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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Diabetes mellitus Typ 2

Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 2 hat andere Ursachen als Typ-1-Diabetes. Mehrere Störungen der Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse und vor allem der Insulinwirkung an den Zellen spielen dabei eine Rolle.

Die gestörte Insulinbildung beim Diabetes mellitus Typ 2 kann die nahrungsbedingten Blutzuckerwert-Schwankungen nicht auffangen: Die Bauchspeicheldrüse schüttet nach einer Mahlzeit nicht ausreichend Insulin aus. Die Folge sind zu hohe Blutzuckerspiegel nach dem Essen – der medizinische Fachausdruck lautet postprandiale Hyperglykämie.

Bei einem Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nicht oder nicht mehr ausreichend auf das körpereigene Hormon Insulin: Es besteht eine sogenannte Insulinresistenz. Insulin ist jedoch notwendig, um Glukose aus dem Blut zu verarbeiten. Eine Insulinresistenz kann die Folge einer dauerhaft überreichen Nahrungszufuhr sein, die zu häufig erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. Die hohe Konzentration an Glukose im Blut lässt dann auch den Insulinspiegel steigen. Als Reaktion darauf sinkt die Zahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen und sie werden weniger empfindlich.

Obwohl die Bauchspeicheldrüse Insulin bilden und ins Blut abgeben kann, reicht aufgrund der Insulinresistenz bei Diabetes mellitus Typ 2 die Menge nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Es entwickelt sich ein sogenannter relativer Insulinmangel: Es ist zwar Insulin vorhanden, die Zellen reagieren jedoch nicht ausreichend darauf.

Um den Blutzuckerspiegel dennoch niedrig zu halten, arbeitet die Bauchspeicheldrüse auf Hochtouren, um noch mehr Insulin herzustellen. Die Inselzellen werden dabei so stark belastet, dass sie nach Jahren schließlich erschöpfen.

In Europa ist Diabetes mellitus Typ 2 aufgrund ungesunder Ernährungsgewohnheiten sehr häufig. Mehr als 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig und die Fettsucht (Adipositas) gilt als der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung von dieser Form des Diabetes mellitus.

Die Mehrzahl der an Diabetes mellitus Typ 2 Erkrankten weist körperliche Veränderungen auf, die unter dem Begriff metabolisches Syndrom oder "Wohlstandssyndrom" zusammengefasst sind. Dazu gehören:

  • starkes Übergewicht, vor allem am Bauch
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bluthochdruck
  • gestörter Zuckerstoffwechsel (zunächst gestörte Glukosetoleranz, später Diabetes mellitus Typ 2)

Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle: Kinder, von denen ein Elternteil Diabetes mellitus Typ 2 hat, erkranken später mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 50 Prozent ebenfalls. Das Risiko für eineiige Zwillinge beträgt 100 Prozent.

Weiterlesen: Diabetes: Ursachen – Sonderformen des Diabetes

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