diese und viele andere Fragen beantworten. Das Buch ist im Comic-Stil geschrieben und vermittelt auf unterhaltsame, lustige Weise grundlegende Kenntnisse über Diabetes und die Selbstbehandlung. Es soll den Kindern die täglichen Ängste vor der Insulin-Behandlung und den Blutzuckertests nehmen. Außerdem enthält es Tipps für Schule und Ferien. Es zeigt den Kindern und Jugendlichen, wie man mit dem Diabetes gut leben und sich wohlfühlen kann. Jean Betschart-Roemer war Präsidentin der American Association of Diabetes Educators und ist eine sehr erfahrene Diabetesberaterin im Children s Hospital in Pittsburgh, USA.

Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker

buch_standl_trias_handbuch.jpg Eberhard Standl und Hellmut Mehnert

304 Seiten Trias 2010

Dieses Handbuch beantwortet Ihnen zuverlässig alle Fragen zum Diabetes. Es wendet sich sowohl an den Typ-1- als auch an den Typ-2-Diabetiker. Nutzen Sie es immer auch dann, wenn sie schnell etwas nachschlagen möchten. Zwei Spezialisten erklären Ihnen, was Diabetes ist und wie er entsteht. Sie lernen die Behandlung mit Tabletten und mit Insulin kennen. Das Buch klärt sie auf über mögliche Folgeschäden, und wie Sie diese vermeiden. Sie erfahren außerdem, was konkret zu tun ist, wenn der Zucker steigt oder sinkt. Extra für Typ-2-Diabetiker: Fünf Schulungseinheiten, mit denen Sie rasch und sicher Ihr Wissen über Diabetes auffrischen. Das Handbuch hilft Ihnen, viele Dinge im Alltag selbst zu regeln. Es stellt Ihnen die Blutzucker-Selbstkontrolle und moderne Insulin-Pens und -pumpen vor. Für Ihren Ernährungsplan finden Sie einfache Regeln und eine übersichtliche Kohlenhydrat- und Fett-Austauschtabelle. Praktisch sind auch das Merkblatt über Vorsorgeuntersuchungen und die Checkliste für den Urlaub.

Das Genießer-Koch- & Backbuch für Diabetiker

buch_grzelak_koch_backbuch.jpg Claudia Grzelak, Katja Porath

226 Seiten Trias 2009

Kochen, verwöhnen, genießen – 380 mal! – Diät war gestern – heute ist Genuss: Als Typ-2-Diabetiker brauchen Sie keine spezielle Diät mehr. Mit einer leichten und abwechslungsreichen Kost stimmen auch die Blutwerte und Ihr Gewicht. - Mehr Rezepte als das Jahr Tage hat: Mit über 380 Koch- und Backrezepten bietet Ihnen dieses Buch eine Fülle an köstlichen Anregungen für den Alltag, für besondere Anlässe und Feste. – Genuss für jeden Geschmack: leichte Suppen und Salate, pikante Kleinigkeiten, sättigende Fleisch- und Fischgerichte, vegetarische Köstlichkeiten, südliche Nudelgerichte, leckere Kuchen und Torten, verführerische Desserts, weihnachtliches Gebäck. Für Sie alleine oder die ganze Familie. – Abnehmen leicht gemacht: Viele Rezept-Tipps und ein extra Abnehmkapitel zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Gewicht ganz einfach in den Griff bekommen. Und Sie erfahren, was Sie über Diabetes sonst noch wissen sollten. Viel Spaß beim Kochen und Genießen!

Diabetes Typ 2: Wie Sie gezielt gegensteuern

buch_jahn_diabetes_typ_2.jpg Ellen Jahn

208 Seiten Stiftung Warentest 2011

Die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker könnte ohne Medikamente leben: Dieser Ratgeber der Stiftung Warentest sagt, wie es geht. Mit Typ-2-Diabetes bis ins hohe Alter fit sein, ist durchaus möglich. Wer weiß, auf was es ankommt, kann diese Stoffwechselerkrankung gut beeinflussen. Der Ratgeber gibt viele Informationen zu Vorbeugung, Diagnose und zur aktuellen Forschung und zeigt, wie Sie ein gesundes und genussvolles Leben führen und mit viel Bewegung aktiv in den Alltag gehen können. Sie finden Tipps für eine stabile Blutzuckereinstellung und erfahren, wie manche Diabetiker ohne Medikamente und Spritzen auskommen können.

Echt süß!: Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich. Mit Ernährungstipps

buch_flemmer_zucker.jpg Andrea Flemmer

109 Seiten Vak-Verlag 2011

Alternativen zum Zucker sind heute gefragter denn je: Immer mehr Menschen leiden an Diabetes oder Übergewicht und müssen auf ihren Zuckerstoffwechsel achten. Andere wollen der Gesundheit zuliebe bestimmte Substanzen vermeiden. Allen gemeinsam ist jedoch: Sie suchen nach natürlichen und gesunden Süßungsmitteln. Dieses Buch gibt einen umfassenden Überblick über gesunde Zuckeralternativen und ihre Wirkungen auf den Stoffwechsel: Es beschreibt Vorteile und Anwendung der natürlichen, eindeutig positiven Zuckerersatzstoffe (im Vergleich zu vermeintlich gesunden Substanzen und Süßstoffen) und gibt Hinweise auf Bezugsquellen. Ein unentbehrlicher Ratgeber für alle, die Zucker meiden und sich trotzdem das Leben versüßen möchten!

Diabetologie für die Praxis

buch_haak_diabetologie_praxis.jpg Thomas Haak, Klaus-Dieter Palitzsch

520 Seiten Thieme 2012

Realistische Fallpräsentationen aus dem klinischen Alltag: alle relevanten Laborparameter und anamnestischen Befunde, Symptome erkennen und korrekt interpretieren, sicher und effektiv: für jeden Fall das optimale Therapiekonzept / Konkrete Handlungsanleitungen - kondensiertes Wissen aus Spezialistenhand: bewährtes Vorgehen - Goldstandards in Diagnostik und Therapie, Kinder und Jugendliche, Schwangere und Patienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen optimal betreuen oder Patient als eigenverantwortlicher Partner: alles zu Schulungen, Lifestyle und Ernährungsberatung, Blutzuckerselbstkontrolle / Optimal informiert: die Erkrankung verstehen: Hintergrundwissen zur Pathophysiologie der verschiedenen Diabetesformen, Entstehung von Folgeschäden, spezielle Krankheitsbilder bei Diabetes mellitus, weiterführende Informationen: Berufsbilder in der Diabetologie, multiprofessionelles Autorenteam, Zertifizierungsverfahren.

Quellen:

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Gerabek, W. E., et al. (Hg.): Enzyklopädie der Medizingeschichte. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2007

Nationale Versorgungs-Leitlinien der Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Typ-2-Diabetes: Präventions- und Behandlungsstrategien von Fußkomplikationen. AWMF-Reg.-Nr. nvl/001c (Stand: 30.11.2006)

Aktualisiert am: 13. September 2017