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Saisonale Einflüsse

Herbst- und Winterdepression

Stand: 28. August 2007Autor: Onmeda-Redaktion

Eine regelmäßig im Herbst oder Winter auftretende depressive Störung ist im Volksmund auch als Herbst- beziehungsweise Winterdepression bekannt. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. In der Fachwelt wird von einer saisonal-affektiven Störung beziehungsweise einer saisonal abhängigen Depression (SAD) gesprochen. Die Symptome setzen ausschließlich in der dunklen Jahreszeit ein und verschwinden im Frühjahr wieder. In vielen Fällen sind die Beschwerden nicht sehr stark ausgeprägt, jedoch können auch schwere Formen der Erkrankung auftreten, welche ärztliche Hilfe erfordern.

Die Ursache für die Erkrankung ist vermutlich die fehlende Anpassung des Körpers an kürzere Tage und der damit verbundenen geringeren Sonnenlichtdauer. Helles Licht wirkt über die Augen auf den Hypothalamus im Gehirn und unterdrückt dort die Ausschüttung des Hormons Melatonin. Melatonin ein natürlicher Botenstoff, welcher bei Dunkelheit ausgeschüttet wird und unter anderem für einen gesunden Schlaf zuständig ist. Werden die Tage nun kürzer und die Sonne scheint seltener, wird das Melatonin nicht mehr unterdrückt – Müdigkeit und depressive Symptome können die Folge sein. Möglicherweise ist dies auch der Grund, warum die saisonal abhängige Depression in nördlichen Gebieten eher Auftritt als in südlichen Ländern, wo die Sonne häufiger scheint und die Lichtintensität höher ist.

Symptome

Eine saisonal-affektive Depression äußert sich vor allem in Symptomen wie:

Darüber hinaus können weitere Symptome auftreten, die auch bei Depressionen vorkommen, aber nicht saisonal abhängig sind. Hierzu gehören zum Beispiel niedergeschlagene Stimmung, Freudlosigkeit, Energieverlust, Interessenlosigkeit, der Rückgang zwischenmenschlicher Beziehungen und Isolation.

Therapie

Zur Behandlung einer Herbst- beziehungsweise Winterdepression wird häufig eine Lichttherapie eingesetzt. Dabei ersetzt man das fehlendende Tageslicht in der Regel morgens durch künstliches Tageslicht, welches eine deutlich höhere Intensität hat als die normale Zimmerbeleuchtung und bei den meisten Betroffenen nach drei bis vier Tagen eine stimmungsaufhellende Wirkung zur Folge hat. Als weitere nicht-medikamentöse Behandlungsmethode kommt der Schlafentzug infrage. Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut können ebenfalls hilfreich sein. In schwereren Fällen ist die Therapie mithilfe von Antidepressiva erforderlich.

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