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Forenexperte: Dr. Winfried Keuthage
Forum Diabetes
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Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Für alle Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine gesunde Ernährung von großer Bedeutung. Besonders Typ-2-Diabetiker können davon profitieren. Häufig ist Übergewicht eine Ursache der Erkrankung. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bei Diabetes senken das Körpergewicht, was die Zuckerwerte im Blut verbessert. Viele Diabetiker können auf diese Weise ihren Tabletten- beziehungsweise Insulinbedarf deutlich reduzieren.
Eine für Diabetes angemessene Ernährung entspricht keineswegs automatisch einer strengen Diät. So muss ein Diabetiker nicht zwangsläufig auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten – er muss den Konsum aber unter Kontrolle haben. Eine ausgewogene Ernährung, wie sie für gesunde Menschen empfohlen wird, ist auch bei Diabetes gesund. Um in Beruf und Freizeit leistungsfähig zu sein, benötigt ein Diabetiker genauso wie ein Gesunder eine Kalorienzufuhr, die der körperlichen Tätigkeit angemessen ist.
Wichtig ist, dass die mit der Nahrung zugeführten Kalorien vom Körper auch verwertet werden können und Kohlenhydrate nicht einfach über den Harn wieder ausgeschieden werden. Mehrere kleine Mahlzeiten (fünf bis sechs) am Tag sind besser als wenige große, weil der Insulinbedarf dann geringeren tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.
Als günstig hat sich bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eine fettarme Kost in Verbindung mit viel Obst und Gemüse erwiesen. Vollkornprodukte setzen Kohlenhydrate langsamer frei und tragen auf diese Weise dazu bei, einen gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel zu gewährleisten. Nahrungsmittel, die leicht verdauliche Kohlenhydrate wie reine Glukose oder Kochzucker enthalten, sollten Sie dagegen eher meiden, da sie den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe treiben. Allerdings müssen Diabetiker keinesfalls gänzlich darauf verzichten. Erlaubte Süßstoffe sind Saccharin, Cyclamat und Aspartam, sowie die Zuckeraustauschstoffe Fruktose und Xylit.
Eiweiß (fettarmes Fleisch, Fisch, pflanzliche Eiweiße) können bei Diabetikern 10 bis 20 Prozent der Gesamtkalorienmenge ausmachen – falls jedoch die Nieren geschädigt sind, sollte man weniger Eiweiß zu sich nehmen.
Um die Nieren gut durchzuspülen, sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken – mindestens 1,5 Liter täglich.
Der Alkoholkonsum sollte auf ein gelegentliches Glas niedrigprozentigen Alkohol wie Bier oder Wein beschränkt bleiben – Alkohol erhöht die Gefahr einer Unterzuckerung. Daher sollten Sie zu Bier oder Wein immer ein paar Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Vor allem für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist Sport neben einer gesunden Ernährung eine gute Möglichkeit, aktiv etwas gegen ihre Zuckerkrankheit zu tun. Körperliche Aktivität steigert den Energieverbrauch, macht die Zellen empfindlicher für Insulin und senkt so den Blutzucker. Wichtig ist, dass man sich regelmäßig und über eine gewisse Zeit bewegt (mind. 3 Mal in der Woche für 30 Minuten). Um an Gewicht zu verlieren, ist Sport unersetzlich. Allgemein gilt: Jedes Kilo Übergewicht, das man abnimmt, verbessert den Blutzucker, bremst den Diabetes und beugt Spätschäden vor.
Allerdings sollten Sie es mit der körperlichen Betätigung nicht übertreiben. Wenn Sie Diabetes haben und normalerweise eher wenig Sport treiben, dann aber plötzlich körperliche Höchstbelastungen anstreben, können Sie Ihrer Blutzuckereinstellung sogar eher schaden als nutzen. Unter Umständen kann der Gesamtstoffwechsel entgleisen. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche sportlichen Aktivitäten und welche Belastungsintensität für Sie gesund sind.
Wenn sich bei Ihnen bereits Folgeschäden des Diabetes mellitus wie koronare Herzkrankheit, Niereninsuffizienz oder ein diabetischer Fuß zeigen, können sich Einschränkungen in der Wahl der Sportart ergeben. Der Marathonlauf mag nicht für jeden Diabetiker das Richtige sein; es findet sich jedoch in aller Regel eine geeignete Sportart.
Wenn Sie Insulin spritzen oder sogenannte Sulfonylharnstoffe einnehmen, haben Sie ein gewisses Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) beim Sport. Bei kurz dauerndem Training können Sie der Unterzuckerung mit einer Zwischenmahlzeit vorbeugen. Bei länger dauernden Anstrengungen müssen Sie zusätzlich die Insulindosis anpassen. Sportler kennen durch viele Messungen und Erfahrung die Reaktion ihres Körpers auf Belastungen meist sehr genau – sie können ihren Zuckerstoffwechsel auch unter extremen Bedingungen gut kontrollieren.
Kinder mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden meist an einem Typ-1-Diabetes. Stark übergewichtige Kinder können jedoch auch schon an einem Typ-2-Diabetes erkranken, der eigentlich erst in höherem Alter auftritt. Insbesondere unmittelbar nach der Diagnose müssen sie erst lernen, mit der neuen Situation zurechtzukommen. Viel Zuwendung und Aufmerksamkeit helfen den Kindern, ihre Angst zu verlieren und ein Verständnis für den Diabetes zu entwickeln.
Viele Kinder lehnen sich zunächst gegen die Krankheit auf und reagieren aggressiv oder mit depressiven Verstimmungen. Manche Kinder haben auch Schuldgefühle. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn die Eltern professionelle Hilfe von einem Kinderpsychologen in Anspruch nehmen.
Für eine effektive Therapie ist es unerlässlich, dass das Kind Schritt für Schritt verantwortungsvoll mit der Zuckerkrankheit umgeht. Eltern können die Stoffwechselkontrolle kaum selbst übernehmen und sollten die Verantwortung für den Diabetes so früh – und so behutsam – wie möglich auf das Kind übertragen. Typ-1-Diabetiker, die schon als Kinder erkrankten, haben den Diabetes meist sehr gut in ihr Leben integriert und werden wenig dadurch beeinträchtigt.
Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) können – abgesehen von der notwendigen Therapie – ein normales und beschwerdefreies Leben führen. Arbeiten mit Diabetes ist daher prinzipiell kein Problem. Wegen des Risikos einer plötzlichen Unterzuckerung gibt es lediglich einige Einschränkungen bei Berufen mit hohem Gefahrenpotenzial. Zu den Berufen, die wegen Fremd- oder Eigengefährdung nicht ausgeübt werden dürfen, gehören die berufliche Personenbeförderung, beruflicher Waffengebrauch (Soldaten, Polizisten) und Überwachungsfunktionen mit alleiniger Verantwortung für das Leben anderer (z.B. Fluglotsen).
Außerdem sind solche Arbeiten nicht geeignet, bei denen Diabetiker sich nicht um ihre Stoffwechselkontrolle kümmern können. So könnte bei Arbeiten in schwierigem, unzugänglichem Gelände oder unter großer Hitze oder Kälte die Lagerung des Insulins problematisch sein. Schutzkleidung kann die regelmäßige Insulin-Gabe unmöglich machen (z.B. bei Tauchern oder Gefahrstoffentsorgern).
Wer eine gute Stoffwechselkontrolle nachweisen kann – in Form eines ärztlichen Gutachtens – darf jedoch auch kritische Berufe ausüben. Dazu gehören die Tätigkeit als Taucher, Arbeiten in großer Höhe (z.B. Dachdecker), Arbeiten an gefährlichen Maschinen (z.B. Hochöfen) und Arbeiten im Schicht-, Akkord- oder Nachtdienst.
Wenn Sie Diabetes mellitus haben, sollten Ihre Kollegen darüber Bescheid wissen, um im Notfall die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können. Diabetiker sind berechtigt, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, der einen besseren Kündigungsschutz, Extra-Urlaub und steuerliche Vergünstigungen ermöglicht.
Ob Durchfall, Fieber oder Erkältung: Wenn Betroffene mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) krank werden, ist eine sorgfältige Blutzuckerkontrolle besonders wichtig. Denn bei Erkrankungen kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Um dies zu vermeiden, sollten Sie im Krankheitsfall einige Tipps beachten:
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