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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Glukosetoleranztest

Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Stellt der Arzt bei ersten Untersuchungen Blutzuckerwerte fest, die im Grenzbereich liegen, kann er zusätzlich einen Glukosetoleranztest (oGTT) vornehmen. Beim oGTT nimmt der Arzt dem Betroffenen zunächst Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. In den drei Tagen vor dem Test darf der Patient nicht hungern, sondern muss sich mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren. Mindestens 10 Stunden vor dem Test muss der Patient dann nüchtern bleiben, das heißt: 10 bis 16 Stunden ohne Nahrung, Alkohol und Rauchen. Am Test-Tag trinkt der Patient dann 75 Gramm Glukose in 250 bis 300 Milliliter Wasser gelöst. Diese Lösung muss er innerhalb von 5 Minuten langsam einnehmen. 2 Stunden später nimmt der Arzt erneut Blut ab.

Beim Nicht-Diabetiker liegen die Blutzuckerwerte im Blutplasma nüchtern unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und 2 Stunden nach dem Test unter 140 mg/dl. Liegen die Nüchternwerte bei Werten über 100 bis maximal 125 mg/dl, spricht man von einer abnormen Nüchternglukose, bei einem nach zwei Stunden gemessenen Wert von über 140 bis maximal 199 mg/dl von einer gestörten Glukosetoleranz.

Ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) liegt vor, wenn die Werte für den Nüchternblutzucker im Blutplasma mindestens 126 mg/dl oder mehr (bzw. im Blutserum mindestens 110 mg/dl oder mehr) und für den nach zwei Stunden gemessenen Wert (oGTT-2-h-Wert) über 200 mg/dl betragen. Bei Schwangeren liegen die Grenzwerte für den oGTT niedriger.

HbA1c-Wert

Um den Zuckerstoffwechsel einer Person über einen längeren Zeitraum betrachten zu können, kann der Arzt den HbA1c-Wert bestimmen. Dieser gibt die Menge des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffs an, der normalerweise bei 20 bis 42 mmol/l (4-6%) liegt und direkt von der Höhe des Blutzuckers abhängt. Mithilfe des HbA1c-Werts kann der Arzt den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zehn Wochen beurteilen. Für eine gut verlaufende Therapie sollte der HbA1c unter 53 mmol/l (7%), optimalerweise unter 48 mmol/l (6,2%) liegen.

Ärzte nutzen den HbA1c-Wert auch zur Diagnose eines Diabetes mellitus. Allerdings besitzt der HbA1c-Wert als Diagnosekriterium nur bei Erwachsenen genug Aussagekraft. Um bei Kindern einen Diabetes nachzuweisen, reicht der HbA1c-Wert alleine nicht aus, da sich die der Grenzwert von 48 mmol/mol beziehungsweise 6,5 Prozent nicht ohne Weiteres auf Kinder übertragen lässt. Zur Diagnose bei Kindern müssen deshalb immer auch andere Methoden herangezogen werden.

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