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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Therapie

Veröffentlicht von: Carolin Grob (25. September 2013)

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zielt die Therapie allgemein darauf ab, zu vermeiden, dass sich durch die Erkrankung die Lebensqualität der Betroffenen mindert. Die genaue Diabetes-Therapie hängt davon ab, ob ein Typ-1- oder ein Typ-2-Diabetes vorliegt. Mithilfe der Therapie lässt sich der Blutzuckerspiegel gut einstellen – eine konsequente Blutzuckerkontrolle beugt möglichen Folgeerkrankungen und Spätschäden von Diabetes vor. Viele Diabetiker können ein beschwerdefreies Leben führen können. Auch

Wer an Diabetes erkrankt ist, kann selbst maßgeblich dazu beitragen, dass die Therapie erfolgreich ist. Er sollte die wesentlichen Therapiemaßnahmen in seinem persönlichen Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen. Diabetes mellitus ist zwar nicht heilbar – wer jedoch aktiv und verantwortungsvoll mit seiner Erkrankung umgeht und auf seinen Körper achtet, kann ohne große Einschränkung normal leben.

Das Bild zeigt einen Arzt im Patientengespräch.

Wenn Arzt und Diabetiker Hand in Hand arbeiten, lässt sich Diabetes gut behandeln.

Die individuellen Behandlungsziele sollten Patient und Arzt gemeinsam vereinbaren und regelmäßig überprüfen; dabei sollte der Mediziner den Betroffenen vollständig und verständlich darüber aufklären, welchen Nutzen und Schaden die Therapie haben kann.

Typ-1-Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor, das heißt, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin bildet. Da Insulin jedoch lebensnotwendig ist, müssen Betroffene es lebenslang spritzen. Insulin ist eine aus verschiedenen Aminosäuren (Bausteine der Eiweiße) zusammengesetzte Substanz. Zur Diabetes-Therapie stehen Normalinsulin und auch sogenannte Insulinanaloga zur Verfügung. Bei den Insulinanaloga sind im Gegensatz zum Normalinsulin einige Aminosäuren ausgetauscht.

Eine Therapie mit speziellen Medikamenten (sog. oralen Antidiabetika) ist bei Typ-1-Diabetes unwirksam. Der Grund: Orale Antidiabetika (OAD) sollen die Insulinausschüttung der Inselzellen erhöhen. Diese Zellen haben beim Typ-1-Diabetes jedoch ihre Funktion verloren.

Typ-2-Diabetes

Beim Diabetes mellitus Typ 2 gibt es ein breiteres Therapie-Spektrum: Häufig liegt dem Diabetes mellitus Typ 2 eine ungesunde Ernährungsweise zugrunde – und damit verbunden auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).

Wird der Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann man den gestörten Glukosestoffwechsel in vielen Fällen noch ohne Medikamente normalisieren. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist hier das A & O. Dazu gehört vor allem:

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Blutzuckerspiegel entscheidend zu senken, können zusätzlich Medikamente (sog. orale Antidiabetika) helfen. Ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schließlich erschöpft oder wirken die Tabletten nur unzureichend, kann eine Insulintherapie erforderlich sein, um die Blutzuckerwerte ausreichend zu senken.

Stufentherapie bei Typ-2-Diabetes

Je nachdem, wie weit der Typ-2-Diabetes fortgeschritten ist, können verschiedene Therapiestufen nötig sein. Wichtiger Baustein der Therapie ist in jedem Fall eine eingehende Schulung: Wer an Diabetes erkrankt, sollte zumindest das Angebot erhalten, ein spezielles, auf ihn abgestimmtes Schulungs- und Behandlungsprogramm in Anspruch zu nehmen.

StufeTherapiemaßnahme
Stufe 1Die Stufe 1 der Diabetes-Therapie, die sog. Basistherapie, kommt ohne Medikamente aus. Vielmehr geht es darum, den bisherigen Lebensstil zum Gesünderen hin zu verändern. Der Diabetiker stellt zunächst seine Ernährungsweise um und wird ausführlich geschult. Das Ziel ist hierbei, Gewicht zu verlieren und die Blutfettwerte zu verbessern. Bewegung, Rauchverzicht und ein vernünftiger Umgang mit Alkohol gehören ebenfalls zum Therapieplan. Wenn der Betroffene alle gemeinsam mit dem Arzt vereinbarten Ziele erreicht, erübrigt sich meist eine der folgenden Stufen und er muss keine Medikamente einnehmen.
Stufe 2Reichen die Maßnahmen in Stufe 1 nicht aus – was nach etwa 3 bis 6 Monaten durch den HbA1c-Wert kontrolliert wird –, empfiehlt der Arzt, zusätzlich zur Basistherapie ein Medikament einzunehmen. Der Wirkstoff Metformin gilt vor allem für Übergewichtige als Mittel der Wahl, er senkt den Blutzuckerspiegel. Menschen, die Metformin nicht gut vertragen oder bei denen Gegenanzeigen vorliegen, können auf andere Wirkstoff ausweichen. Dazu zählen z.B. Insulin und Sulfonylharnstoffe wie der Wirkstoff Glibenclamid.
Stufe 3Nach weiteren etwa 3 bis 6 Monaten erfolgt eine erneute Kontrolle. Ist der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend gesunken, kann zusätzlich ein zweites Medikament in die Therapie aufgenommen werden. Für viele Kombinationen liegen keine ausreichenden Belege aus klinischen Studien vor. Alternativ zu einer Zweifachkombination kommt auch eine alleinige Therapie mit Insulin infrage.
Stufe 4In Stufe 4 kommen weiter angepasste Insulin- und Kombinationstherapieformen zum Einsatz, die bei manchen Diabetikern durchaus sinnvoll sein können. Für Dreifachkombinationen mit oralen Diabetesmitteln liegen bisher keine Studien vor, die die Wirksamkeit bezogen auf bedeutsame Endpunkte wie Folgekrankheiten oder die Lebensdauer untersucht haben. Nutzen und Risiken dieser Therapie sollten daher besonders kritisch hinterfragt werden.





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