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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Folgeerkrankungen

Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann im Laufe der Zeit mit Folgeerkrankungen verbunden sein. Wer seinen Blutzucker jedoch konsequent gut einstellt und auf eine gesunde Lebensweise achtet, kann Folgeschäden vorbeugen.

Schädigung der kleinen Blutgefäße

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen besonders die kleinen Blutgefäße. Dies bezeichnet man auch als diabetische Mikroangiopathie. Dabei werden die Gefäßwände durchlässig, sodass Blutungen auftreten können. Darüber hinaus entstehen Verdickungen an den Gefäßwänden, die Gefäßverschlüsse und somit auch Durchblutungsstörungen verursachen können. Die diabetische Mikroangiopathie kommt vor allem an der Netzhaut des Auges (Retina) und an den Nieren vor und kann dort schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Diese sogenannte diabetische Retinopathie und diabetische Neuropathie gehören zu den häufigen Diabetes-Folgeerkrankungen.

Schädigung der Netzhaut (diabetische Retinopathie)

Werden die Gefäße über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft geschädigt, nimmt die Durchblutung der Netzhaut ab. Man spricht auch von einer sogenannten diabetischen Retinopathie. Dieser Diabetes-Folgeerkrankung kann man vorbeugen, wenn man auf seine Blutzuckerwerte achtet. Durch die Gefäßveränderungen wandelt sich der Augenhintergrund (Innenwand des Augapfels) um: Es bilden sich Narben, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen können. 30 Prozent der Erblindungen in Europa gehen auf eine diabetische Retinopathie zurück. Etwa 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker und 25 Prozent der Typ-2-Diabetiker erkranken nach 15 Jahren zumindest an einer milden Form der diabetischen Retinopathie.

Schädigung der Nieren (diabetische Nephropathie)

Die diabetische Nephropathie zählt zu den weit verbreiteten Diabetes-Folgeerkrankungen. Sind die Blutzuckerwerte über lange Zeit hinweg schlecht eingestellt, können die dadurch entstehenden Gefäßschäden die Nieren in Mitleidenschaft ziehen. Die Folge: eine sogenannte diabetische Nephropathie. Dies kann zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen und eine regelmäßige künstliche Blutwäsche (Dialyse) notwendig machen. Als Folge starker Nierenschädigung kann sich zudem der Blutdruck erhöhen (Hypertonie). In Europa und den USA sind mehr als 50 Prozent aller Dialyse-Patienten Diabetiker. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Blutzucker konsequent einzustellen.

Schädigung der Nerven

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen neben den Gefäßen vor allem die kleinen Nerven. Diabetes führt daher zu Folgeerkrankungen wie Gefühlsstörungen, auch als diabetische Polyneuropathie bezeichnet. Betroffene klagen zum Beispiel über brennende Schmerzen in den Füßen (engl.: "burning feet syndrome"). Auch die Temperaturwahrnehmung kann sich durch die diabetische Polyneuropathie verändern, sodass ein Gefühl kalter Füße entsteht. Durch gezieltes Vorbeugen kann man eine Menge tun, um solche Nervenschäden zu verhindern.

Diabetischer Fuß

Nervenschäden und Durchblutungsstörungen in den Füßen führen zu offenen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren (diabetische Gangrän). Schon kleine Verletzungen können zu langwierigen Beschwerden führen. Ältere Diabetiker sollten daher täglich ihre Füße auf Druckstellen und Einrisse kontrollieren und sofort zum Arzt gehen, falls sie solche entdecken. Auch auf bequeme Schuhe und sanfte Fußpflege sollte man besonderen Wert legen. Der diabetische Fuß ist die häufigste Komplikation bei Diabetes mellitus. Der diabetische Fuß lässt sich, wie die anderen Diabetes-Komplikationen auch, vermeiden, wenn die Betroffenen sorgfältig den Blutzucker kontrollieren und auf eine gesunde Lebensführung achten. Eine Amputation ist nur in schweren, nicht mehr anders therapierbaren Fällen notwendig.

Schädigung der großen Blutgefäße

Diabetes mellitus ruft zudem Folgeerkrankungen hervor, die mit den großen Blutgefäßen zusammenhängen. Der Grund: Diabetes beschleunigt in erheblichem Ausmaß die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) an den größeren Blutgefäßen. Man spricht auch von einer diabetischen Makroangiopathie. Vor allem in Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten, hohem Blutdruck, Übergewicht und Nikotingenuss erhöht sich das Risiko für Erkrankungen wie:

Erektionsprobleme und Regelstörungen

Durch die im Rahmen von Diabetes entstehenden Nervenschäden und Durchblutungsstörungen können auch Potenzprobleme, Störungen der sexuellen Erregbarkeit und Erektionsschwierigkeiten auftreten. Bei Frauen kann die Monatsblutung ausbleiben.

Weiterlesen: Diabetes: Diagnose

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